Aalener Bauhof gut gerüstet für Schnee und Eis

Vom goldenen Spätsommer ins weiße Winterland. Ende Oktober bekam die Region einen kleinen Vorgeschmack auf den Winter mit Temperaturen um die Null Grad und Schnee. „Kein Problem für uns“, lächelt der Leiter der Bau- und Grünflächenbetriebe der Stadt, Georg Fürst. Der städtische Winterdienst ist auch für überraschende Wetterkapriolen gewappnet. Der Einsatzplan für die zehn großen Räum- und Streufahrzeuge und die 13 Handräumkolonnen funktioniert.

(© )
Keine einfache Aufgabe in einer Flächenstadt mit 340 Straßenkilometern. Der Räum- und Streudienst ist detailliert geregelt in einem 80 Seiten umfassenden Winterdienstplan. Geräumt wird nach drei Kategorien zwischen 4 und 22 Uhr. Wenn der Streckendienst um 3 Uhr die Teams zum Einsatz ruft, rücken die Großräumfahrzeuge erst mal aus, um die wichtigsten zehn Routen, das sind vielbefahrene Strecken, Hauptverkehrsstraßen und Buslinien zu räumen. Stufe zwei sind Gemeindeverbindungsstraßen und Hauptzufahrten zu Wohngebieten und Steilstrecken.

Zuletzt kommt das Straßennetz in Wohngebieten und Anliegerstraßen in 30er-Zonen. Wenn es heftig schneit, kann es sein, dass die Trupps nach der ersten Runde von rund zweieinhalb Stunden in der Stufe 1 weiterarbeiten müssen.
© Stadt Aalen, 21.11.2012
Auch die Fahrzeuge des Winterdienstes stehen schon in den Startlöchern.

860 Tonnen Streusalz-Vorrat

Auf die Straße kommt 70 Prozent Streusalz, das mit 30 Prozent Salzlauge angefeuchtet ist. „Das verwirbelt nicht und die Tauwirkung setzt sofort ein“, erklärt Fürst. Das tut der Umwelt und dem Stadtsäckel gut: es wird rund 50 Prozent weniger Salz benötigt als früher. 860 Tonnen Vorrat hat der Bauhof in seinen Silos, 680 in der Kernstadt, und je 90 in Unterkochen und Ebnat. 1.400 Tonnen Salz werden in Aalen in einem „normalen“ Winter benötigt, „im harten langen Winter 2010 waren es 2.400 Tonnen“, erinnert sich Fürst. Mit 7 Kleinfahrzeugen und 13 Handräumkolonnen bearbeitet der Räum- und Streudienst außerdem öffentliche Plätze, Fußgängerüberwege und Flächen an städtischen Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten. Hier wird überwiegend Lavagranulat eingesetzt, das leichter ist als Splitt und sich nicht in den Kanälen festsetzt. Außerdem ist das Granulat Dünger für angrenzende Grünbereiche. Auch die Bürgerinnen und Bürger haben die Pflicht, ihren Gehweg oder den Straßenrand auf einer Breite von 1,50 Metern zu räumen. Darauf macht Dietmar Kutscherauer vom Aalener Ordnungsamt aufmerksam. Gestreut werden darf Splitt, Sand, Asche oder Lavagranulat. Salz hingegen ist nur bei Eisglätte, auf Treppen und an Steigungen erlaubt. Und auch die Zeiten sind in der Satzung der Stadt vorgeschrieben: werktags ist bis 7 Uhr zu räumen, an Sonn- und Feiertagen bis spätestens 8 Uhr. Die Räumpflicht endet um 20 Uhr. Den Schnee sollte man nicht seinem Nachbarn vor die Türe schippen, aber auch nicht auf die Straße. Ein Schneewall entlang des Bordsteins ist sinnvoll und verhindert, dass der Schneepflug die geräumte Fläche wieder zugeschüttet.