AOK Strukturreform

Die AOK Baden-Württemberg plant die Reduzierung die Zahl ihrer Bezirksdirektionen auf 14 Regionaldirektionen. Sitz der neuen Regionaldirektion Ostwürttemberg soll Schwäbisch Gmünd werden, weil – so die Begründung – dort der Sitz des Regionalverbandes ist.

Nicht nur, weil es für einen Oberbürgermeister die Pflicht ist, der Stadt Bestes zu suchen, sondern auch und insbesondere aus sachlichen Gründen hat deshalb Oberbürgermeister Martin Gerlach zusammen mit dem Ersten Bürgermeister Dr. Eberhard Schwerdtner und Stadtkämmerer Siegfried Staiger das Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg, gesucht.

Bei diesem Gespräch wurde volles Verständnis dafür gezeigt, dass aus Kostengründen die AOK Baden-Württemberg sich verschlanken möchte. Wenn, wie von Seiten der AOK Baden-Württemberg gesagt, nur die Verwaltungsebene verschlankt, die dezentralen Strukturen und die Dienstleistungen für die Kunden erhalten werden, ist dies angesichts der anstehenden Gesundheitsreform nachzuvollziehen. Nicht nachvollzogen werden kann aus der Sicht der Stadt Aalen jedoch die Tatsache, dass die neue Regionaldirektion an den Sitz des Regionalverbandes geknüpft werden soll. Im Übrigen ein Beleg dafür, dass auch die Region Ostwürttemberg baldmöglichst ein Oberzentrum braucht. Alle anderen Regionaldirektionen werden am Sitz des Oberzentrums angesiedelt.

Aus der Sicht der Stadt Aalen sprechen neben Aalen als geographischem Zentrum der Region Ostwürttemberg auch die Strukturdaten für eine Entscheidung zugunsten von Aalen. So hat der Bereich der AOK Bezirksdirektion Ostalb mit 180 713 Einwohnern, gegenüber Schwäbisch Gmünd und Heidenheim rund 35 000 Einwohner jeweils mehr. Auch hat der Bereich der AOK Ostalb mit 61 065 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigen gegenüber Heidenheim (44 193) und Schwäbisch Gmünd (37 394) wesentlich mehr solche Beschäftigungsverhältnisse. Schließlich hat die AOK Bezirksdirektion Ostalb gegenüber Heidenheim und Schwäbisch Gmünd wesentlich mehr Versicherte bei der AOK. In Aalen sind 59 358, während in Heidenheim es 52 436 und in Schwäbisch Gmünd 40 601 Versicherte sind. Diese Zahlen zeigen sehr deutlich, dass die Strukturdaten eindeutig zugunsten des AOK-Bezirksdirektion Ostalb sprechen.

Darüber hinaus haben neben einer Vielzahl anderer Institutionen und Organisationen wichtige Partner der AOK auch ihren Sitz in Aalen. So befindet sich die Regionaldirektion der Landesversicherungsanstalt für die gesamte Region ebenso in Aalen wie der Medizinische Dienst der Krankenkassen.

Oberbürgermeister Martin Gerlach wies in den Gesprächen abschließend darauf hin, dass aus Sicht der Stadt Aalen unter objektiver Abwägung aller Kriterien nur die AOK Bezirksdirektion Ostalb in Aalen Regionaldirektion werden könne und bat den Vorsitzenden des Vorstands der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg, die Empfehlung der bisher befassten Gremien der AOK an den Verwaltungsrat der AOK Baden-Württemberg nochmals zu überdenken.
© Stadt Aalen, 30.01.2007