Handlungsprogramm Wohnen

Oberbürgermeister Thilo Rentschler hat gemeinsam mit den Geschäftsführern der Wohnungsbau Aalen, Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler und Robert Ihl, eine städtische Vorhabenliste präsentiert, um das Wohnungsangebot in den nächsten Jahren sicherstellen und die Einwohnerzahl halten zu können.

Visualisierung der Neubauten an der Friedrichstraße
Visualisierung der Neubauten an der Friedrichstraße (© Stadt Aalen)

„Der Wohnungsmarkt ist bundesweit seit einiger Zeit angespannt. Es gilt, die steigende Nachfrage und das Angebot auf dem Wohnungsmarkt zusammenzubringen, um für alle zweckmäßigen Wohnungsbau zur Verfügung stellen zu können“ erklärte Oberbürgermeister Thilo Rentschler.

Aufgrund der verhaltenen Bautätigkeit in den Krisenjahren 2008 bis 2010 herrsche auch in Aalen Nachholbedarf. Seit zwei Jahren seien viele wieder bereit, zu investieren und diesen Aufschwung gelte es mitzunehmen. „Unser Ziel ist es, dass Wohnraum in allen Preissegmenten für alle Zielgruppen vorhanden ist. Wir müssen zwischen 230 und 240 neue Wohneinheiten im Jahr schaffen, um die Nachfrage bedienen und damit unsere Einwohnerzahl halten zu können“ betonte das Stadtoberhaupt. Das Wohnungsbauprogramm könne nur geschultert werden, wenn auch private Investoren und Bauträger tätig würden. Das Programm werde von Jahr zu Jahr nach Marktanforderung evaluiert. Die Wohnungsbau habe den besonderen Auftrag, die soziale Mischung des Wohnungsangebotes wahrzunehmen. Aber auch bei Bauträgern auf städtischen Flächen würde darauf geachtet, dass 20 bis 30 Prozent günstiger Wohnraum geschaffen würden. Diese gesamtgesellschaftliche Verantwortung müsse erfüllt werden.

Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler ergänzt, dass auch in allen Stadtbezirken Neubaugebiete vorhanden oder geplant seien. Gemeinsam mit Robert Ihl stellt sie die einzelnen Vorhaben von Stadt und Wohnungsbau Aalen bis zum Jahr 2020 vor. Ihl betont, dass die Wohnungsbau bis zum Jahr 2020 über 100 Millionen Euro investiere.

Stadtquartier Rötenberg

Im Quartier Rötenberg sind 150 bis 160 Wohneinheiten geplant. Das Jugend- und Nachbarschaftszentrum als soziales Herzstück wird baulich ertüchtigt. Die Bebauung soll aufgelockert werden und viel Grün enthalten. Insgesamt wird eine neue Durchmischung der Generationen und sozialen Schichten sowie die Erschließung neuer Zielgruppen angestrebt. Neben dem bisherigen Angebot soll es auch höherwertige Mietwohnungen und Eigentumswohnungen geben. Städtebaulich wird sich das Gebiet weg von der strengen Zeilenstruktur zu einer lockeren, vielfältigen Bebauung wandeln. In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird das Konzept Stück für Stück umgesetzt.

Am Stadtgarten

Die städtische Wohnungsbau erstellt gemeinsam mit der Essinger Wohnungsbau das Quartier am Stadtgarten. Parallel zum Bahnhof und in Verlängerung des Mercatura entsteht ein Komplex aus drei Gebäuden mit Gewerbenutzung im EG und Wohnen in den oberen Etagen. Durch diese städtebauliche Sanierung entstehen 60 neue Wohneinheiten mit 5.200 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Damit soll ein weiterer Impuls gegeben werden zur Sanierung der Innenstadt und eine Aufwertung des Bahnhofsquartiers erreicht werden.

