Erster Aalener Türkischkurs in Antakya

Sprachbarrieren sind für eine lebendige Städtepartnerschaft oft ein Nachteil. Deswegen sollte auch das Erlernen der Sprache im Mittelpunkt der partnerschaftlichen Bemühungen sein.

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Aus diesem Grunde machten sich sieben Aalener und Aalenerinnen auf den Weg in die türkische Partnerstadt Antakya, um zwei Wochen lang vor Ort Sprache, Kultur und Lebensart kennen zu lernen. Sie lernten nicht nur die türkische Sprache, sondern auch die großartige Gastlichkeit der Partnerstadt und Antakya kennen und lieben.

Auch Oberbürgermeister Mehmet Yeloĝlu, der Kultusminister und andere Verantwortliche der Verwaltung zeigten durch Einladungen großes Interesse an diesem Pilotprojekt, das Dr. Jürgen Wasella, Leiter der VHS, ins Leben gerufen hat.

Bei diesen Einladungen konnten die Kursteilnehmer das Erlernte gleich in die Praxis umsetzen.

Untergebracht war die Gruppe im katholischen Zentrum, im Mittelpunkt verschiedener Religionen. Der Muezzin weckte die Teilnehmer morgens und die Kirchenglocken läuteten abends zum Gebet und gleich daneben steht die historische orthodoxe Kirche. Die Teilnehmer durften dieses vorbildliche Miteinander der verschiedenen Konfessionen in Antakya hautnah erleben.

Das Konjugieren und Deklinieren erinnerte manch graues Haupt an den Lateinunterricht aus früheren Zeiten und es war jedem der Teilnehmer klar, welche Schwierigkeiten das Erlernen der deutschen Sprache für Menschen mit Migrationshintergrund bedeuten mag. Die türkische Sprache ist zum Beispiel eine Sprache, die nicht den Grundregeln der deutschen Grammatik entspricht.

Verschiedene Ausflüge sowohl ans Meer wie auch in die Berge zeigten, in welch schöner, landschaftlich und historisch interessanten Gegend Aalens Partnerstadt liegt. Zweifellos ein Motiv auch einmal dort den Urlaub zu verbringen. Zur Geschichte lässt sich sagen, dass Antiochia/Antakya die drittgrößte Stadt des römischen Reiches war und mit als Wiege des Christentums gilt. Zu hoffen ist, dass die noch bestehenden Schwierigkeiten am Grenzübergang zu Syrien bald gelöst werden können, so dass das Reisen vom türkischen Antakya nach Aleppo und Damaskus noch attraktiver für den Tourismus wird.

Die Bildungspartnerschaft zwischen Aalen und Antakya wird im Sommer 2008 fortgesetzt. Die Volkshochschule beabsichtigt weitere türkische Sprachkurse als auch interkulturelle Trainings im Rahmen des EU-Programms "Grundtvig" in Antakya anzubieten. Die Sprache ist ein wichtiger Bestandteil zum gegenseitigen Verstehen und ein Baustein für eine lebendige Städtepartnerschaft.
© Stadt Aalen, 06.09.2007