Dichten auf Schwäbisch? - Dialektdichtung von Schubart bis Holzwarth

Anstelle des erkrankten Georg Holzwarth kommt am Sonntag, 13. März 2005, 17 Uhr der langjährige Vorsitzende der Schubart-Literaturpreisjury, Hermann Bausinger, zu einer Lesung ins Bräustüble (ehemals Bierhalle). Dies war ja auch Schubarts Stammkneipe. Unter dem Titel „Dichten auf Schwäbisch?“ macht er einen Streifzug durch Mundartdichtung von Schubart bis heute.

Gedichte ganz in Mundart gibt es von Schubart nicht - sie waren zu seiner Zeit noch nicht üblich. Aber Schubart hat in seine Verse und auch in seine Zeitungsartikel demonstrativ schwäbische Wörter und Wendungen eingestreut, und er hat die südwestdeutsche "Provinzialsprache" konsequent gegen den "sächsischen Sprachdespotismus" verteidigt. Damit hat er den Boden bereitet für bedeutende Dialektdichter wie den Alemannen Johann Peter Hebel und die Oberschwaben Karl Borromäus Weitzmann und Michel Buck. Die Mundartdichtung gerät allerdings im Verlauf des 19. Jahrhunderts in ziemlich seichtes Fahrwasser; sentimentale Gedichte mit dem Dauereinsatz verniedlichender Verkleinerungssilben werden zur Regel. Im 20. Jahrhundert bringen Sebastian Blau und Thaddäus Troll neue Töne ins Spiel, und seit den 70er Jahren gibt es eine richtige Konjunktur der Mundartdichtung. Sie nimmt gesellschaftliche Missstände aufs Korn, und sie spielt mit den vielen Möglichkeiten des Dialekts. Die beiden Schubartpreisträger Helmut Pfisterer und Georg Holzwarth haben großen Anteil an dieser Entwicklung.

Hermann Bausinger hat interessante Beispiele aus dieser Geschichte der schwäbischen Dialektdichtung ausgewählt und wird sie vortragen und erläutern.

Karten gibt es im Vorverkauf beim Touristik-Service Aalen, Telefon 07361 52 2358 und bei der Theaterkasse StockZwo im Alten Rathaus.
© Stadt Aalen, 03.03.2005