4 Auszeichnungen für Aalener Dekade- und Klimaschutzprojekte

Vorbildliches leistet die Stadt Aalen in Sachen Klimaschutz, Energie und Nachhaltige Entwicklung. Gleich vier Auszeichnungen konnte die Stadtverwaltung in der vergangenen Woche dafür entgegennehmen. In Stuttgart zeichnete Verkehrsminister Winfried Hermann die Stadt Aalen für ihr integriertes Grünkonzept der Stadtentwicklung aus. In dem Landeswettbewerb „Mittendrin ist Leben“ hatte Aalen mit jenem Konzept überzeugt, mit dem sie sich bereits für die Landesgartenschau beworben hatte. Zwei Projekte der Aalener Lokalen Agenda 21 zeichnete die deutsche UNESCO-Kommission im Rahmen einer Tagung in Aalen aus: den Interkulturellen Garten Aalen und - bereits zum dritten Mal „Aalen nachhaltig(er)Leben - erlebnisorientierte Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Und schließlich verlieh die Agentur für Erneuerbare Energien Aalen im Oktober den Titel Energie-Kommune. Damit werden die besonders engagierten und vorbildichen Aktionen des Klimaschutzkonzepts gewürdigt.

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Ein umfassender Artikel auf dem Internetportal www.kommunal-erneuerbar.de beschreibt die beispielgebenden Aalener Aktionen. Die Stadt habe ihre Bereitschaft, die kommunale Energiewende gemeinsam mit der Bürgerschaft umzusetzen, schon vielfach unter Beweis gestellt, schreibt die Redaktion.

Minister Hermann lobt Grünkonzept Aalens

Mit der Initiative MITTENDRIN IST LEBEN will das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg gute Praxisbeispiele landesweit bekannt machen und den Erfahrungsaustausch zwischen den Akteuren befördern. Dafür wurden beispielgebende und nachhaltige Projekte, Maßnahmen und Konzepte gesucht, die zur Stärkung der Lebensqualität in Städten beitragen. Dazu gehören insbesondere gut vernetzte und gestaltete innerstädtische Grünflächen. 60 Kommunen hatten sich mit mehr als 100 innovativen Beiträgen an dem Wettbewerb beteiligt.

In der Kategorie „Integrierte Grünkonzepte der Stadtentwicklung“ wurde neben fünf weiteren Beiträgen aus Backnang, Bad Saulgau, Karlsruhe, Pfullingen und Ulm die für die Landesgartenschaubewerbung 2015-25 entwickelte Aalener Grünkonzeption „Grünes Netz Stadtnatur–potenziaal“ als landesweit beispielhaft ausgewählt. Die Konzeption baut auf langfristigen Zielen der Stadt auf, die im Landschaftsplan und in zahlreichen Planungen der Stadtentwicklung und Innenstadtsanierung verankert sind.

Das Grünvernetzungskonzept wurde 2009 von Gemeinderat als Basis für die künftige Entwicklung Aalens beschlossen. Ein Projektelement des Aalener Wettbewerbsbeitrags ist die künftige Entwicklung im Stadtoval. Ein neues innerstädtisches Quartier in der Mitte der Stadt soll neue Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten bieten. Eine grüne Quartiersmitte sorgt für eine hohe Aufenthaltsqualität. Diese soll auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der umliegenden Stadtteile zu Gute kommen.

Damit wird die in Aalen seit langen Jahren gute Praxis fortgesetzt, dass urbane Entwicklungen nur auf Basis einer fundierten Landschaftsplanung tragfähig sind. Die Wettbewerbsbeiträge werden in einer Wanderausstellung in verschiedenen Orten des Landes gezeigt und im Februar 2014 auch in Aalen Station machen. Am 14. Februar 2014 wird der international tätige Landschaftsarchitekt Johann Senner im Aalener Rathaus im Rahmen der Vortragsreihe „Baukultur“ einen Vortrag zum Thema GRÜN in der Stadtentwicklung halten.

© Stadt Aalen, 07.11.2013
Auszeichnung für den Interkulturellen Garten und für das Projekt "Aalen nachhaltig (er)Leben.

UNESCO zeichnet Dekade-Projekte aus

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Kommunen und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)“ sind zu ihrem jährlichen Arbeitstreffen in Aalen zusammengekommen. Im Rahmen dieser Tagung hat die deutschen UNESCO-Kommission zwei Projekte der Aalener Lokalen Agenda 21 ausgezeichnet. In Vertretung des erkrankten Vorsitzenden der UN-Dekade, Prof. Dr. Gerhard de Haan, überreichte der Vorsitzende des Arbeitskreises „Kommunen und BNE“, Jürgen Forkel-Schubert, Urkunden und Fahnen an den Interkulturellen Garten Aalen und das Projekt: Aalen nachhaltig(er)Leben - erlebnisorientierte BNE der Stadt Aalen und ihrer Projektpartner. Der Interkulturelle Garten Aalen ist im Rahmen der „Kulturküche Aalen e.V.“ entstanden und ist Teil der städtischen Lokalen Agenda 21. Der Garten wird von 18 Familien aus unterschiedlichen Kulturkreisen ökologisch bewirtschaftet. Nachhaltigkeit stellt in dem handlungsorientierten Konzept ein Querschnittsthema dar. Der Garten ist zu einem das Stadtteil prägenden Bestandteil geworden, der die soziale Nachhaltigkeit lebendig werden lässt. In wöchentlichen Bildungseinheiten wird im Interkulturellen Garten z.B. auf Klima- und Bodenbedingungen in ihren Heimatländern eingegangen, wo oftmals biologisches Gärtnern und nachhaltiges Leben nicht möglich ist. Besonders gefiel dem Laudator das neueste Bildungsprojekt im Garten, eine Imkerei. In regelmäßigen Treffs mit den Gärtnerinnen und Gärtnern werde die Bedeutung der Bienen für das menschliche Leben und das Ökosystem vermittelt. Bereits zum dritten Mal wurde das Projekt „Aalen nachhaltig(er)leben„ ausgezeichnet. Die Lokale Agenda 21 hat 2008 ihr 10-jähriges Bestehen zum Anlass genommen, in einer breit angelegten Veranstaltungsreihe Ziele und Ergebnisse der Nachhaltigen Entwicklung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Kooperation zwischen Agendarat, Agendabüro und Hochschule wurde eine Konzeption mit zwei Komponenten entwickelt, indem unter dem Motto Nachhaltigkeit erleben in Aalen die Aktivitäten und Ergebnisse der Lokalen Agenda 21 der Öffentlichkeit vorgestellt werden und Vorbilder und Handreichungen für eine nachhaltige Lebensweise der Bürger zur Verfügung gestellt werden. Beispiele für Veranstaltungen sind Programmkino, Infotage Energie, Tage der Region, Projekttage, Kulturküche, Exkursionen sowie Vorträge und Vortragsreihen im Rahmen von Agenda–Veranstaltungen und dem Studium Generale.