Aalener Sprachförderkonzept zeigt Wirkung

Kinder sollen beim Start in die Schule möglichst gleiche Bildungschancen haben. Dazu bietet die Stadt Aalen gemeinsam mit Projektpartnern Kindertageseinrichtungen das Sprachförderkonzept „WortSchatz“ an. Nach den ersten zwei Jahren zieht Johanna Gärtner vom Amt für Soziales, Jugend und Familie eine positive Bilanz: „Die Sprachkompetenz der 233 geförderten Kinder hat sich deutlich verbessert. Mit dem Projekt sind wir auf dem richtigen Weg“.

Eine ganze Reihe von Maßnahmen greifen unter dem Titel „Aalener WortSchatz“ erfolgreich ineinander. Da ist an erster Stelle das Fortbildungsangebot an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd zu nennen, das von der PH und dem Regionalverbund Sprachförderung finanziert wird. Ihm gehören die Städte Aalen, Schwäbisch Gmünd, Heidenheim und Ellwangen an.

20 Erzieherinnen aus 16 Aalener Einrichtungen haben die Ausbildung zur Sprachpädagogin abgeschlossen und setzen das Erlernte in der alltäglichen Arbeit in ihren Einrichtungen um.

Im Rahmen des Aalener Konzepts profitierten zur Zeit neun Einrichtungen von zusätzlichem Fachpersonal mit einem Kostenvolumen von jährlich 200.000 Euro, die der Gemeinderat dafür zur Verfügung gestellt hat. Außerdem fördert der Bund über das Programm „Schwerpunktkita Sprache & Integration“ für die vier Einrichtungen Liliput, St. Franziskus und die Kindertagesstätten im Greut und Milanweg jährlich 100.000 Euro in Personal, Fortbildung und Ausstattung.

„So wirkungsvoll wird das Aalener WortSchatz-Projekt aber auch durch unsere verschiedenen Kooperationspartner mit eigenen Projektschwerpunkten“, ergänzt Annegret von Soosten, Aalener Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen. Die Famili-enbildungsstätte bietet in verschiedenen Kitas Kurse für Migrantinnen an unter dem Motto „Mama spricht deutsch“. Der Aalener Integrationsbeauftragte Michael Felgenhauerorganisiert in Zusam-menarbeit mit der VHS Aalen Kurse zur Schulung der interkulturellen Kompetenz. Und die sechs Rotary-Clubs der Region unterstützen die Sprachpädagoginnen in den Kindertageseinrichtungen mit Fachliteratur und Aufnahmegeräten, damit der Sprachgebrauch der Kinder aufgenommen, analysiert und die Entwicklungsschritte der Sprachförderung dokumentiert werden können.

Zwei Jahre „Aalener WortSchatz“ zeigt vor allem bei den Kindergartenkindern Wirkung, die neben Deutsch eine zweite Muttersprache sprechen. Dies lässt sich im Vergleich der Ergebnisse der Jahre 2010 bis 2012 vor allem bei den Kindern erkennen, die vor der Einschulung stehen. Von Soosten überrascht das nicht: „Kinder mit Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung, die Deutsch als Muttersprache sprechen, haben oft gravierendere Sprachprobleme.“ Dann sei nicht Sprachförderung, sondern eher eine logopädische Behandlung notwendig. Das bestätigt aber auch, dass die Startchancen von Kindern mit Migrationshintergrund steigen, wenn sie sprachlich gefördert werden, bevor sie in die Schule kommen. Im täglichen Miteinander, beim Bilderbuchbetrachten, erzählen und spielen wird Sprache geübt. Überprüft wird die Sprachentwicklung der Kinder anhand von definierten Kriterien wie Sprechweise, Wortschatz, Satzbau, Sprachverständnis und Grammatik.
© Stadt Aalen, 21.06.2012