Grundsteinlegung: Limesmuseum in Aalen wird für 1,48 Millionen Euro erweitert

Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle, Prof. Dr. Claus Eiselstein, Geschäftsführer der Landesstiftung Baden-Württemberg und Prof. Dr. Dieter Planck, Direktor des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg, legten heute Nachmittag, 2. Mai, den Grundstein für die Erweiterung und museumspädagogische Fortentwicklung des Limesmuseums in Aalen.

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Dabei betonte Oberbürgermeister Ulrich Pfeifle, dass die römische Vergangenheit in der Stadt als auch in der Region tief verankert sei. Dazu leiste das Limesmuseum einen entscheidenden Beitrag. In Erwartung auf die Anerkennung des obergermanisch-rätischen Limes als Weltkulturerbe der UNESCO habe der Gemeinderat der Stadt Aalen entschieden, dieses bedeutende archäologische Museum zu erweitern.

Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 1,48 Millionen Euro. Davon übernimmt die Landesstiftung Baden-Württemberg 1,08 Millionen Euro, dessen Geschäftsführer Prof. Dr. Claus Eiselstein aus mehreren Gründen, so Eiselstein, Anlass zur Freude habe. Zum einen wünsche er sich, dass die Landesstiftung einen hoffentlich entscheidenden Beitrag zur Anerkennung des Limes zum Weltkulturerbe durch die Förderung dieses Projektes leisten könne. Des weiteren sei der landesweite Blick auf Aalen gerichtet. Die Beteiligung der Stadt mit 400 000 Euro zeige ihm, dass auch der Gemeinderat hinter dem Limesmuseum stehe. Und zum anderen sei das Limesmuseum eine wichtige Bildungseinrichtung, was unter anderem der Besuch durch viele Schulklassen beweise.

Auf einer rund 500 Quadratmeter großen Plattform wird ein Teil einer römischen Reiterbaracke mit annähernd 170 Quadratmetern und einer Höhe von neun Metern rekonstruiert. Die Ausmaße gehen auf Funde einer Römerbaracke in Heidenheim zurück. Dadurch, so der Direktor des Archäologischen Landesmuseums Prof. Dr. Dieter Planck bei der Grundsteinlegung, sei nachvollziehbar, wie Kastelle einst ausgesehen haben. Außerdem entsteht ein römischer Backofen, ein archäologischer Park im Außenbereich und das museumspädagogische Angebot wird um eine multimediale Darstellung erweitert. Die Baumaßnahmen am ehemaligen größten Reiterkastell nördlich der Alpen sollen am 9. September 2005 abgeschlossen sein.
© Stadt Aalen, 02.05.2005

Hintergrund

Dort, wo vor 1800 Jahren etwa 1000 römische Reitersoldaten der „Ala Il Flavia Miliaria“ im größten Reiterkastell nördlich der Alpen stationiert waren, steht heute das Limesmuseum Aalen. Es konnte im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Mit rund 40 000 Besuchern jährlich zählt es neben dem Federseemuseum in Bad Buchau und dem Archäologischen Museum in Kehlheim zu den am häufigsten besuchten archäologischen Museen in Süddeutschland.