Das Innovationszentrum ist fertig

Das von der Europäischen Union geförderte Leuchtturmprojekt (EULE) ist fertig gestellt. Die ersten Existenzgründer können nun einziehen und ihre Geschäftsideen bis zur Marktreife weiterentwickeln. „Durch professionelle Unterstützung und ideale Rahmenbedingungen im Hochschulumfeld soll dies hier möglichst vielen gelingen. Die Mietverhältnisse sind daher in der Regel auf drei Jahre befristet“ erklärt Oberbürgermeister Thilo Rentschler.

OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler vor dem Innovationszentrum
OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler vor dem Innovationszentrum (© Thomas Siedler)

OB Rentschler betont, dass das Innovationszentrum in der Schnittstelle zwischen Hochschule und Wirtschaft als „Inkubator“ für Gründer die besten Startbedingungen bietet und bestmögliche Unterstützung gewährt werden kann. „Ich bin sicher, das Gebäude wird bald mit unterschiedlichsten kreativen Start-Up-Unternehmen befüllt sein. Ich danke dem Architekten, unserer Bauverwaltung und allen beteiligten Firmen.“

Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler lobt das architektonisch sehr gelungene Gebäude, das sich bis ins Detail sehr schön präsentiere. Bauherr ist die Stadt Aalen gewesen. In Kooperation mit der kommunalen Familie hat das Projekt mit der EU-Förderung bereits 2010 begonnen. Das Stuttgarter Büro „scholl architekten partnerschaft scholl.balbach.walker“ hat Mitte 2011 den 1. Preis des Architektenwettbewerbs gewonnen. Das operative Geschäft wird von einer Betriebsgesellschaft übernommen, an der Stadt und Hochschule jeweils zur Hälfte beteiligt sind.

Innovatives Gebäude

Architekt Michael Walker, OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler auf der Dachterrasse des Innovationszentrums
Architekt Michael Walker, OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler auf der Dachterrasse des Innovationszentrums (© Thomas Siedler)

Architekt Michael Walker stellte die Besonderheiten des innovativen Gebäudes vor. Das Innovationszentrum fügt sich wie selbstverständlich mit der vertikalen Gliederung und der Kubatur in die bestehenden Hochschulgebäude auf dem Burren und in die Landschaft ein. Auf einem massivem Betonfundament wurde in einer nachhaltigen Bauweise Holz als prägendes Bauelement für die Fassade und die Wandkonstruktion gewählt. Die Beheizung erfolgt in fortschrittlichem Konzept über Fernwärme und im Gebäude über Deckenheizung bzw. Fußbodenheizung im Obergeschoss. Eine Lüftungsanlage verhindert unnötige Heizwärmeverluste im Winter.

Eine Herausforderung stellten die Lärmemissionen der vorbeiführenden Bundesstraße dar. Dies konnte erfolgreich bewältigt werden, der Verkehrslärm ist im Gebäude nicht wahrnehmbar. „Klimahöfe“ sorgen nicht nur für Tageslicht im Gebäude, sondern ermöglichen den zur Bundesstraße orientiertem Räumen eine natürliche Belüftung durch die Fenster mit gedämpftem Lärm von der Straße.

In allen Räumen zeigt sich handwerkliche Vielfalt, jeder Raum wurde sorgfältig geplant und umgesetzt. In den Fluren gibt es offene Teeküchen, Sitzgelegenheiten an den Fenstern und sonstige Treffpunkte für die Nutzer des Gebäudes. Ein technisch ausgerüsteter Seminarraum mit Zugang zur geräumigen Dachterrasse ist auch extern anmietbar.

Flexibles Raumkonzept

Die Räume sind flexibel nutzbar, vom Einzelbüro über mehrere zusammengeschaltete Büros, bis hin zu größeren Räumlichkeiten ist alles denkbar. Die Verkabelungen sind in Seitenboxen integriert, um verschiedensten Anforderungen gerecht werden zu können.

Über einen Lasten-Aufzug im Gebäude kann die Andienung erfolgen, aber auch die barrierefreie Erreichbarkeit aller Ebenen ist gewährleistet.

Im Untergeschoss ist ein Großmaschinenlabor möglich. Die Räume sind besonders hoch und extrem belastbar. Hier ist auch die Möglichkeit für den Ausbau mit einer Kranbahn gegeben.

AMPEL als Speziallabor

Das Projekt AMPEL ist ein Speziallabor mit zwei Räumen innerhalb des Innovationszentrums zur Durchführung von optischen und akustischen Versuchen. Hier ist eine Verdunkelung möglich und in einem Raum sind große Verglasungen mit Schiebetüren eingebaut, um einen kompletten PKW für Versuchszwecke einstellen zu können. Durch dieses Projekt sollen High-Tech-Start-Up-Unternehmen unterstützt werden.

Daten und Fakten

  • Bauzeit: Herbst 2012 – Juni 2015
  • 59 Meter lang, 15 Meter breit
  • 23 Büros, 8 laborähnliche Büros, 5 Mechatronik- und Messtechniklabore und ein Großmaschinenlabor
  • Nettonutzfläche: 1.506 m²
  • Holzmenge gesamt: 523 m³
  • Stahlbetonmenge: 950 m³
© Stadt Aalen, 10.06.2015