Heilpädagogischer Fachdienst ausgebaut

Die Stadt Aalen hat den Heilpädagogischen Fachdienst für die Städtischen Kindergärten aufgrund des steigenden Bedarfs auf 1,6 Stellen aufgestockt. Seit 1. Juli verstärkt Dorothee Holl das Team und steht Kindern, Eltern und Erzieherinnen in den Einrichtungen vor Ort zur Verfügung.

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„Wir haben die Notwendigkeit bereits weit vor Inkrafttreten der UN Menschenrechtskonvention und der Unterzeichnung des Vertrags von Barcelona gesehen“ betont Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher. „Unser Gemeinderat hat schon im Jahre 1999 als eine der ersten Städte in Deutschland die Entscheidung getroffen, einen Fachdienst einzurichten. Mit diesem qualifizierten Personal möchten wir Eltern und Kindern mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen eine Unterstützung und Begleitung bieten. Zwischen 70 und 80 Mal im Jahr wird dieses Angebot mit den unterschiedlichsten Anliegen in Anspruch genommen.“

Die Fachberaterin für Kinderbetreuungseinrichtungen, Annegret von Soosten ergänzt, dass das Angebot für alle Kinder und Eltern bei Entwicklungsschwierigkeiten oder Erziehungsfragen zur Verfügung stehe. Nach dem Motto „Verschiedenheit macht schlau, Gemeinsamkeit macht stark“ sollen alle Kinder, also auch mit Behinderungen oder Entwicklungsrückständen ein Lernfeld in den städtischen Kindergärten finden. Diese müssten nicht Sondereinrichtungen mit besonders kleinen Gruppen und einer speziellen Förderung besuchen, sondern könnten im Sinne der Inklusion auch in die städtischen Kindergärten. „Die Fachberaterinnen stehen in jedem Kindergarten an einem Wochentag mit ihrem Fachwissen und ihrer Beratungskompetenz zur Verfügung. Dadurch sind sie im Alltag präsent und die Kontaktaufnahme fällt leichter, es werden Hemmschwellen abgebaut.“
© Stadt Aalen, 21.08.2013
Seit 8 Wochen verstärkt die Heilpädagogin Dorothee Holl nun das Team. Sie bringt Erfahrungen aus der Lebenshilfe und aus der Arbeit mit Familien mit verhaltensauffälligen Kindern mit. Ihre Hauptaufgaben bestehen darin, die Kinder individuell im Spiel zu fördern, Schwächen zu diagnostizieren und Fördermöglichkeiten anzubieten. Auch der regelmäßige Austausch mit den Erzieherinnen und die Vernetzung mit Institutionen und Ärzten sei wichtig. Im vergangenen Jahr wurden 4 Kinder mit diagnostizierten Behinderungen dauerhaft in den städtischen Einrichtungen gefördert, jedoch haben 71 Kinder und Eltern die Unterstützung des Fachdienstes mit den unterschiedlichsten Anliegen in Anspruch genommen. Die Bandbreite reichte von der Veränderung von aggressiven und impulsiven Konfliktlösungsstrategien und Impulskontrolle über die Entwicklung von Ausdauer und Konzentration bis zur Unterstützung der kognitiven Entwicklung und Lernortberatung der Eltern.