Hermann-Bausinger-Symposium am 18. März: Was darf der Humor?

Podiumsdiskussion mit Karl-Josef Kuschel, Hermann Glaser, Hermann Bausinger und Werner Koczwara unter der Moderation von Irene Ferchl am kommenden Sonntag.

Was darf der Humor? Noch nie hatte diese Frage eine solche Brisanz wie angesichts des Streits über die Karikaturen des Propheten Mohammed, die Medienattacken gegen Papst Benedikt XVI. oder den Internetfilm, in dem Adolf Hitler mit der Stimme von Gerhard Polt über einen Leasing-Vertrag jammert. Dass die Reaktionen auf solche, wie es viele der Betroffenen sehen, blasphemischen Auswüchse und verletzenden Geschmacklosigkeiten oft mit Grundsätzen unserer Demokratie und Verfassung nicht vereinbar sind, liegt angesichts von Morddrohungen, Tätlichkeiten und Zensurforderungen auf der Hand. Aber die Künstler, seien es Maler, Bildhauer, Karikaturisten oder Kleinkünstler wie zum Beispiel die Kabarettisten, und auch die normalen Rezipienten befinden sich in einem Dilemma: eingeschüchtert die vielbeklagte „Schere im Kopf“ akzeptieren oder mit Zivilcourage die vielbeschworene Freiheit der Kunst verteidigen? Oder gibt es einen Mittelweg? Diesen und weiteren Fragen gehen Karl-Josef Kuschel, Hermann Glaser, Hermann Bausinger und Werner Koczwara am kommenden Sonntag, 18. März 2007 um 17 Uhr im kleinen Sitzungssaal des Rathauses in einer Podiumsdiskussion unter der Moderation von Irene Ferchl auf den Grund.

$(text:b:Karl Josef Kuschel)$

Karl Josef Kuschel, Autor und Professor an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen, beschäftigt sich wesentlich mit Fragen eines weltweiten interreligiösen Dialogs und der Frage nach einem verbindenden Ethos. In seiner Vortragstätigkeit hat er sich u. a. auch mit dem Thema: „Lachen – Gottes und der Menschen Kunst“ auseinandergesetzt.

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Hermann Glaser, Kulturwissenschaftler und Kulturpolitiker, ausgezeichnet mit dem Schubart-Preis des Jahres 1991 für seine Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, ist ein profunder Kenner kultureller Entwicklungen und Phänomene im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Kultur- und Kunstbeurteilung und einem individuellen, oft provokanten künstlerischen Ausdruckswillen.

$(text:b:Hermann Bausinger)$

Hermann Bausinger, Autor und Kulturwissenschaftler, hat sich mit seinen volkskundlichen Betrachtungen auch dem Humor, besonders natürlich seiner schwäbischen Variante, gewidmet.

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Werner Koczwara, Kabarettist und Autor, hat immer wieder für kontroverse Reaktionen gesorgt, z. B. auch in Aalen mit seinem Programm „Warum war Jesus nicht rechtsschutzversichert“ oder „Wenn die Keuschheit im Bordell verpufft“. Er wird zum Beginn des Abends Programmauszüge darbieten.

$(text:b:Irene Ferchl )$

Irene Ferchl, Autorin und Herausgeberin des Literaturblattes Baden-Württemberg, sowie derzeitige Vorsitzende des Schubart-Literaturpreisgerichts, moderiert häufig literarische Begegnungen im Stuttgarter Literaturhaus.
© Stadt Aalen, 15.03.2007