5. Aalener Energietour: Energieeffizienz und regenerative Energien

Als Teil der Veranstaltungen des Energietages Baden-Württemberg veranstaltete der Energietisch der Lokalen Agenda 21 zusammen mit dem Förderverein Wind- und Wasserkraft Ostalb am 25. September 2010 eine Busexkursion.

Zuerst ging es zum Windpark Gnannenweiler. Neun Windräder stehen verteilt auf einer großen, weiterhin landwirtschaftlich genutzten Hochfläche. Dies war auch der erste positive Aspekt: Außer einer Kranstellfläche von wenigen Ar und einem Zufahrtsweg beansprucht eine Windkraftanlage keine Fläche.

Erwin Schweizer, Geschäftsführer einer der beiden Betreiberfirmen, erläuterte, dass zwei der Windräder sogenannte „Bürgerwindräder“ seien, d.h. sie gehören etwa 140 Kommanditisten aus der Umgebung. Die anderen gehören Stadtwerken und einer Investmentgesellschaft.

Jährlich werden etwa 30 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugt und ins Stromnetz eingespeist. Dies geschieht über eine eigene Trafostation in das 110 000 V – Hochspannungsnetz.

Neben dem Windpark befindet sich die größte Freiflächen-Photovoltaikanlage der Region mit einer Nennleistung von 6,4 Megawatt, die jährlich etwa 6 Mio. Kilowattstunden Strom ins Netz einspeisen wird. Da Photovoltaik- und Windstromeinspeisung häufig gegenläufig sind, trägt die PV-Anlage positiverweise zur Verstetigung der Einspeisung bei. Laut Erwin Schweizer konnten beide Anlagen im Einvernehmen mit den Anwohnern realisiert werden.

Anschließend ging er zur sanierten Kläranlage des Abwasserzweckverbandes Rosenstein bei Böbingen. Wie Dipl. Ing. (FH) Ronald Förstner vom planenden Ingenieurbüro Bäuerle&Partner erläuterte, sind Kläranlagen sehr große Stromverbraucher. Standardmäßig dürfte eine Kläranlage dieser Größe etwa 1,2 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchen. Durch besonders effektive Belüfter, Pumpen und Regelungen konnte dieser Wert auf 800 000 Kilowattstunden gesenkt werden. Und dieser Strombedarf wird zu 60 % selbst erzeugt! Der entstehende Klärschlamm wird in einem großen Faulturm ausgefault. Dabei entsteht Klärgas, das in zwei Blockheizkraftwerken in Strom umgewandelt wird. Die entstehende Wärme wird ebenfalls in der Kläranlage genutzt. Positive Folge ist, dass seit Inbetriebnahme der BHKW´s kein Heizöl mehr benötigt wurde, um den Wärmebedarf der Kläranlage zu decken.

Ferner sind geeignete Dachflächen mit einer Photovoltaikanlage bestückt und als I-Tüpfelchen wird gerade ein kleines Wasserkraftwerk geplant, das den Höhenunterschied zwischen dem Wasserauslauf der Kläranlage und der Rems zur Stromerzeugung nutzen soll.

Beeindruckt von der blitzsauberen Anlage, die eher wie ein Chemiewerk als wie eine übliche Kläranlage aussieht, verabschiedeten sich die Teilnehmer Richtung Aalen.
© Stadt Aalen, 30.09.2010