Geodaten sichern Eigentum

Der Deutsche Verein für Vermessungswesen - Gesellschaft für Geodäsie und Geoinformation und Landmanagement (DVW) hat seine diesjährige fachwissenschaftliche Tagung in der Aalener Stadthalle abgehalten. Themen waren die Wertschöpfung aus Luftbilddaten und komplexe Ingenieurvermessungen. Von besonderer Bedeutung sind Geodaten und Liegenschaftskataster zum Beispiel für die Entwicklung einer zivilen und freien Gesellschaft in Afghanistan.

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Der DVW widmet sich dem Ziel der wissenschaftlichen sowie der fachlichen Förderung des Vermessungs- und Geoinformationswesen. Die Bedeutung der Geodaten, das heißt Daten, welche eine Beziehung zu Raum und Lage darstellen, wird immer größer.

300 Tagungsteilnehmer setzten sich auf Einladung des DVW Landesvereins Baden- Württemberg in Aalen mit den vielfältigen Themen auseinander und diskutierten die neuesten Entwicklungen.
Oberbürgermeister Martin Gerlach stellte in seinem Grußwort die Stadt Aalen mit ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung in den Mittelpunkt. Die Stadt unternehme viel, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. „Aalen entwickelt sich zur Stadt der Bildung und Innovation. Wir sind auf einem guten Weg“ betonte Gerlach. Das Thema Demografie werde in der täglichen Arbeit berücksichtigt, so dass die Chancen für die Zukunft, auch im Vergleich mit anderen Städten, positiv gesehen werden könnten.

Beim Thema Geodaten im kommunalen Bereich nehme Aalen eine Vorreiterrolle ein. Das Stadtmessungsamt habe mit dem Aufbau und der Bereitstellung von Geodaten durch ein zielgerichtetes Geodaternmanagement hervorragende querschnittsbezogene Aufgaben innerhalb der Stadtverwaltung wahrgenommen. „Auf diese im GIS bereitgestellten Geodaten können wir in der täglichen Arbeit nicht mehr verzichten,“ so das Stadtoberhaupt. Im Internet der Stadt sei dadurch eine neue Qualität der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern entstanden, Transparenz sei garantiert. Deshalb sei das Geodatenportal Aalen mehrfach ausgezeichnet worden und finde bundesweit Anerkennung.
© Stadt Aalen, 13.05.2011
Landrat Klaus Pavel ging auf die Ergebnisse der Verwaltungsreform 2003 ein, bei der die frühere Vermessungs- und Flurbereinigungsverwaltung in das Landratsamt eingegliedert wurde. Die erzielten Synergieeffekte seien positiv und die Region profitiere von dem einheitlichen Serviceangebot. Die Strategie einer flexiblen, bedarfsgerechten Bereithaltung von Luftbilddaten bis zu einer Auflösung von 10 cm als Basis einer hohen Wertschöpfung konnte Berthold Klausner vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung eindrucksvoll aufzeigen. Die weiteren Vorträge zum Thema der Ingenieurvermessung im Tunnelbau sowie zur Datenaufbereitung für die gesplittete Abwassergebühr von Thorsten Schwing stießen aus aktuellem Anlass auf großes Interesse. Auch in Afghanistan sind Geodaten von größter strategischer Bedeutung. Oberstleutnant Josef Burkart vom Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr berichtete von der Einrichtung von Basisdiensten, um Grundlagen für ein Liegenschaftskataster und damit zur Sicherung des Eigentums zu schaffen. Dies sei sowohl für die landwirtschaftliche Nutzung als auch für Investoren wichtig. „Es hat sich gezeigt, dass ohne ein gesichertes Eigentum sowohl in technischer als auch gesetzlicher Hinsicht ein nachhaltiger wirtschaftlicher Ausbau nicht möglich ist“ betont Oberstleutnant Burkart. Deshalb würden die Verbündeten sehr viel personelle und finanzielle Mittel dafür bereitstellen. Seine Schilderungen über die Rahmenbedingungen zeigten auf, welcher großen Aufgabe die Soldaten in Afghanistan gegenüberstehen, zumal es an gut ausgebildeten Menschen fehle. „Nur Bildung kann die Region langfristig weiter bringen“, so das Fazit. Am Schluss dankte der Tagungsleiter Manfred Zöllner dem Vorsitzenden des DVW in Ostwürttemberg und Leiter des Stadtmessungsamtes, Philipp Maier für die Vorbereitung der Tagung. Die Vorträge und Diskussionen hätten erneut gezeigt wie wichtig es sei, sich über neue technische Lösungen zu informieren.