Es tut sich was in der Weststadt - 30 Gäste informierten sich im Bonhoeffer-Haus

Etwa dreißig Personen waren am vergangenen Dienstag der Einladung von Initiative Sicheres Aalen (ISA), Lokale Agenda 21 (LA21) und vielen anderen Projekt­trägenr in das Bonhoeffer-Haus gefolgt, um sich über die positive Entwicklung der Initiative Sicheres Aalen in der Weststadt in den vergangenen Jahren zu informieren.

Unter ihnen unter anderem auch alle Gemeinderäte aus Unterrombach und Hofherrnweiler, Vertreter der Stadtverwaltung, Kirchen, Polizei und Lokaler Agenda 21. Als Folge der Bürgerberfragung 2002 wurde ISA West für den Schwerpunkt Unterrombach-Hofherrnweiler gegründet, erläuterte Sonja Fehrenbacher, Leiterin des Rechst- und Ordnungsamtes der Stadt Aalen in ihrer Eigenschaft als ISA-Geschäftsführerin. Zusammen mit dem 1. Vorsitzenden der ISA West, Prof. Ulrich Holzbauer sei sie glücklich, dass über das Programm „Lokales Kapital für Soziale Zwecke“ viele positiv wirkende Projekte angestoßen und durchgeführt werden konnten.

Unter anderem haben Schüler der Hofherrnschule zusammen mit dem Theaterpädagogen Allan Matthiasch von der STOA den Film „Rippers“ erstellt, bei dem eine Trendjacke mehrmals gewollt oder ungewollt ihren Besitzer wechselt. Matthiasch stellte im Ergebnis fest, dass der Film die Jugendlichen nachdenklich gemacht habe, sie toleranter und vor allem stolz auf ihren eigenen Film seien. Im Ausblick berichtete Matthiasch über das Konzept des im Mai 2005 beginnenden Videoprojekts zum Thema „Heimat – Fremde“.

Heinz Bitter vom Polizeirevier Aalen erläuterte anschließend den Ansatz der ISA, das Defizit im Sicherheitsgefühl von Innenstadt und Weststadt zu beheben. Er erklärte die verschiedenen Programme zur Gewaltprävention für Schüler von der Grundschule bis zur 9. Klasse, von „Max Besser“ über „Herausforderung Gewalt“ zu „Kino spezial“. In Rollenspielen und mit anderen Methoden wird das Thema Gewalt aufgearbeitet sowie gewaltfreie Problemlösungsstrategien und Handlungsalternativen aufgezeigt.

Ein Hauptziel der Projektgruppe Agenda West, so dessen Vorsitzender Ulrich Holzbauer, sei die Integration aller Bürger in Unterrombach und Hofherrnweiler. Das Bewusstsein für den Wohnort werde durch die Chronik und den West-AAgend geschaffen. Das aktuelle Projekt, jeweils eine russisch- und türkischsprachige Beilage zum West-Aagend, soll fremdsprachige Bürger für ihren Wohnort und für die Lokale Agenda 21 interessieren.

Johanna Kuhne, Leiterin des Sozialamts der Stadt Aalen, erläuterte die Ziele des Programms Lokales Kapital für Soziale Zwecke (LOS) in Unterrombach – Hofherrnweiler. Zwei Beispiele für die geleistete Arbeit, der Boni-Treff und der Grüne Gockel waren direkt im Bonhoeffer-Haus zu sehen. Die Ziele der diesjährigen Projekte und ein Ausblick auf die kommende Förderperiode umfassen neben den bereits erwähnten Themen, weitere Projekte zur Gewaltprävention, Sprach- und Computer­kompetenz für Migranten, Musik und Kunst mit benachteiligten Jugendlichen sowie die Gestaltung des Treffs für Mädchen auf dem Spiel- und Bolzplatz Milanweg.

Prof. Ulrich Holzbaur ging abschließend auf Projekte ein, die im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen der Fachhochschule Aalen durchgeführt werden. Neben vielen anderen Themen seien Projektgruppen des ersten Semesters immer wieder in Befragungen zum Sicherheitsgefühl in Unterrombach – Hofherrnweiler aktiv. Ergebnis sei unter anderem gewesen, dass die Schüler an der Hofherrnschule sich recht sicher fühlen, und dass das Vertrauen zu Respektspersonen und die Zivilcourage der Schüler gut sind. Über die Ergebnisse des aktuellen Projekts berichtete der Student Roman Schröder. Als hauptsächliches Defizit und Wunsch der Jugendlichen in Unterrombach hat das Befragungsteam einen Treffpunkt in Unterrombach ausgemacht. Schröder stellte eine geringe Kriminalitätsbereitschaft fest, Gewalt sei nicht nationenbezogen und die Jugendlichen seien im allgemeinen recht zufrieden.
© Stadt Aalen, 22.04.2005