Heilstollenverband tagte in Neubulach

Qualitätssicherung der Heilstollentherapie vorrangige Verbandsaufgabe

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Neubulach / Aalen (DHV) Die Vertreter der Orte mit Heilstollen in Deutschland trafen sich im Neubulacher Bürgersaal zu ihrer Hauptversammlung und zu einem Erfahrungsaustausch der örtlichen Mediziner und Kurgeschäftsführer. Verbandspräsident Martin Gerlach, Oberbürgermeister von Aalen, sah die Qualitätssicherung des Kurangebotes in den Heilstollen als vorrangiges Ziel in der Verbandsarbeit. Er umriss die bisherigen Bemühungen des Verbandes in der medizinischen und klimawissenschaftlichen Forschung. Nach Jahren intensiver Anstrengungen und teilweise auch gegen Widerstände sei es dem Verband gelungen, die Heilstollentherapie in die Kurortmedizin zu integrieren. Die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen seien zwischenzeitlich dem Beispiel Baden-Württembergs gefolgt und hätten das Prädikat „Ort mit Heilstollenkurbetrieb“ in ihre Kurortgesetze aufgenommen. In Bayern und Thüringen waren die Bemühungen bei den Landesregierungen bisher noch zu keinem erfolgreichen Abschluss gekommen. Ein wichtiger Meilenstein in der Arbeit des Verbandes sei es gewesen, dass die Heilstollentherapie Eingang in die Begriffsbestimmungen für Heilbäder und Kurorte des Deutschen Heilbäderverbandes gefunden habe.

Dem waren ein Forschungsprojekt der Medizin-Meteorologie des Deutschen Wetterdienstes mit einjährigen Klima-Messreihen an allen Standorten sowie eine Medizinstudie der Universitätskinderklinik Ulm an den Standorten Aalen, Neubulach und Pottenstein vorausgegangen. Die im Rahmen einer Dissertation mit 120 Kindern durchgeführte Studie brachte signifikante Lungenfunktionsverbesserungen bei Kindern, die im Heilstollen therapiert wurden gegenüber einer etwa gleich großen Vergleichsgruppe, die mit gleichem Betreuungsprogramm, jedoch ohne Klimatherapie im Stollen untersucht und beobachtet wurden. Präsident Martin Gerlach erinnerte an das wissenschaftliche Symposium, das anlässlich der letzten Jahresversammlung des Verbandes in Aalen veranstaltet wurde und bei dem die Ergebnisse der evidenzbasierten Studie im Kreis namhafter Kurortmediziner und Balneologen vorgestellt werden konnte und Beachtung gefunden hat.

Die wissenschaftliche und therapeutische Qualitätssicherung gelte es weiterhin im Auge zu behalten. Nach einer weiteren klimawissenschaftlichen Zwischenuntersuchung und Begutachtung durch den Qualitätsausschuss des Verbandes haben zwischenzeitlich alle Verbandsmitglieder die kurörtlichen Qualitätsstandards, die festgelegten Klimarichtwerte und die medizinischen Betreuungsnormen anerkannt. Damit könne in allen Mitgliedsorten die Heilstollentherapie als natürliches Heilmittel Patienten mit Atemwegserkrankungen in bestmöglicher Weise zur Verfügung gestellt werden. Allein in den beiden baden- württembergischen Standorten in Aalen und in Neubulach erfolgten im vergangenen Jahr 12.786 Therapie-Anwendungen, wobei ein Großteil auf Angebote mit speziell betreuten Kinderkuren entfällt.

Zum Abschluss der Tagung, bei der auch übliche Regularien wie Kassen- und Geschäftsberichte, sowie der Wirtschaftplan 2008 abzuwickeln waren, stellte Oberbürgermeister Gerlach fest, dass sich in den letzten Jahren in einem Großteil der Therapie-Orte personelle und strukturelle Veränderungen in den Geschäftsführungen und bei den Abläufen in den Kureinrichtungen ergeben hätten. Dies mache es erforderlich, die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch auf Verbandsebene stärker als bisher zu betreiben, vor allem auch hinsichtlich gemeinsamer Auftritte und Marketingstrategien. Karl Troßbach vom Kurbetrieb Aalen und Geschäftsführer des Verbandes teilte in seinem Geschäftsbericht mit, dass die Marke „Deutscher Heilstollen-Verband“ zusammen mit dem gemeinsamen Logo zwischenzeitlich beim Patentamt angemeldet und patentrechtlich geschützt sei.
© Stadt Aalen, 22.04.2008