Ältestenräte im Gespräch

Die Vertiefung der Zusammenarbeit und die optimale Abstimmung gemeinsamer Interessen zum Wohl der Region Ostwürttemberg standen im Mittelpunkt einer Sitzung, zu der sich vor kurzem die Ältestenräte der Städte Aalen und Ellwangen eingefunden hatten. Offiziell war es bereits die zweite Zusammenkunft der Gremien: Nach der ersten Kontaktaufnahme im Januar in Aalen hatte dieses Mal Ellwangens Oberbürgermeister Karl Hilsenbek eingeladen. Eine Vielzahl von Berührungspunkten machte deutlich, dass die Möglichkeiten interkommunaler Zusammenarbeit noch nicht erschöpft sind.

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In Anbetracht der immer stärker werdenden Metropolregionen sei, so OB Martin Gerlach und OB Karl Hilsenbek, ein gemeinsames Vorgehen sogar mehr als je angezeigt. Städte, die nicht im unmittelbaren Einzugsbereich einer Metropolregion liegen würden, müssten sich deshalb entsprechend aufstellen und positionieren.

$(text:b:Erster Blick galt der Hochschule)$
Ein erster Blick bei der gemeinsamen Sitzung galt deshalb den Hochschulen und der Bildungslandschaft in den beiden Städten. Die Vorstellung des Eule-Projekts in Aalen und die Entwicklung der dortigen Hochschule zeigte auf, dass man hier bereits auf dem richtigen Weg ist. Mit dem berufsbegleitenden Studium der Fernhochschule Riedlingen habe man, so OB Hilsenbek kein konkurrierendes, sondern ergänzendes Angebot zur Hochschule in Aalen geschaffen.

Der Studiengang „Lebensmitteltechnologie“ sei mittlerweile gut angelaufen und man erhoffe sich, auch wenn die Studierenden momentan mehrheitlich aus den anderen Bundesländern und aus dem deutschsprachigen Ausland kämen, mittelfristig auch eine Attraktivität für die heimische Wirtschaft und die regionale Ausbildung von Fachkräften.

Auch in einem Ausbau der touristischen Zusammenarbeit sehen beide Städte Möglichkeiten, um die Attraktivität der Region für Touristen weiter zu erhöhen. Der Tourismus soll aber nicht an der Landesgrenze aufhören. Aalens Touristikamtsleiter Karl Troßbach schlug deshalb vor, grenzübergreifend eine Zusammenarbeit mit den Städten Dinkelsbühl und Nördlingen anzustreben. Denkbar wäre so z.B. eine Vernetzung der Touristikrouten „Romantische Straße“ und „Deutsche Limesstraße“, von der alle beteiligten Kommunen profitieren könnten.

$(text:b:„Aalen schafft Klima“)$
Gemeinsam stellen sich auch beide Städte der Herausforderung, die angestrebte Energiewende zu schaffen. Mit „Aalen schafft Klima“ und der Gründung der Energiegenossenschaft Ellwangen und deren Aktivitäten hat es hierfür schon frühzeitig erste Schritte in die richtige Richtung gegeben. Erste Erfolge in der Energiebilanz motivieren dazu, dieses Ziel auch weiterhin mit Kreativität und der Beteiligung von Interessengruppen zu verfolgen.

$(text:b:Ausbau der B 29)$
Beim Thema „Ausbau der B 29“ angelangt, mussten die Teilnehmer aber auch erkennen, dass gemeinsam vorgetragenen Forderungen Grenzen gesetzt sind. Aalens Baubürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler wies in ihrer Analyse darauf hin, dass zwar alle Schwachstellen erkannt und die Notwendigkeiten zu deren Abbau niedergeschrieben seien. Die klamme Finanzlage von Land und Bund ließe hier aber keine schnellen Lösungen erwarten.

„Wir müssen hier aber trotzdem ständig am Ball bleiben“, so Martin Gerlach, denn nur über eine interessante Verkehrsanbindung könne man auch zukünftig die Arbeitsplätze in Ostwürttemberg sichern oder neue hinzugewinnen bzw. könne man attraktive Firmen für den Raum gewinnen. Insofern sei es auch unabdingbar, die Bahnverbindung nach Stuttgart attraktiv zu gestalten. So könne es nicht sein, dass auch weiterhin die ältesten Zuggarnituren der Republik auf der Strecke Stuttgart-Aalen verkehren werden. Das gleiche gelte, so Karl Hilsenbek, auch für die Jagst-Bahn, die für die Anbindung der Städte an Nürnberg von hoher Bedeutung sei.

Die abschließende Diskussion hatte zum Ergebnis, dass der Dialog zwischen den beiden Städten auch in Zukunft fortgeführt werden solle, um die als gemeinsam erkannten Ziele effektiver und mit Nachdruck verfolgen zu können.
© Stadt Aalen, 23.11.2011