Aalen – eine internationale Erfolgsgeschichte vom „Aalener Ausländerfeschtle“ zu Aalen City International

Es ist fast nicht zu glauben, aber in Aalen leben Menschen aus 122 Nationen. Dieser bemer-kenswerte Umstand und die Tatsache, dass Aalens schönstes Innenstadtfest, das Internationa-le Festival, dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, waren Anlass die diesjährige Sommeraktion von ACA (Aalen City Aktiv) unter das Motto– Aalen City international – zu stellen. Mit dem Internationalen Festival wird die Sommer-aktion 2013 am 22. Juni eröffnet werden.

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Offiziell feiert das Internationale Festival in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag – inoffiziell gibt es aber das multikulturelle Straßenfest schon viel länger. Bereits 1979 feierte man in Aalen eine Woche lang die Europa-Woche in der Aalener Innenstadt mit einem vielseitigen Programmangebot an Vorträgen und Filmvorführungen, einem französischen Chansonabend und einem bunten Straßenfest mit einem „Angebot der Gastarbeiter aus den Ländern Europas“, wie es damals in der Zeitung hieß. Veranstalter dieser Woche waren die VHS Aalen und die Stadtverwaltung Aalen. Der große Erfolg bewog die VHS Aalen zu einer Neuauflage im nächsten Jahr. 1980 fand eine einwöchige Veranstaltung mit dem vielsagenden Namen „VHS-Kaleidoskop“ statt, dazu wurde extra ein Zelt als „provisorisches Kulturzentrum“ aufgestellt, die landestypische Bewirtung übernahmen Spanier, Italiener, Türken – in jeder Ecke eine andere Nation. Der damalige Leiter der VHS und Initiator der Multikulti-Feste war Dr. Jeschke, der bereits erkannt hatte, dass gemeinsames Feiern mit Menschen aus aller Welt am schnellsten zu gegenseitigem Respekt und Toleranz führen.

Schnell war allen Beteiligten klar, dass dieses Fest einer jährlichen Neuauflage bedurfte. Dies war die Geburtsstunde des Arbeitskreises Ausländer-Inländer, ein Verein, der sich aus engagierten Aalenern aus mehreren Na-tionen zusammensetzte und der sich unter anderem die jährliche Organisation und Durchführung des Internationalen Festes zum Ziel gesetzt hatte. Der Verein war im Jahre 1983 die Keimzelle für die Festival-Organisation. Gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Aalen stellte man jedes Jahr ein attraktives Stadtfest auf die Beine, das von anfänglichen improvisierten Verkaufsständen und kulturellen Auftritten ohne Technik zu einem zunehmend professionalisierten Angebot mit hochkarätigem Kulturprogramm auf bis zu drei Bühnen in der Innenstadt wurde.

Das Festival dehnte sich vom Rathausvorplatz bis zum Marktbrunnen und auf dem alten Kirchplatz aus.

Nachdem sich der Arbeitskreis auflöste, sprang die Stadt Aalen ein und übernahm die Durchführung und Organisation des Festivals in Eigenregie, um das liebenswerte „Ausländerfeschtle“ – wie man es damals nannte, vor dem Aus zu retten.
© Stadt Aalen, 13.06.2013
Die Band "Safkan"
$(text:b:Festival-Aufbau)$ Üblichweise beginnt der Aufbau der Verkaufsstände und Bühnen für das Internationale Festival erst am Samstag nach Abbau des Wochenmarktes und am Sonntagabend wird alles wieder weggeräumt und für s nächste Jahr eingepackt. Zum Jubiläumsjahr 2013 soll das etwas an-ders sein: Das Fest geht dieses Mal über drei Tage und der samstägliche Wochenmarkt weicht zugunsten des Festivals auf den Freitagvormittag aus. Der traditionelle Termin am zweiten Wochenende im Juli musste dieses Jahr aufgrund des Ramadan aufgegeben werden. $(text:b:Festivalprogramm 2013)$ Das 30. Internationale Festival steigt vom 21. bis 23. Juni 2013 in der Aalener Innenstadt mit einem attraktiven und interessanten Programm. Auf den beiden Bühnen auf dem Marktplatz geht’s am Freitagabend, 21. Juni, schon richtig zu Sache: Das Band-Projekt $(text:b:„The Refugees“)$ gastiert im Rahmen seiner Deutschlandtournee in Aalen und zwar am Freitag, 21. Juni, 20 Uhr, auf der Bühne vor dem Rathaus. Die Idee zu dem Projekt entstand 2011. Der deutsche Liedermacher Heinz Ratz fuhr damals mit dem Fahrrad durch die Republik und gab Konzerte in über 80 Städten. Dabei lernte Ratz exzellente Musiker aus aller Welt kennen. Einige waren Asylsuchende, die in den Flüchtlingsheimen auf ihr Verfahren warten, und sind in ihren Heimatländern bekannte und erfolgreiche Künstler. Mit ihnen initiierte Heinz Ratz und seine Band Strom und Wasser „The Refugees.“ Als Schlagzeuger bei diesem Bandprojekt ist der Aalener Thomas Göhringer mit von der Partie. Zeitgleich musiziert die polnische Band $(text:b:„DIKANDA“)$ auf der Bühne am Marktbrunnen. Dieses Ensemble ist in Aalen bestens bekannt und sehr beliebt, waren sie doch schon zwei Mal zu Gast beim Internationalen Festival und haben den Marktplatz jedes Mal zum Tanzplatz gemacht. Am Samstagmorgen gibt’s dann ein Frühstück international und um 11 Uhr wird Oberbürgermeister Martin Gerlach gemeinsam mit den Vertretern der christlichen Kirchen und dem Iman der Ditib-Moschee das Festival eröffnen. Mit einem bunten Angebot an Folkloretänzen und Musikgruppen geht’s dann weiter bis am Samstag-Abend vor dem Rathaus die irische Band $(text:b:„NUA“)$ zu hören sein wird und auf der Bühne beim Marktbrunnen als schwäbisches Eigengewächs $(text:b:„Herr Diebold und Kollegen“)$. Mit ihrem eigens komponierten Aalen-Song, stehen sie insbesondere für unsere Stadt und das Wir-Gefühl der Aalener Bürgerinnen und Bürger aus nah und fern. Der Sonntag gehört ganz den Familien und den Kindern, auf dem alten Kirchplatz findet ein Kinderprogramm statt, organisiert vom Kinderschutzbund und der Agentur kinderstadtleben. Dazu gibt`s Informationen über die beteiligten Vereine, Institutionen und Gruppen, es gibt Gelegenheit zum Schwätzen und zum Probieren von lukullischen Köstlichkeiten aus aller Herren Länder. Wie vor über 30 Jahren wird auch die Jugendkapelle am Sonntag mit dabei sein und beim Internationalen Festival darf auch die Multicultural Band der Schillerschule nicht fehlen. Das Internationale Festival hat eine Geschichte, die sich über 30 Jahre erstreckt. Der damals geborene Gedanke, über gemeinsames Feiern Verständnis und Interesse an der jeweils anderen Kultur zu wecken, hat sich bewährt. Freuen wir uns an der bunten Vielfalt der Völker und Nationen, die auch in Aalen für ein interessantes und bereicherndes Leben sorgen. „122 Nationen – eine Stadt – wir sind Aalen“ Informationen zum Festival erhalten Sie bei Karin Haisch, Kulturamt der Stadt Aalen, Telefon 07361 52-1110. E-Mail: $(link:m:kulturamt@aalen.de|kulturamt@aalen.de)$