Absage des Elton John-Konzerts

Aus Sicht der Stadt Aalen bedürfen die Darstellungen zur Absage des Elton John-Konzerts im Waldstadion, die über verschiedene Medien verbreitet wurden, einer Klarstellung.

Der Vorwurf „Ich bin eiskalt angelogen worden, die Stadt hat mit gezinkten Karten gespielt“, den Rolf Weinmann, Geschäftsführer des Veranstalters „Provinztour“, in einem Interview in einer Aalener Tageszeitung am 6. November 2007 erhoben hatte, konnte in einem Telefongespräch, das Oberbürgermeister Martin Gerlach mit Weinmann am Dienstag geführt hat, ausgeräumt werden. Es wurden weitere Vorwürfe entkräftet wie zum Beispiel der, dass die Stadt Aalen sich nicht bemüht hätte, Fußball und Konzert unter einen Hut zu bringen. Beide Seiten haben vereinbart, auch in Zukunft alles daran zu setzen, wieder Open Air-Konzerte mit Weltstars nach Aalen zu holen.



Im Folgenden ist der Verhandlungsgang und die Gründe, die letztlich zur Absage des Elton John-Konzerts geführt haben, nochmals chronologisch dargestellt.



Am 12. Oktober 2007 wurde dem Aalener Veranstaltungspartner von „Provinztour“ durch das Aalener Schul-, Sport- und Kulturamt mitgeteilt, dass die Durchführung eines Open Air-Konzerts im Zeitfenster vom 25. Mai 2008 bis Mitte Juni 2008 möglich sei. Daraufhin wurde die Anfrage vom Veranstalter auf den 4. Juli 2008 präzisiert, wobei der Aufbau am 1. Juli beginnen und der Abbau am 6. Juli abgeschlossen sein sollte. Obwohl diese Termine von vorneherein außerhalb des Zeitfensters lagen, wurde innerhalb der Verwaltung geprüft, ob die Durchführung trotzdem möglich sei. Diese Prüfung hatte ergeben, dass die Regeneration des Rasens in dieser kurzen verbleibenden Zeit zwischen dem 7. Juli 2008 und dem Start der Liga-Saison Ende Juli 2008 zu kurz ist. In einem persönlichen Gespräch am 31. Oktober 2007 wurde nochmals um Lösungen gerungen, die das Konzert doch noch möglich machen sollten.



Diese Bemühungen haben nicht gefruchtet, da die vom Veranstalter sodann vorgeschlagene mehrtägige Abdeckung im Hochsommer unweigerlich die Schädigung des mitten in der Regenerationsphase befindlichen Rasens nach sich gezogen hätte. Vergleiche mit anderen Stadien hinken, da in Aalen zumindest der tonnenschwere Elektronikturm auf dem Rasen und nicht auf einer festgegründeten Tartanbahn, wie zum Beispiel im Stuttgarter Daimler-Stadion, stehen muss. Allein diese Tatsache macht eine mehrtägige, großflächige Abdeckung notwendig. Von einem Zeitraum von 22 Stunden, wie Rolf Weinmann in den Medien verlautbarte, kann somit keine Rede sein.



Selbst für den Fall, dass die zerstörte Rasenfläche nach dem Konzert komplett mit Rollrasen aus sogenannten Dicksoden ersetzt worden wäre, hätte die notwendige vierwöchige Anwuchszeit nicht zur Verfügung gestanden. Die Kosten für diesen Rollrasen lägen im schlimmsten Fall bei ungefähr 170 000 Euro, deren Finanzierung sich aus Steuermitteln verbietet.



Wären durch die zu frühe Benutzung des Rasens dieser wiederum schwer geschädigt worden, hätte die Gefahr bestanden, dass das Waldstadion einen großen Teil der Saison 2008/2009 als Spielstätte komplett ausfällt, da ein Rollrasen für diese große Fläche eine Bestellzeit von über einem halben Jahr hat, ganz zu schweigen von den dann nochmals anfallenden Kosten.

Aus Sicht der Stadt Aalen wäre es unverantwortlich gewesen, wegen eines einzigen Konzerts diese immensen finanziellen Risiken den Aalener Steuerzahlern aufzubürden.
© Stadt Aalen, 06.11.2007