"70 Prozent des Ziels bis Ende des Jahres erreicht"

Kleinkinderbetreuung wird ausgebaut

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„Bis spätestens Ende des Jahres wird es in Aalen 70 Tagesbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren geben. Weitere 57 Kinder unter drei Jahren werden derzeit von Tagesmüttern betreut. Damit sind bereits Ende des Jahres 70 Prozent des im Kindertagesbetreuungsplans bis 2010 ausgewiesenen Ziels von 180 Plätzen erreicht“, über dieses Ergebnis freute sich Oberbürgermeister Martin Gerlach bei der heutigen Vorstellung zur Situation der Kleinkinderbetreuung in Aalen.

$(text:b:Tagesbetreuungsausbaugesetz)$

Das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) schreibt den „bedarfsgerechten Ausbau“ unter anderem auch von Betreuungsmöglichkeiten für Kinder unter drei Jahren vor. Das TAG geht bei dem Begriff des bedarfsgerechten Ausbaus davon aus, dass Plätze für Kinder vorzuhalten sind, wenn beide Eltern oder Alleinerziehende berufstätig beziehungsweise in Ausbildung sind, an Fort- und Weiterbildungen teilnehmen oder ohne diese Leistungen das Wohl des Kindes nicht gewährleistet ist. Dieser Bedarf wird für Aalen in Abstimmung mit dem Landratsamt als Jugendhilfeträger derzeit noch mit zehn Prozent als erfüllt angesehen. Der Kindertagesbetreuungsplan der Stadt Aalen geht daher davon aus, dass bis 2010 180 Plätze geschaffen werden. Dies entspricht den bereits erwähnten zehn Prozent. Davon sollen 90 Plätze in Tageseinrichtungen entstehen und weitere 90 in Form der „Tagespflege“, also durch Tagesmütter oder Tagesväter, die der Verein „P.A.T.E.“ vermittelt. Sie sind im TAG den Krippenplätzen gleichgestellt.

$(text:b:Tagesbetreuungsplätze entstehen)$

Zur Zeit entstehen im katholischen Kindergarten St. Maria in der Jahnstraße zehn Plätze. Bis November dieses Jahres baut die evangelische Kirchengemeinde im Kindergarten Lilliput in der Wilhelm-Merz-Straße 20 Tagesbetreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Weitere acht Plätze schafft die Weiler´mer Zwergenstube in der Weststadt. Zusammen mit den kürzlich geschaffenen sechs Plätzen im evangelischen Kindergarten Purzelbaum im Pelzwasen, den bereits bestehenden zehn Plätzen der Arbeiterwohlfahrt und insgesamt 16 Plätzen in den städtischen Kindergarten Hokuspokus und Greut können bis Ende dieses Jahres 70 Kinder unter drei Jahren in Einrichtungen betreut werden.

Seit 2005 können in einigen Aalener Kindergärten in begründeten Ausnahmefällen auch Kinder ab zwei Jahren aufgenommen werden. Zur Zeit nutzen 35 Kinder diese Möglichkeit.


$(text:b:Rund 1,5 Millionen Euro Investitionsaufwand für drei aktuelle Großprojekte in den Kindergärten)$

Die Umbau-, Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen in den Kindergärten St. Maria und Lilliput kosten rund 1,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind auch die Anteile für Krippenplätze in Höhe von zirka 170 000 Euro. Darüber hinaus saniert die evangelische Kirche Fachsenfeld derzeit den Kindergarten Lebensbaum. Die Kosten hierzu belaufen sich auf rund 391 000 Euro. Die Stadt Aalen fördert diese drei Großprojekte mit einem Zuschussvolumen von rund 960 000 Euro.

$(text:b:Neue Ausbauziele der Bundesregierung)$

Nach der Initiative von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und dem Koalitionsbeschluss der Bundesregierung zum weiteren Ausbau der Kleinkindbetreuung wird nun als eine bedarfsgerechte Versorgung bundesweit eine Quote von 35 Prozent für notwendig angesehen. Dies würde bedeuten, dass für mindestens jedes dritte Kind unter drei Jahren in Aalen ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen muss. Geht man davon aus, dass 2013 in Aalen rund 1 800 Kinder unter drei Jahren leben, müssten bis zu 630 Plätze zur Verfügung stehen; nach der derzeitigen Planung würde dies 315 Plätze in Tageseinrichtungen und 315 in Tagespflege bedeuten.

Ob im ländlichen Raum tatsächlich ein Bedarf von 35 Prozent gegeben ist, ist aus Sicht der Stadtverwaltung fraglich. Die Verwaltung geht vielmehr von einer Versorgungsquote von 20 Prozent aus. Die Entwicklung muss jedoch intensiv beobachtet und gegebenenfalls fortgeschrieben werden.

Noch offen ist die Frage, wie und von wem die Krippenplätze finanziert werden. Aus Sicht der Verwaltung muss der größte Teil davon von Bund und Land übernommen werden.

$(text:b:Betriebsaufwendungen in Höhe von 7,1 Millionen Euro)$

Die Stadt Aalen wendet für das Kindergartenwesen jährlich für die laufenden Betriebskosten rund 7,1 Millionen Euro auf.
© Stadt Aalen, 26.06.2007