Fahrradklimatest: Aalen landesweit auf hervorragendem 6. Platz

Jetzt sind es beinahe 14 Jahre, dass eine von der Öffentlichkeit in letzter Zeit beinahe unbemerkte, aber gerade deshalb hocheffiziente Zusammenarbeit zwischen dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub und der Stadt Aalen begann.

Seitdem fanden regelmäßig, alle drei bis vier Monate Arbeitstreffen bei Bürgermeister Manfred Steinbach statt. Mit Beteiligung des Ordnungsamtes, der Polizei und des Tiefbauamtes wurden alle kleinen und großen Probleme der Radler in der Stadt besprochen, Vorschläge gemacht und letztlich zahllose Maßnahmen und Details auch umgesetzt.

Wurden damals, am Anfang dieser Zusammenarbeit viele Dinge höchst geräuschvoll und heftig diskutiert, so kann man heute feststellen, dass sich die sachbezogene, vertrauensvolle Arbeit im Stillen für alle Beteiligten sehr gelohnt hat.

In Aalen ist viel Gutes für die Radfahrer entstanden, die anderen Verkehrsteilnehmer sind recht verständnisvoll, das Radfahren ist zu einem Bestandteil des Aalener Verkehrs geworden, es herrscht ein gutes "Fahrrad Klima".

$(text:b:Bundesweit auf Platz 29)$

Im Sommer 2005 startete der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) eine deutschlandweite Umfrage zum Radfahrklima in den Städten. Auch Aalen nahm daran teil und landete im ersten Drittel, auf Platz 29 von 93 Städten. Landesweit liegt Aalen auf dem 6. Platz von insgesamt 17 Städten.

Die Auswertung der rund 130 Fragebögen präsentierte nun Holger Münz vom ADFC Aalens Bürgermeister Manfred Steinbach und Vertretern des Tiefbauamtes, des Ordnungsamtes und der Polizei. Über das gute Abschneiden Aalens, das in der Kategorie der Städte unter 100.000 Einwohnern antrat, zeigten sich alle erfreut, stecken doch in diesem guten Ergebnis 14 Jahre konsequente Zusammenarbeit zwischen dem ADFC und der Stadt Aalen.

Die besten Noten erteilten die fahrradfahrenden Bürger ihrer Stadt, trotz der Höhenunterschiede, für die Erreichbarkeit des Zentrums und die Möglichkeiten zügig und direkt ein Ziel zu erreichen. Überdies nehmen die Radfahrer das allgemein gute Zusammenleben in Aalen positiv wahr. Konflikte mit Fußgängern und Fahrraddiebstahl sind verglichen zu anderen Städten kaum ein Thema. Erstaunlich schlecht ist die Bewertung beim Problempunkt "Parken auf Radwegen". Kein Trost, dass Aalen auch hier besser dasteht als der Durchschnitt, denn mehr als der Ärger gilt die Gefahr, die von dieser Gedankenlosigkeit der Autofahrer ausgeht – vor allem für die nicht so Versierten unter den Radlern.

$(text:b:Für Akzeptanz werben)$

Trotz der positiv bewerteten Rahmenbedingungen gibt es aber auch noch Radfahrer, die sich auf Aalener Radwegen nicht sicher fühlen, sie finden sich als Verkehrsteilnehmer außerdem nicht genügend akzeptiert. Mehr Information und Werbung, wofür in Aalen nach Ansicht der Befragten zu wenig getan wird, könnte dem abhelfen. Damit ließe sich der Trend verstärken, dass alle Bevölkerungsgruppen das Fahrrad als noch mehr selbstverständliches Verkehrsmittel nutzen. Vielleicht sind es die steigenden Benzinpreise, vielleicht setzt sich auch das Bewusstsein durch, dass Bewegung im Alltag jedermann, egal welchen Alters, gut tut: "Wir sehen immer mehr Menschen jeden Alters, die für kleinere Besorgungen das Fahrrad nutzen", stellten alle Anwesenden einmütig fest.

Darum zählt gerade in Zeiten knapper Kassen gezielte Information und Werbung fürs Radfahren zu den Aufgaben, derer sich Aalens Stadtverwaltung annimmt: Stadt und ADFC arbeiten gemeinsam an einem Fahrradstadtplan. Und die sich seit Anfang März im Bau befindliche "Neue Welt"-Unterführung wird eine der verbliebenen Lücken im Radwegenetz der Stadt schließen.
© Stadt Aalen, 06.04.2006