Agendagruppe "Tauschring Aalen"

Auftaktveranstaltung am Montag, 20. Oktober 2003 im Ev. Gemeindehaus
Martha K. strickt Socken für Anton F.; dieser schneidet die Hecken für Gerd L., der wiederum hilft Martha K. ihren Computer zu verstehen. Organisierte Nachbarschaftshilfe nennt sich dieses System, das ganz ohne Geld auskommt.

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten nimmt das Interesse an Tauschringen ständig zu. Grund genug auch in Aalen einen Tauschring zu gründen:

Einige engagierte Bürger aus Aalen wollen dazu am $(text:b:Montag, 20. Oktober 2003)$ im Rahmen der Lokalen Agenda 21 eine Projektgruppe „Tauschring in Aalen“ gründen. Die Initiatoren für die Projektgruppe sind bisher Mitglied im Tauschnetz Bumerang in Schwäbisch Gmünd. Da in letzter Zeit dort immer mehr Anfragen und Angebote aus Aalen eingingen, kam ihnen die Idee einen eigenen Tauschring in Aalen zu gründen.

$(text:b:Warum Tauschringe?)$
Es sind nicht nur ökonomische Gründe, die die Menschen bewegen in einem Tauschring aktiv zu werden. Für die einen sind es christliche Motive; weil es schön ist und Spaß macht anderen zu helfen. Manche sind neu in der Stadt und suchen Kontakte und Freunde. Andere wollen die Müllberge nicht noch weiter anwachsen lassen, weil durch gemeinsame Maschinenbenutzung oder der Reparatur kaputter Geräte sich dieser verringern lässt. Wiederum andere brauchen Hilfe, weil sie für bestimmte Tätigkeiten zu alt oder krank sind, sehr wohl aber sonstige Tätigkeiten gerne ausführen können. Und nicht wenige streichen lieber die Wohnung oder graben ein Loch für eine Wäschespinne im Garten als dass sie ihre Hemden bügeln; frei nach dem Motto: ab sofort mache ich das was ich gerne und gut kann – und gebe ab, was ich nicht kann oder nicht gerne macht. Und letztere wollen Arbeit neu bewerten und misstrauen dem Geldsystem mit ihrem Zins und Zinsenzins. Jede/r hat andere Fähigkeiten und Talente und eben diese Vielfalt macht den Reiz aus. Durch dieses Geben und Nehmen wird viel Lebensqualität geschaffen.

$(text:b:Wie funktioniert ein Tauschring ?)$
Angebote und Gesuche der Teilnehmer stehen in einer Marktzeitung. Die Tauschpartner nehmen ohne die Vermittlung eines Büros direkt untereinander Kontakt auf. Die Vergütung wird in Nachweisen festgehalten. Dabei gilt meistens, dass eine Stunde Arbeitszeit eine Stunde Lebenszeit entspricht, egal welche Tätigkeit geleistet wird.

Angebote und Gesuche für die erste Marktzeitung in Aalen werden auf der Auftaktveranstaltung gesammelt.

$(text:b:Boom hält an!)$
Vor zwei Jahren entstand das Tauschnetz Bumerang in Schwäbisch Gmünd; letztes Jahr die Tauschquelle in Marbach; vor drei Monaten der Remstaler Tauschring in Waiblingen. Weitere sind in Murrhardt, Heidenheim und Ellwangen in Vorbereitung. Fast 500 Tauschsysteme gibt es mittlerweile in Deutschland, die untereinander immer besser verbunden werden. Selbst an einer Europa weite Vernetzung wird gearbeitet. Wer heute einen Tauschring gründen möchte braucht das Rad nicht neu erfinden. Lediglich für eines der verschiedenen Tauschringmodelle, für einen Namen etc. müssen sich die Interessierten in Aalen entscheiden.

$(text:b:Auftaktveranstaltung)$
Die Auftaktveranstaltung für die Gründung der Agendagruppe „Tauschring in Aalen“ ist am $(text:b:Montag, 20.Oktober)$ um 19 Uhr im kleinen Saal des Evangelischen Gemeindehauses in Aalen, Friedhofstraße 5. Interessierte sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen erhalten sie von Carla Sebera unter Telefon: 07361 350546 oder von Anne Naß unter Telefon: 07361 740162; sowie im Internet unter www.tauschringe.de oder www.bumerang-gd.de
© Stadt Aalen, 13.10.2003