Ausstellung Verfolgt - verfemt - entartet

Unter dem Titel „Verfolgt - verfemt - entartet“ zeigt die Stadt Aalen vom 23. März bis 22. Mai 2011 in der Galerie im Alten Rathaus Werke aus der Sammlung des Willy-Brandt-Haus, Berlin. Ergänzt wird die Ausstellung mit Werken süddeutscher Künstlerinnen und Künstler.

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Die Schreckenstaten der Nationalsozialisten betrafen Künstler und Kulturschaffenden in Deutschland und Europa. Vor allem Moderne Kunst und Werke von kommunistischen und jüdischen Künstlern wurden als „entartet“ erklärt. Die Ausstellung zeigt Werke, die unter dem nationalsozialistischen Terror verboten waren, u.a. von Ernst Barlach, Otto Dix, George Grosz, Käthe Kollwitz und Fritz Stuckenberg.

Ergänzt wird diese exquisite Sammlung des Willy-Brandt-Hauses durch Werke süddeutscher Kun-schaffend wie Max Ackermann, Willi Baumeister, Ida Kerkovius oder Paul Kleinschmidt. Auch werden weniger bekannte Künstler wie z.B Reinhold Nägele vorgestellt. Sie machen deutlich, warum diese Kunst den Zorn und Hass der Nationalsozialisten hervorrief. Neben mutigen, widerständigen Darstellungen, deren Inhalte unmissverständlich die Ablehnung des Naziregimes widerspiegeln, zeigt die Schau auch Beispiele einer Flucht in die innere Emigration mit entsprechenden „unverfänglichen“ Bildwelten, aus denen aber verschlüsselt Erschreckendes hervorleuchtet wie z.B. bei der Winterlandschaft „Hemmenhofen“ von Otto Dix.

Erinnert wird auch an die „verbrannten Dichter“ im Dritten Reich. Fast 80 Jahre ist es her, dass auf dem Berliner Opernplatz die Bücher von namhaften Autoren wie Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Erich Kästner oder Joachim Ringel-natz sowie von vielen heute wenig bekannten Schriftstellern ins Feuer geworfen wurden. Die Ausstellung ist ein Beitrag gegen das Vergessen; Autoren wie Armin T. Wegner, Jakob Wassermanns, Irmgard Keun oder Leonhard Frank werden lebendig gehalten.
$(text:b:Und im dunkelsten Schatten
Lies das Buch ohne Wort
Was wir haben, was wir hatten,
Was wir - -
Eines Morgens ist alles fort.
(Joachim Ringelnatz, Ende seines letzten Gedichts „Psst“))$

© Stadt Aalen, 16.03.2011
$(text:b:Öffnungszeiten:)$ Dienstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr, Karfreitag und Ostersonntag geschlossen, Ostermontag geöffnet Sonntag, 10. April von 11 bis 17 Uhr geöffnet $(text:b:Führungen:)$ Sonntag 27. März, 10. April, 17. April und 22. Mai 2011 jeweils 15 Uhr. Sonderöffnung für Gruppen ab zehn Personen und für Schulklassen auf Anfrage. $(text:b:Eintritt:)$ Erwachsene 5 Euro, Schüler/Studenten 2 Euro Kinder bis 12 Jahre frei Führung 2 Euro, Schulklassen mit Führung 1 Euro/Schüler