50 Jahre Aalener Hallenbad (26. Juli 1963 bis 26. Juli 2013)

Im Hallenbad gibt es heute, Freitag, 26. Juli 2013, zahlreiche Aktionen: Eintrittspreise wie vor 50 Jahren, Bildergalerie von den Anfängen, Technikführungen hinter den Kulissen, Weißwurstfrühstück, Livemusik mit >>Lombapack<<, Kaffee und Kuchen, Hallenbad-Quiz, Aqua-Einheiten in der Schwimmhalle und Infos zum Saunieren.

Das Aalener Hallenbad ist heute eine Selbstverständlichkeit. Schwimmen im 25-Meter-Becken, ein Warmwasser-Becken zum Relaxen, Aqua-Sportangebote und Aquakurse, Saunieren sowie ein Fitnessraum mit zeitgemäßen Geräten komplettieren das Angebot. Das was heute als Selbstverständlichkeit vorhanden ist, war zur damaligen Zeit bestenfalls ein großer Wunsch.

$(text:b:Entstehungsgeschichte des Aalener Hallenbades:)$

Der Wunsch nach Errichtung eines Hallenbades wurde in der Bürgerschaft, vor allem bei der Jugend, schon lange gehegt. Ebenso war dieser Gedanke im Gemeinderat und der Stadtverwaltung vorhanden. Dabei kam immer wieder die große Bedeutung des Schwimmens für die Gesunderhaltung nicht nur der Jugend, sondern der ganzen Bevölkerung zum Ausdruck.

Wohl hatte die Stadt Aalen seit 1892 im Hirschbach ein Freibad, das 1927/28 zu einer für die damalige Zeit vorbildlichen Anlage erweitert wurde und in den Jahren 1938 und 1953 eine wesentliche Verbesserung erfahren hatte. Weiterhin kamen im Jahr 1938 das Freibad in Unterrombach und im Jahre 1959 das Freibad Spiesel in Wasseralfingen hinzu. Die Benützung der Freibäder ist jedoch nur auf wenige Monate des Jahres beschränkt, während der Wert des Schwimmens erst bei einer regelmäßigen ganzjährigen Ausübung zur vollen Wirkung kommt. Deshalb wurde der Plan zum Bau eines Hallenbades von Schichten der Bevölkerung freudig begrüßt und mit regem Interesse verfolgt.

Von Anfang an strebte die Stadt nach einem günstigen Platz in zentraler Lage. Von besonderer Wichtigkeit war, dass dieser Platz in unmittelbarer Nachbarschaft des damaligen Gaswerks liegen soll, denn es sollte das im Gaswerk überschüssige heiße Wasser für das Hallenbad zu verwerten sein und den räumlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Zusammenschluss mit den Stadtwerken Aalen ermöglichen.

Als es gelungen war, im Gewand „Bleichgarten“ Grundstücke zu erwerben, welche diese Forderungen und Wünsche erfüllten und deshalb für den Bau eines Hallenbades bestens geeignet erschienen (Bauplatzbestimmung war am 12.06.1958), ging es zügig auf das gesteckte Ziel zu.

Der Verwirklichung aber standen durch die Ungunst der Zeiten (zwei verlorene Weltkriege, zwei Währungsreformen) und die gewaltigen Aufgaben einer Wachstumsstadt wie Aalen fast unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen.

Der zündende Gedanke, den Weg zur Planung und Verwirklichung des Hallenbades einzuschlagen, ging damals aus der Vorbereitung der 600-Jahr-Feier aus dem Jahre 1960 und damit aus dem alten freien Reichsstädtergeist hervor: Anlässlich der Beratungen am 14. Mai 1959 über eine Jubiläumsfeier im Jahre 1960 zur Erinnerung an die Verleihung der einstigen Reichsfreiheit an die Stadt Aalen vor 600 Jahren beschließt der Gemeinderat auf Vorschlag der Stadtverwaltung, den bei Jahrhundertfeiern in den Städten üblichen großen historischen Festumzug nicht durchzuführen, sondern die zu ersparenden Kosten von 100.000 DM als ersten Grundstock für ein Hallenbad einer Rücklage zuzuführen und im Jubiläumsjahr (1960) einen Wettbewerb für den Bau eines Hallenbades auszuschreiben (Abgabetermin war 31.03.1960) und die Stadtverwaltung mit der Aufstellung eines tragbaren Finanzierungsvorschlages für ein Hallenbad zu beauftragen.

