Gemeinderat berät über Einzelhandelskonzeption

Am morgigen Donnerstag, 18. September 2008, berät der Gemeinderat der Stadt Aalen über die Vergabe einer Einzelhandelskonzeption. Damit soll Planungssicherheit für die künftige Entwicklung geschaffen werden.

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Die Besucher der Aalener Innenstadt fühlen sich wohl und kommen gerne hierher zum einkaufen und flanieren. Ein breites Angebot und eine schöne, lebendige Altstadt tragen zu dieser positiven Situation bei. Diese gute Ausgangslage soll erhalten und weiter gestärkt werden. Von allen Beteiligten erfordert dies aktives Handeln, da sich die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel ständig verändern. So wird sich z.B. der demografische Wandel die Kundenstruktur und die Anforderungen an eine ausreichende Nahversorgung verändern.

Die Stadt Aalen unterstützt die positive Entwicklung der örtlichen Einzelhandelsstruktur. Eine aktualisierte Einzelhandelskonzeption bietet die Grundlage und Sicherheit für erforderliche Entscheidungen. Sie ist Voraussetzung für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadt- und Einzelhandelsentwicklung. Die seitherige Markt- und Standortkonzeption, die im Auftrag der Stadt Aalen von der GfK Marktforschung GmbH in Nürnberg im Jahr 1996 erstellt wurde, muss nach über 10 Jahren Laufzeit und zahlreichen Veränderungen in der Einzelhandelsstruktur aktualisiert werden.
© Stadt Aalen, 17.09.2008

Leistungsfähiger Einzelhandel ist entscheidend für Zentralität

Neben einer Bestandserhebung in der Gesamtstadt wird die Fortschreibung auch Schlussfolgerungen für die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten enthalten. Ein zentrales Thema der Untersuchungen ist die Nahversorgung in den Stadtteilen und Wohngebieten. Genauso wichtig ist aber auch das Zentrum der Stadt. Mit entscheidend für die Zentralität der Stadt Aalen ist ein leistungsfähiger Einzelhandel, der in der Lage ist, Kaufkraft zu binden und darüber hinaus regionale Kaufkraft anzuziehen. Eine besondere Form des Einzelhandels stellt der sogenannte $(text:b:großflächige Einzelhandel)$ dar. Vom Gesetzgeber wurde geregelt, dass Einzelhandelsgroßprojekte weder durch ihre Lage und Größe, noch durch ihre Folgewirkungen die Funktionsfähigkeit der Stadt- und Ortskerne der Standortgemeinde wesentlich beeinträchtigen dürfen. Damit sich Einzelhandelsgroßprojekte nicht nachteilig auf die zentrale Versorgungsstruktur einer Stadt auswirken können, dürfen sie nur an sogenannten städtebaulich integrierten Standorten vorgesehen werden. Gemeint ist mit dem Begriff "städtebaulich integrierte Standorte" eine für die jeweilige Stadt passende Zuordnung einer großflächigen Einzelhandelsnutzung zu den vorhandenen Versorgungszentren. Eine weitere wichtige Fragestellung für eine Einzelhandelskonzeption ist das $(text:b:Warenangebot)$. Unterschieden wird dabei im Planungsrecht nach zentrenrelevanten Sortimenten (z.B. Bücher, Baby- und Kinderartikel, Unterhaltungselektronik, Kunst und Kunstgewerbe, Uhren, Schmuck, etc.) und Randsortimenten (zum Beispiel Haushaltswaren in einem Möbelhaus). Bekleidung wird als Indikator für ein funktionsfähiges Zentrum angesehen, daher wird es immer als zentrenrelevant eingestuft. Da vor allem bei größeren Städten in der Regel eine sehr breit ausgebildete und vielfältige Einzelhandelsstruktur vorliegt, muss die örtliche Situation sorgfältig analysiert werden. Nur so kann für eine Stadt eine passgenaue Lösung entwickelt werden. Zusammenfassend gibt die Einzelhandelskonzeption die Ziele vor, entwickelt für einzelne Bereiche konkrete Maßnahmen und berücksichtigt die aktuelle Rechtsprechung. Das sind unverzichtbare Entscheidungsgrundlagen für zukünftige Ansiedlungswünsche und Entwicklungsperspektiven.