Aalener Erklärung

  1. In unserer Stadt und in unserem Landkreis leben und arbeiten gemeinsam Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Glaubensüberzeugung und politischer Auffassung. Es sind alte und junge Menschen, gesunde und solche, die durch ihre körperliche oder geistige Behinderung benachteiligt sind. Das Miteinander so vieler verschiedener Menschen erleben wir als eine Bereicherung für unser Leben. Deshalb wollen wir, dass alle diese Menschen ohne Furcht bei uns leben und sich hier heimisch fühlen können.
  2. Wir wissen aus leidvoller geschichtlicher Erfahrung der deutschen Vergangenheit, wohin Intoleranz, Hass und übersteigerter Nationalismus führen können. Deshalb wollen wir die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit auch in unserer engeren Heimat wach halten und uns unserer Verantwortung bewusst bleiben, alles zu tun, dass sich Vergleichbares nie mehr wiederholen kann.
  3. Wir verfolgen mit größter Sorge die zunehmende gewalttätigen Übergriffe, denen bei uns lebende Menschen nur wegen ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe, ihre Behinderung ihrer sozialen Notlage oder ihrer Andersartigkeit ausgesetzt sind. Deshalb wollen wir mit Entschiedenheit gegen jede Art von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, politischem Extremismus und Gewalt von rechts eintreten.
  4. Wir wissen, dass nicht nur durch gewalttätiges Handeln, sondern auch durch haltlose Vorurteile, dumpfe Parolen und verbale Entgleisungen die Würde der Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe verletzt werden. Deshalb wollen wir – jeder einzelne von uns – mit persönlichem Mut und mit Zivilcourage entschlossen dieser menschenverachtenden Intoleranz entgegentreten.
  5. Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass oft gerade junge Menschen der Gefahr extremistischer politischer Indoktrination ausgesetzt sind. Deshalb wollen wir uns verstärkt um diese gefährdeten jungen Menschen bemühen und durch unser eigenes Verhalten beweisen, dass unsere freiheitliche und demokratische Ordnung es wert ist, für sie einzutreten und sie zu verteidigen.
  6. Wir wissen um die vielfältigen Verfolgungen von Menschen aus rassischen, politischen und religiösen Gründen in vielen Ländern unserer Erde. Deshalb wollen wir Menschen, deren Leib und Leben in ihrer Heimat ernsthaft bedroht sind, nach dem in unserem Grundgesetz garantierten Asylrecht Hilfe und Zuflucht bei uns bieten und ein Leben in Anstand und Würde ermöglichen.
  7. Wir wissen, dass gegenseitiges Verstehen und Solidarität, Mitmenschlichkeit, Toleranz und die Achtung der Würde des Anderen Grundlage allen menschlichen Zusammenlebens sind. Deshalb bekennen wir uns zu einem friedlichen und toleranten Miteinander aller Menschen in unserer Stadt und in unserem Landkreis.

Resolution des Gemeinderats vom 18. Dezember 2008

Unter Bezugnahme auf die Aalener Erklärung aus dem Jahre 2001 ("Ja zu Toleranz - Nein zu Gewalt, Fremdenfeidlichkeit und Rechtsextremismus") und aus Anlass des 70. Jahrestages der Reichskristallnacht beschließt der Aalener Gemeinderat folgende

Resolution:

Der Gemeinderat der Stadt Aalen nimmt mit großem Bedauern alle Äußerungen von Personen, Gruppierungen und rechten Parteien zur Kenntnis, die die Verbrechen des Naziregimes leugnen oder verharmlosen.

Weiter verurteilt der Gemeinderat der Stadt Aalen (aufs Schärfste) alle Versuche, die zahllosen Opfer des Naziregimes zu verunglimpfen, die wegen ihrer Abstammung, ihrer politischen Überzeugung, ihres Glaubens, aus weltanschaulichen oder sonstigen Gründen zum Tode verurteilt und hingerichtet oder zumindest in ihrer körperlichen oder persönlichen Integrität verletzt wurden.

Anschrift

Rathaus
Marktplatz 30
73430 Aalen

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