Brezga-Blase ohne Brezel: Vandalismus gegen Kunst im öffentlichen Raum

Sie sind liebenswürdig, zaubern den Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht und erfreuen die Besucher der Aalener Innenstadt. Doch die charmanten „Alltagsmenschen“ von Christel Lechner sind schutzlos, wenn sie von Unbekannten attackiert werden. Dass sich Vandalen immer wieder an Kunst im öffentlichen Raum vergreifen, ist nicht neu. Jüngstes Beispiel ist der Brezga-Blase-Brunnen von Fritz Nuss auf dem Gmünder Torplatz. Der berühmten stadtgeschichtlichen Figur fehlt die Brezel.

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Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden eine Reihe von Kunstwerken im öffentlichen Raum beschädigt . So die Bronzefigur „Der Zeitungsleser“ von Karl Ulrich Nuss und die „Flötenspielerin“ von Fritz Nuss an der Stadthalle. Beide Plastiken wurden mit großem finanziellen Aufwand wieder repariert.

Der schlimmste Fall ereignete sich vor einem Jahr, als die Marmorstele von Rotraud Hoffmann umgestürzt und dabei unwiederbringlich zerstört wurde. Und nun brachen Unbekannte ausgerechnet die bronzene Brezel am Brezga-Blase-Brunnen ab, die Aalens berühmte stadtgeschichtliche Figur so freundlich den vorbeigehenden Menschen entgegenstreckte.
© Stadt Aalen, 06.08.2009

Auch Alltagsmenschen beschädigt

Auch die Alltagsmenschen von Christel Lechner, die derzeit viele Menschen erfreuen, könnten von gewalttätigen Angriffen berichten. Vom Stuhl gestoßen hat sich „Hilde im bunten Kleid“ den Arm gebrochen. Clairé wurden die Füße abgeschlagen und auch der Hund von „Helga und Paul“ an der Bahnhofstraße musste schon einiges über sich ergehen lassen. Den Gesamtschaden der Angriffe auf Kunstwerke im öffentlichen Raum der letzten Jahre schätzt der Aalener Kunstkenner Joachim Wagenblast auf 300.000 Euro. Er appelliert an Passanten und Anwohner, nicht wegzuschauen, wenn sich Personen an der Kunst zu schaffen machen.