Brüten auf Gipseiern - Fütterungsverbot für Tauben

Sie sitzen auf Dächern, gurren in einer dunklen Nische oder picken die Krümel vor einer Bäckerei auf: Tauben. Damit die grauen Vögel im Aalener Stadtgebiet nicht zur Plage werden, betreibt die Stadt seit einigen Jahren zwei Taubenschläge, mit deren Hilfe die Vermehrung der Tiere reguliert wird.

Kein seltener Anblick: Tauben auf den Dächern von Aalen.
Kein seltener Anblick: Tauben auf den Dächern von Aalen. (© Stadt Aalen)

„In letzter Zeit gehen bei uns vermehrt Beschwerden über die Fütterung von Tauben ein“, sagt Dietmar Kutscherauer vom Rechts- und Ordnungsamt der Stadt Aalen. Dabei gibt es das polizeiliche „Taubenfütterungsverbot“ in Aalen schon seit längerem. „Personen, die diese Anordnung nicht einhalten, können mit bis zu 1.000 Euro Geldbuße bestraft werden“, ermahnt Kutscherauer.

Viele Bürgerinnen und Bürger wollen den Tieren durch die Fütterung etwas Gutes tun, jedoch werden die Tauben durch ihre rasche Vermehrung schnell zur Plage. Der aggressive Kot der Tiere verteilt sich auf den Fassaden und Dächern der Innenstadt und kann bei zu hoher Konzentration zu Beschädigungen führen.

Zwei Taubenschläge in Aalen

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Seit vielen Jahren betreut die Stadt Aalen Taubenschläge in der Innenstadt. Dort werden die Tiere artgerecht versorgt und die Geburtenzahl kann kontrolliert werden. Das Team von Werner Grimm vom Bau- und Grünflächenbetrieb der Stadt Aalen reinigt die Verschläge im Turm des Alten Schlachthofs und auf dem Dachboden der Ritterschule. Rund 2.000 Euro lässt sich die Stadt die Pflege der Taubenschläge jährlich kosten. Mit Gips- oder Holzattrappen ersetzen die Spezialisten jedes zweite Ei der Tiere. Das Gelege von Tauben besteht in der Regel aus zwei Eiern. Die städtischen Mitarbeiter tauschen eines der Eier durch ein Attrappe aus und helfen somit die Population der Tiere langfristig gezielt zu kontrollieren.

Diese Methode wird auch von Taubenzüchtern angewendet und beeinträchtigt nicht das natürliche Brutverhalten das Vögel. „Da der Kot der Tiere so aggressiv ist, müssen wir Schutzanzüge und Atemschutzmasken zu unserer eigenen Sicherheit tragen“, berichtet Waldemar Schell, der die Taubenschläge wöchentlich reinigt.

Helfen auch Sie mit:

  • Nischen zwischen Fachwerkhäusern sollten durch Netze geschlossen werden, um den Tauben Nist- und Unterschlupfplätze zu verwehren.
  • Fensterbänke können durch Nagelbretter oder Gitter geschützt werden.
  • Die Fütterung der Tauben wird gezielt von der Stadtverwaltung durchgeführt. Unterlassen Sie deshalb unbedingt die Fütterung dieser Tiere.
© Stadt Aalen, 07.10.2013