Stadtoval

Das Stadtoval ist eine Jahrhundertchance für Aalen. Hier soll auf einem Gebiet mit der Größe der Innenstadt ein neues attraktives Stadtquartier entstehen. Das städtebauliche Konzept gruppiert 220-250 Wohneinheiten in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und Innenstadt um eine grüne Mitte.  Außerdem ist ein Teil für Gewerbe und Dienstleistungen vorgesehen.

Maiergasse

Das ehemalige Gelände der Aalener Baumaschinen in Wasseralfingen bietet ganz besondere Entwicklungschancen für Wasseralfingen aufgrund der Nähe zum Ortskern und den Schulen. Hier soll attraktiver, barrierefreier Wohnraum mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern sowie Gewerbe- und Dienstleistungsnutzungen entstehen. Außerdem ist ein zentraler Platz vorgesehen. Durch die Renaturierung des Kochers ist das Areal landschaftlich schön eingebettet und bietet Naherholungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.

Schlatäcker

Das Baugebiet Schlatäcker ist das letzte große Baugebiet in der Kernstadt. Das Quartier ist eingebettet in eine schöne Landschaft, gleichzeitig ist die Innenstadt aber mit dem Rad oder zu Fuß gut erreichbar. Die Entwicklung erfolgt in 4 Bauabschnitten. Im nächsten Bauabschnitt II können 74 bis 102 Wohneinheiten entstehen. Insgesamt bietet Schlatäcker Platz für 340 bis 435 Wohneinheiten.

Hungerbühl Unterkochen

Für die Baulandentwicklung in Unterkochen ist das Bebauungsplangebiet Hungerbühl die wichtigste Entwicklungsfläche, um der negativen Einwohnerentwicklung im Ortsteil entgegenwirken zu können. Insgesamt sind 30 bis 60 Wohneinheiten möglich.

Kirchengrundstücke

Die Wohnungsbau hat von der evangelischen Kirchengemeinde die Martinskirche im Hüttfeld und die Markuskirche im Pelzwasen erworben. Beide Grundstücke sind Filetstücke. Die Kirchengebäude werden abgerissen und Wohnbebauung von hoher Qualität geschaffen.

Im Hüttfeld sollen die Neubauten um den Kindergarten angeordnet sein, 25 bis 30 Wohneinheiten. Dabei werden auch Gemeinschaftsräume für Begegnungen der Bürgerinnen und Bürger geschaffen.

Im Pelzwasen entstehen Reihenhäuser, Geschosswohnungsbau und Stadtvillen.

Baulandpotential

Für die Innenentwicklung ist Aalen mit seinem Baulaundkataster sehr gut aufgestellt und wird dies weiter verfolgen. Es ist im Internet einsehbar und bietet 15 Hektar sofort bebaubare Flächen. Dies ist besonders auch für die Teilorte eine wertvolle Baulandreserve.

Friedrichstraße

Das Quartier der Wohnungsbau an der Friedrichstraße wird für insgesamt 20 Millionen Euro neu geordnet und die Häuserzeilen aus den 1950er Jahren schrittweise durch Neubauten mit Eigentums- und Mietwohnungen ersetzt. 30 Prozent der Wohnungen sollen Sozialmietwohnungen sein. Das erste Gebäude wurde bereits abgebrochen. Das städtebauliche Konzept für den gesamten Komplex ist auf 15 bis 25 Jahre ausgelegt und sieht insgesamt Neubauten für 118 Wohneinheiten und 10.000 Quadratmeter Wohnfläche vor.

Studenten

Für Studentenwohnungen gibt es in der Stadt verschiedene Projekte in der Brunnenstraße, der Gartenstraße, dem ehemaligen Schwesternwohnheim und in der Wellandstraße. Insgesamt stehen 365 Wohneinheiten zur Verfügung. Der Wohnungsmarkt wird entspannt, wenn für die Studenten ein eigenes, bedarfsorientiertes Angebot vorhanden ist.