Das war das Mutigste, was ich je erlebt habe!

„Das war das Mutigste, was ich je erlebt habe“ sprach ein Indianerkind, nach der Schluchtentour. Und voller Stolz bejubelten die Gefährten von Robin Hood den Bau eines Stegs an der Lein. In den Ferien wurden gut 100 Kinder in zwei Wochen zu Indianerkindern und Gefährten von Robin Hood. Sie erlebten Abenteuer, gestalteten das Lagerleben bei Sonne, Wind und Regen und wurden Freunde der Natur.

Im Rahmen einer Kooperation des Stadtjugendreferats Aalen und KLEXWERK fand für zwei Wochen das „Robin Hood-Zeltlager“ und das „Indianer-Lager“ im Leintal bei Laubach statt. Kinder zwischen 8 und 13 Jahren wurden zu Gefährten des Waldes getreu dem Vorbild von Robin Hood. In den Zeltlagern konnten viele erstmals die Erfahrung machen, eine ganze Woche in der Natur zu verbringen. Parallel dazu wurden Kinder von 5 bis 7 Jahren zu Indianern und lebten mit Ihren Tipis ebenso im freien Feld. Sie durften die Natur mit Bächen, Wäldern und Wiesen im Spiel und kleinen Abenteuern von morgens 7 Uhr bis 18 Uhr am Abend erkunden.

Die Betreuung während der Ferienzeiten und besonders im Sommer sind immer ein großes Thema. Viele Eltern sind vor allem in dieser Zeit darauf angewiesen, für einen Teil der Ferien ihre Kinder gut betreut zu wissen – oft aus beruflichen Gründen. „Zeltlager gibt es viele. Dennoch fehlt es an einem breiteren Angebot“, sagt Stadtjugendreferent Reiner Peth. Nicht selten wird Ferienbetreuung mit großem Programmangebot gleichgestellt. Je mehr Workshops, Kurse und Aktionen, desto interessanter klingt die Ausschreibung. Dass dies jedoch dazu führt, dass Kinder nicht zur Ruhe kommen können und sich kaum selbst erleben, wird übersehen. Gerade in diesen Zeiten, wo Kinder Tag für Tag einen vollen Terminkalender haben und sonst kaum noch die eigenen vier Wände verlassen, ist ein Ausgleich wichtig.

„Erlebe Deine Fähigkeiten und erfahre in der Natur Deine Sinne“ hat sich das Zeltlagerkonzept „Robin Hood – die Gefährten des Waldes“ als Grundgedanken gesetzt. Oliver Bezler von KLEXWERK hat sich bei der Erarbeitung des Gesamtrahmens zum Ziel gesetzt, dass Kinder vollkommen stressfrei und bewusst wahrnehmen können, was sie gerade tun. „Es ist wichtig, dass Kinder selbst die Erfahrungen machen und wir ihnen nicht jedes Angebot mit dem erhobenen Ziel und seiner Lösung vorgeben“, sagt Bezler. „In unserem Zeltlager sollen kleine wie große Kinder die Möglichkeiten zum Zusammenwachsen im Miteinander und mit ihrer Umgebung bekommen.“
© Stadt Aalen, 10.09.2010

Naturgewalten hautnah erleben

Die Kinder konnten die Naturgewalten hautnah spüren. So wurden Bachwanderungen erlebt, in Schluchten geklettert, Waldlager errichtet, in der Lein gebadet, Staudämme gebaut und auch bei Dämmerung noch gewandert. Neben den Naturerkundungen gab es noch viele weitere Angebote. Das handwerkliche Geschick wurde gefördert durch den Bau von Floß, Ufersteg und Brücke; beim Basteln von Traumfänger, Specksteinschmuck und Holzfiguren, beim Lagerleben mit Kochen, Feuer machen und vielem anderen. Besonders das abwechslungsreiche Wetter mit Regen, Wind und Sonnenschein forderte von den Kindern, ihre eigenen Ideen an die Umgebung anzupassen. Die Erfahrung alles tun zu können, trotz Matsch und Regen, wurde an manchen Tagen noch intensiver, als an den „Schön-Wetter-Tagen“ erlebt. Alle Kinder und alle Eltern haben den Betreuern stets positive Rückmeldung gegeben. Manche Eltern haben ihre Kinder als besonders lebhaft, still oder sogar schwierig angekündigt. Im Lagerleben war das Alles vergessen. Die Kinder wuchsen zusammen und es gab nichts von alledem. Die Kinder erlebten, was sich ihnen anbot und vor allem sich selbst. Oliver Bezler sagt dazu „Glanzmomente der Kindheit – erlebte Natur unter Gefährten“. Auch wenn das Lager erst vor ein paar Tagen war, so hat das gute Konzept und die gute Kooperation zwischen Stadtjugendreferat Aalen und KLEXWERK gezeigt, dass es in diese Richtung weitergehen muss. Kinder brauchen die Natur zur Entfaltung. So soll es das Lager im nächsten Jahr wieder geben. Doch bevor der nächste Sommer kommt, ist bereits in den Winterferien ein Lager in Planung und noch andere Aktionen sind angekündigt. Mehr dazu im Stadtjugendreferat und bei KLEXWERK.