100 Jahre ereignisreiches Leben

Am Dienstag, 17. Februar 2009 konnte Rudolf Seelig in Aalen seinen 100. Geburtstag begehen.

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Bereits seit 1996 wohnt er im Albstift, bis Ende 2007 gemeinsam mit seiner Frau. Diese ist im Alter von 99 Jahren, zwei Monate vor ihrem 100. Geburtstag verstorben.

Die Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler ließ es sich nicht nehmen, den Jubilar zu diesem außergewöhnlichen Wiegenfest persönlich zu besuchen und die Glückwünsche der Stadt Aalen zu überbringen. Sie wünschte ihm noch viele weitere Jahre bei guter Gesundheit und überreichte die Glückwunschurkunde von Ministerpräsident Günther H. Oettinger sowie einen mit Leckereien und Gesundheitsprodukten gefüllten Geschenkkorb.

Die Geburtstagsfeier fand im Kreise der Familie und mit Vertretern des Familienunternehmens Seelig Feinblechbau, Neresheim.
statt. Der Jubilar hat einen Sohn, sechs Enkel und neun Urenkel.
© Stadt Aalen, 17.02.2009
Auch der Bürgermeister von Neresheim, Gerd Dannenmann (2. von links) war einer der Gratulanten.

Flucht aus der DDR und Neuanfang

Geboren wurde Rudolf Seelig im Jahre 1909 in Dresden, wo er nach der Realschule mit seinem Vater in einer Fabrik arbeitete. Im Jahre 1932 machten sie sich selbständig, ehe Rudolf Seelig 1942 zum Militär eingezogen wurde. Nach seiner Rückkehr aus Russland im Jahre 1948 führte er zunächst den Betrieb weiter, floh jedoch dann 1956 aus der DDR. Er gründete in einem Schuppen in Weikersheim einen blechverarbeitenden Betrieb, der überwiegend Halterungen für Kerzenbeleuchtung produzierte. Seine Familie war sukzessive nachgekommen. Im Jahre 1962 legte er schließlich den Grundstein für die Firma Seelig Feinblechbau in Neresheim, die heute rund 90 Mitarbeiter beschäftigt und von seinem Sohn Günther Seelig geführt wird. Der Zweigbetrieb in Weikersheim besteht nach wie vor. Herr Seelig konnte kein spezielles Erfolgsrezept für sein hohes Alter nennen. Von den Gästen wurde ihm bescheinigt, dass er sehr viel gearbeitet habe, daneben allerdings auch der Genuss nie zu kurz gekommen sei. Er reiste sehr gern und feierte große Firmenfeste mit der gesamten Belegschaft. Als begeisterter Autofahrer ist er sogar mit 91 Jahren noch selbst nach Dresden gefahren. Der Jubilar betonte, dass es am 100. Geburtstag angebracht sei, an die Anfänge zurück zu denken. Es sei ein schwieriger Entschluss gewesen, damals Dresden zu verlassen und den Neuanfang zu wagen. So könne er nun auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken und blättere gerne in einem kleinen Album mit Fotos verschiedener Stationen seines Lebens.