„Aalenium“ – schlüssiges Konzept für Besucherbergwerk

Der renommierte Architekt, Prof. Werner Sobek, hat dem Gemeinderat ein überzeugendes Konzept zur Ertüchtigung des Besucherbergwerks Tiefer Stollen vorgelegt.

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Alle Fraktionen lobten die Ideen des gebürtigen Aaleners für eine attraktivere und zeitgemäße Präsentation der bedeutendsten touristischen Attraktion der Stadt. Trotzdem stimmte der Gemeinderat mehrheitlich gegen den Einstieg in die Umsetzung ab 2011.

Das passe nicht in die derzeitige Finanzsituation, so die Begründung. Daran ändere auch der zugesagte 50prozentige Zuschuss des Wirtschaftsministeriums in Höhe von 450.000 Euro nichts. Abwarten will man die Museumskonzeption, die unter anderem die Bereiche Geologie, Paläontologie und Industriegeschichte beinhalten wird.

„Nach 22 Jahren ist es an der Zeit, die Infrastruktur den aktuellen Erfordernissen anzupassen,“ führte Oberbürgermeister Martin Gerlach ein. Ansonsten werde sich der Trend rückläufiger Besucherzahlen fortsetzen. In den besten Jahren kamen 70.000 Besucher in einer Saison, heute sind es noch 50.000. Eine ganzjährige Präsentation der Geologie und Industriegeschichte in einem Besucherzentrum könnte neue Besuchergruppen erschließen.

Hier setzen auch die Überlegungen von Professor Sobek an. Sein Konzept orientiert sich an den erforderlichen Funktionalitäten: barrierefreie Asthmatherapie, attraktive Angebote für Kinder, Verweilplätze über Tage und Gastronomie. Die in mehreren Bauphasen zu errichtenden Gebäude sollen sich um einen kleinen Platz mit einem flachen Teich gruppieren. Für eine Verlegung der Straße bestehe keine Notwendigkeit, allerdings müsse das „Mundloch“, die Einfahrt in den Berg, gut sichtbar bleiben.
© Stadt Aalen, 28.04.2010

Errichtung eines Multifunktionsgebäudes

Dafür werde im ersten Bauabschnitt „das Budenchaos beseitigt“, so Sobek. Gleise und Lokschuppen werden verlegt und ein Multifunktionsgebäude errichtet. Vereine, Schulen und Sponsoren könnten sich einbringen und die gute Tradition des bürgerschaftlichen Engagements am Tiefen Stollen fortsetzen und die Gesamtkosten von 3 Millionen Euro reduzieren. Der zweite Abschnitt sieht den Bau eines zweigeschossigen Empfangsgebäudes vor und ein Gebäude für die Lungentherapie. Ein Raum für Ausstellungen ergänzt im dritten Abschnitt das Ensemble. Wert legt Sobek auf eine nachhaltige Bauweise. Die Fassaden der Holzkonstruktionen sollen aus unterschiedlichen Materialien wie Aalenium, Glas und Schiefer bestehen, der Strombedarf wird aus Sonnenenergie gedeckt und die Klimatisierung über Wärmepumpen aus dem Stollenwasser geregelt. „Wir legen großen Wert auf eine gute Baubiologie, die sich durchaus mit einer avancierten Ästhetik verträgt“ betont Sobek.