Europakonferenz in Aalen eröffnet

Die 35. Reichsstädter Tage werden gemeinsam mit Gästen aus den Partnerstädten gefeiert. Zum Europäischen Jahr der Innovation und Kreativität findet vom 11. bis 13. September 2009 eine internationale Konferenz mit Vorträgen und Workshops statt.

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Oberbürgermeister Martin Gerlach hat die Konferenz, die aus Mitteln des EU-Programms "Europa für Bürgerinnen und Bürger" gefördert wird, am Freitag, 11. September eröffnet. Er begrüßte die Abordnungen aus den Partnerstädten mit Ihren Delegationsleitungen chronologisch nach den Gründungsjahren der Partnerschaft:
$(list:ul:1978: Hélène d´Aprigny, Beigeordnete für Städtepartnerschaften St. Lô
~1981: David Flagg, Bürgermeister von Christchurch, England und Mike Turvey, Chief Executive des Christchurch Borough Council
~1987: Géza Kiliàn, Stadtrat aus Tatabánya, Ungarn
~1995: Dr. Lütfü Savas, Oberbürgermeister von Antakya, Türkei
~2009: Dr. Alberto Rebucci, Partnerschafts-und EU-Beauftragter der Provinz Ravenna sowie Roberto Cantagalli, Mitarbeiter des Tourismusamts der Stadt Cervia, Italien)$
Das Jahr 2009 sei für die erste Ausrichtung einer internationalen Städtepartner-Konferenz bewusst gewählt worden, da sich die Öffnung des Eisernen Vorhangs zum 20. Mal jährt. Am 27. Juni 1989 durchtrennten der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock symbolisch den Stacheldraht zwischen ihren beiden Ländern. Ungarn hatte damit entscheidenden Anteil an der politischen Wende in den ehemaligen Ostblockstaaten und damit auch an der friedlichen Revolution in der DDR, die den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ebnete.

Die Landkarte Europas hat sich in den letzten 20 Jahren massiv verändert, die EU erweiterte sich von 12 auf 27 Mitglieder. Um Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Bevölkerungsentwicklung, wissenschaftliche und technische Innovationen bewältigen zu können, sind neue und kreative Ansätze gefragt. Ziel des Themenjahres der EU ist es, die herausragende Bedeutung geistigen Schaffens deutlich zu machen. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei zweifellos die Bildung ein. In einem lebenslangen Lernprozess sind den Menschen Kompetenzen wie Mathematik, Naturwissenschaften, Lernen, Computer, Eigeninitiative Kulturbewusstsein und Soziale Kompetenz zu vermitteln.

"Aalen ist mit der Förderung von Kindern bereits im vorschulischen Alter bestens auf lebenslanges Lernen vorbereitet. In den zahlreichen Schulen kann dieses Wissen in unterschiedlichen Profilen vertieft werden. Mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft hat Aalen schließlich seine Position als Bildungsstandort Nummer 1 ausgebaut. Ich sehe die Hochschule dabei als einen der größten Trümpfe unserer Region an: sie ist ein Magnet für unsere Stadt, sichert die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft und ist damit Grundlage für den Wohlstand unserer Gesellschaft." Mit der Volkshochschule, der Abendrealschule, Familienbildungsstätte und weiterer Berufsbildungsträger würde das umfangreiche Angebot abgerundet.

Am geplanten Innovationszentrum Aalen sollen an der Schnittstelle zwischen Hochschule und Wirtschaft Innovationen wie in einem Inkubator ausgebrütet werden. Dies bilde eine weitere Säule in der Zukunftsfähigkeit Aalens und trage zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.
© Stadt Aalen, 11.09.2009
Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle spricht über Innovation und Kreativität in der EU.

Eröffnungsrede durch Europaabgeordnete

Als besonderen Gast konnte das Stadtoberhaupt die Europaabgeordnete Dr. Inge Gräßle begrüßen. Sie vertiefte das Thema "Innovation und Kreativität in Europa". "Die Internationalisierung beginnt in den Kommunen. Für mich ist eine Konferenz wie diese in Aalen, bei der sich die lokale Elite unterschiedlicher Nationen trifft und austauscht, ein großer Fortschritt. Gegenseitiger Austausch muss dabei unter gegenseitigem Respekt und Berücksichtigung unterschiedlicher Religionen und Wertvorstellungen erfolgen. Nur so können gemeinsame Ziele erreicht werden." Sie betonte, dass die Gründung der Europäischen Union die größte Innovation in Europa sei und diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit weltweit einmalig. Es gebe permanent neue Probleme wie Klimawandel, Wirtschaftskrise oder Energieverknappung, für die nach Lösungen gesucht werden müsse. Obwohl die zunehmende Anzahl der Mitgliedsländer die Entscheidungsfindung nicht gerade vereinfache, ist sie überzeugt, durch die ständige Konfrontation mit neuen Problemen den kreativsten Job der Welt zu haben. Die EU gibt für das große Gebiet der Innovation jedes Jahr sehr viel Geld aus, damit die Mitgliedsländer in die Lage versetzt werden, gemeinsam und selbst Lösungen zu erarbeiten. Im Jahr 2010 sollen etwa 62 Milliarden Euro vorrangig für Projekte ausgegeben werden, mit denen Arbeitsplätze erhalten oder neu geschaffen, Unternehmen unterstützt und die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden können. Abschließend hat Gräßle die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermuntert, die Führungsrolle Europas durch das Engagement in ihren Städten und Gemeinden mit zu unterstützen und weiter auszubauen. Europa müsse sich ihrer Überzeugung nach zur "Speerspitze der weltweiten Innovation" entwickeln.