Ausschuss besichtigt Firma Seydelmann

Die Zukunft der Maschinenfabrik Seydelmann am Standort Aalen ist gesichert. Werksleiter Andreas Seydelmann stellte den Mitgliedern des Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung die Pläne für die Betriebserweiterung vor. Dazu hatte der weltweit führende Hersteller von Maschinen für die Lebensmittelverarbeitung mit Unterstützung der Stadtverwaltung das angrenzende Grundstück mit Baywa-Markt, Lagerhalle und einem der Proviantamt-Speicher erworben. Auch für das größte Hindernis, eine durch das Gelände führende öffentliche Straße, zeichnet sich eine Lösung ab.

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Der große Speicher passe sehr gut zu den Seydelmann-Maschinen und der Firmendarstellung erläuterte Seydelmann. „Wir brauchen aber die Straße“, warb der Werksleiter um Verständnis bei den Gemeinderäten. Auf der östlichen Seite will das Unternehmen hinter dem türkischen Supermarkt, dessen Mietvertrag bis 2014 läuft, das Lager einrichten. Gegenüber auf der westlichen Straßenseite soll die große neue Produktionshalle entstehen. „Wir lagern 20.000 Teile außerhalb des Hochregallagers und haben regen Staplerverkehr zwischen Lager und Montage“, schilderte Seydelmann die Risiken.

Wie kritisch die Verkehrssituation schon heute ist, erlebten die Gäste hautnah beim Rundgang über das Betriebsgelände, als ein PKW recht forsch die Abkürzung durch das Proviantamtgelände nahm und nur knapp einen Zusammenstoß mit einem rückwärts rangierenden LKW verhindern konnte. „Das sind untragbare Zustände“, zeigten die Zeugen des Fastunfalls Verständnis für das Anliegen des Unternehmens. Wirtschaftsförderer Wolfgang Weiß berichtete, die Verkehrsschau halte die Straße für verzichtbar. Nun müsse das verkehrsrechtliche Verfahren der Entwidmung eingeleitet werden.
© Stadt Aalen, 18.06.2012
Harald Schönherr erklärt den Mitgliedern des Ausschuss für Technik und Stadtentwicklung eine der vielzähligen Seydelmann-Maschinen.

Aalener Traditionsunternehmen in der sechsten Generation

Beeindruckt waren die Ausschussmitglieder von der Produktion und der Fertigungstiefe der Maschinenfabrik, die 1843 in Aalen gegründet wurde. Das Aalener Unternehmen ist Weltmarktführer für Kutter, Wölfe, Mischer und Feinstzerkleinerer. Diese werden überwiegend in der Wurst- und Fleischverarbeitung eingesetzt. Aber auch in der chemischen und pharmazeutischen Industrie und für die Produktion von Backwaren, Suppen, Käse und Süßwaren sind Seydelmann-Maschinen gefragt. Über die Hälfte der Edelstahlprodukte wird exportiert, überwiegend in Länder außerhalb der EU dorthin, wo neue Fabriken entstehen: zum Beispiel nach China, Russland und Venezuela. Für die 250 Beschäftigten davon 23 Auszubildende benötigt Seydelmann mehr Platz. Der letzte Neubau auf dem Gelände ist zehn Jahre alt und reicht längst nicht mehr aus.„Wir legen Wert auf eine hohe Fertigungstiefe, vom Zerspanen, Schneiden bis zum Schweißen, von der Elektrik bis zur Montage“, erörtert Andreas Seydelmann in der sechsten Generation die Firmenphilosophie. So entstehen viele unterschiedliche Produkte in Kleinserien auf individuelle Anforderungen abgestimmt. „Wir sind bodenständig und konservativ, das heißt wir wollen begründet und langsam wachsen“, erklärte Seydelmann. Schön, dass dies am Standort gelingt, finden auch Oberbürgermeister Gerlach und die Mitglieder des Gemeinderats.