Aalener Delegation nahm an den Bergwerkstagen in Tatabánya teil

Anlässlich der Bergwerkstage vom Freitag, 2. bis zum Sonntag, 4. September in Aalens Partnerstadt Tatabánya reiste eine Delegation mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Eberhard Schwerdtner an der Spitze nach Ungarn.

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Den Auftakt der Bergwerkstage machte am Freitagvormittag eine Konferenz über die aktuelle Situation im Bergbau, wobei besonders auf die vielfältigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme nach der Schließung von Bergwerken eingegangen wurde. Auf Einladung von Tatabányas Oberbürgermeister János Bencsik berichtete Dr. Eberhard Schwerdtner über die jahrhundertealte Tradition des Erzabbaus in Wasseralfingen und den industriellen Wandel in den letzten 60 Jahren.

"Aalen hat mit der touristischen Nutzung des Tiefen Stollens als Schaubergwerk und mit der Einrichtung der Asthmatherapie ein neues Kapitel aufgeschlagen" erläuterte Schwerdtner in seinem Redebeitrag. "Die neue Nutzung der stillgelegten Stollen trägt zur touristischen und damit auch wirtschaftlichen Stärkung von Stadt und Region bei und ist ein Riesenerfolg. Nebenbei werden auf diese Weise die tief verwurzelten Traditionen und Bräuche der Bergleute am Leben erhalten", zeigte der Erste Bürgermeister eine mögliche Perspektive nach dem Ende der Bergbautätigkeit auf.

An der Konferenz nahmen neben Aalen Vertreter aus Tatabányas anderen Partnerstädten Ischewsk (Russland), Bedzin (Polen), Manopello (Italien) und Christchurch (England) teil, von denen einige auf eine lange Bergbautradition zurückblicken und ebenfalls aus erster Hand Erfahrungen beisteuerten.

Der Konferenz schloss sich die Eröffnung einer Fotoausstellung mit Motiven der Bergwerksgeschichte Tatabányas an, wo erstmals im Jahre 1896 Kohle gefördert worden ist. In den folgenden fast 100 Jahren stellte das Bergwerk das Zentrum der wirtschaftlichen Entwicklung dar, bevor in den frühen 1990er Jahren, während der Zeit des politischen Wandels, der Kohleabbau eingestellt wurde. Die aufgelassene Kohlegrube dient heutzutage der Trinkwassergewinnung.

Am Nachmittag legte Oberbürgermeister Bencsik und die Vertreter aus den Partnerstädten in einer Feierstunde am Mahnmal für die insgesamt 576 Kumpel, die im Bergwerk umgekommen sind, einen Kranz nieder. Das weitere Programm sah für die Aalener Delegation, neben Dr. Eberhard Schwerdtner bestehend aus Fachsenfelds Ortsvorsteherin Barbara Fuchs mit Ehemann Karl sowie Stefan Rieger vom städtischen Presseamt, unter anderem die Eröffnung der Bergwerks-Messe und einen Gedenkmarsch in Tatabánya vor.
© Stadt Aalen, 31.08.2005