Kaum war dieser erste finanzielle Grundstock gelegt und der Architektenwettbewerb durchgeführt, da glich die Ausführung des baureifen Planes einer guten Kettenreaktion: in einer Bauzeit von zwei Jahren und drei Monaten und mit Baukosten von rund 4.150.000 DM entstand das für seine Zeit großzügige, außerordentlich wirtschaftliche und moderne Hallenschwimmbad, das für alle Bürger, insbesondere für die Jugend, körperliche Ertüchtigung, Entspannung und Erholung, Gesundheit, Spiel und Sport bietet.

$(text:b:So badete man damals im Hallenbad:)$

Die Aalener konnten nun das Schwimmen ganzjährig erlernen und betreiben. Mit dem wettkampfgerechten 25-Meterbecken nebst 1- und 3- Meter-Sprunganlage wurden Sport, Freizeit und Spaß groß geschrieben. Jedoch nur, bis der Bademeister einen Badegast entdeckte, der ungeduscht zum Schwimmen ging. Das wurde damals noch richtig streng gesehen.

Für die Körperreinigung gab es im Hallenbad Wannenbäder und Brausen.

Da zur damaligen Zeit kaum jemand zuhause ein Badezimmer hatte, wurden daher für 1,50 DM die Hygienebäder im Hallenbad häufig genutzt. Die beiden Aufsichtsdamen der Abteilung „Wannenbäder und Brausen“ sorgten für den reibungslosen Ablauf und verhinderten einmal sogar das Putzen eines Fahrrads in der Wanne. Zwei größere Wannen wurden intern als „Familienwanne“ tituliert und auch so von den Kunden genutzt. Wer kennt das nicht aus der damaligen Zeit: Die ganze Familie badete im gleichen Nass.

$(text:b:Weitere Entwicklung)$

Da im Laufe der Zeit die Besucherzahlen immer mehr nachließen, wurden Überlegungen getätigt, das Aalener Hallenbad attraktiver zu machen.

So beschloss am 1.8.1977 der Aalener Gemeinderat einen Erweiterungsbau des Hallenbades um ein Warm- und ein Kinder-Planschbecken für 2.900.000 DM einschließlich der Möglichkeit des Sonnenbadens auf der Freiterrasse und im Solarium. Die Badegäste konnten diese Neuerungen dann ab 3.5.1979 nutzen.

Zum 1.4.1986 wurden die Jahreskarte im Hallenbad und die Kombikarte >>Hallenbad mit Freibad<< eingeführt. Zudem brauchten Kinder unter 6 Jahren keinen Eintritt mehr zu bezahlen. Weiterhin wurden Überlegungen zur Ausrichtung des Hallenbades in ein Freizeitbad gemacht, um die Attraktivität des Hallenbades weiter zu erhöhen.

Der Bademützenzwang wurde 1987 abgeschafft.
Die Umgestaltungsmaßnahmen gingen weiter. Es wurde ein Fitnessraum mit Kraftmaschinen und ein Freizeitbereich mit Billard-Tisch und Tischfußball errichtet. Die Kosten hierfür betrugen rund 600.000 DM. Die Wannen- und Duschbäder wurden hierfür komplett entfernt. Das so umgestaltete Hallenbad in ein Freizeitbad war seit Januar 1988 für die Badegäste nutzbar.

Im Jahr 1988 wurde die Badewasseraufbereitung des Schwimmbeckens komplett erneuert. Das Becken selbst erhielt eine Vertikaldurchflutung, die Verschmutzungen schnell über die Überlaufrinnen in die erneuerten Filter transportiert.

Vom 16. Mai 2002 war das Hallenbad über Monate geschlossen. Im Zuge der Dachsanierung der großen Schwimmhallte erhielt diese auch eine neue Lüftungsanlage. Die Stadtwerke investierten hier 1,2 Mio. €. Die in den 60ern gebaute Spannbetondecke wurde von Hand und daher unzureichend verdichtet. Atmosphäre und Wasser drang zu den Stahldrähten. Probebohrungen ergaben Korrosion am Stahl. Das Hallenbad wurde am 26. November 2002 wieder eröffnet.

Das Bad ist zwar relativ klein und hat keine Rutsche, erfüllt aber sonst seinen Zweck noch wunderbar. Seit 1962 zählt das Hallenbad über 9 Millionen Badegäste!
© Stadt Aalen, 26.07.2013