Gründung einer Interessensgemeinschaft Schienenkorridor Stuttgart-Nürnberg

Für die Schienenstrecke von Stuttgart über Schorndorf, Schwäbisch Gmünd, Aalen, Ellwangen, Crailsheim, Ansbach nach Nürnberg soll eine Interessensgemeinschaft gegründet werden.

Diese konkrete Absicht haben Vertreter aus Städten, Kreisen und Regionen entlang der Strecke am 9. April 2013 im Landratsamt des Ostalbkreises in Aalen besprochen.

Die Schienenstrecke zwischen Stuttgart und Nürnberg steht seit längerem im Mittelpunkt der Diskussion in den Regionen, die nicht zuletzt durch die Kooperation der Regionalverbände der Europäischen Metropolregion Stuttgart im Rahmen eines laufenden Modellvorhabens des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung befördert wurde. Im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsschienenstrecke Nürnberg-Erfurt-Berlin in 2017 und den damit möglichen schnellen Verbindungen in den Mitteldeutschen Raum und nach Berlin ergeben sich für die Europäische Metropolregion Stuttgart ganz neue Verkehrspotenziale (z.B. 4 Stunden Fahrzeit von Aalen nach Berlin).

Für die Metropolregion geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung des Fernverkehrsangebots mit den bestehenden Halten in den Mittelzentren. Wichtig ist eine passgenaue Verknüpfung des Fernverkehrs in den Bahnhöfen Nürnberg (mit dem ICE nach Berlin), Ansbach (mit dem ICE München –Würzburg) und Stuttgart (nach Zürich, Mannheimund Karlsruhe). Dabei wird ausgegangen von einem Stundentakt in der Hauptverkehrszeit und von der Verknüpfung mit den Nahverkehren und weiterführenden Mobilitätsangeboten (Bus, Carsharing, Elektrofahrrad etc.) entlang der Schienenachse in die umgebenden Räume hinein.

Die Struktur der Interessensgemeinschaft wird in den kommenden Wochen ausgearbeitet und mit weiteren Partnern aus Politik und Wirtschaft abgestimmt. Am 12. Juli 2013 findet die offizielle Gründung der Interessengemeinschaft im Rahmen des zweiten Bahntags der Europäischen Metropolregion Stuttgart in Crailsheim statt. Hierzu hat auch Landesverkehrsminister Winfried Hermann seine Teilnahme zugesagt.

Die Interessensgemeinschaft soll mit einer flachen Organisationsstruktur arbeiten und eigene Ansätze zur Verbesserung der Mobilitätsketten und der Bahnhöfe mit ihrem Umfeld als Schnittstelle zur Stadtentwicklung zusammenführen. Neben dieser Selbstverpflichtung geht es den Partnern auch darum, Anliegen an die Verkehrspolitik in Land und Bund heranzutragen und Verbesserungen einzufordern. Dazu gehört zum Beispiel die Ertüchtigung und technische Verbesserung der Schieneninfrastruktur damit sie für die Kunden des Fern- und Nahverkehrsnoch attraktiver wird.

Übergeordnetes Ziel sind mehr Fahrgäste für die Bahn.
Die Gebietskörperschaften an der Bahnstrecke werden nun ein Positionspapier und die Erklärung zur Gründung der Interessensgemeinschaft am 12.Juli zum Bahntag in Crailsheim vorbereiten und weitere Unterstützer in den Regionen an der Bahnstrecke einbinden.
© Stadt Aalen, 10.04.2013