Humanitäre Hilfe, die ankommt: Aalener Schule in der Türkei steht kurz vor der Einweihung

Hilfe für syrische Flüchtlingskinder

In Zeiten wachsender Flüchtlingsströme ist es wichtiger denn je Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. Deshalb hat die Stadt Aalen mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg eine Schule für syrische Flüchtlingskinder in ihrer Partnerstadt Antakya/ Hatay gebaut. Das Gebäude mit 24 Klassenzimmern steht kurz vor der Eröffnung. Deshalb wird in wenigen Tagen, am 30.09.2016, eine Delegation aus Aalen und Stuttgart in die Türkei aufbrechen.

Schule für syrische Flüchtlingskinder in Antakya/Hatay
Schule für syrische Flüchtlingskinder in Antakya/Hatay (© Stadt Aalen)

Im Zweischichtbetrieb können so 1.500 syrische Kinder beschult werden. Gekostet hat das funktionale Gebäude rund 300.000 Euro. Das Geld kam durch 100.000 Euro an Spenden aus der Aalener Bevölkerung und regionalen Unternehmen, sowie mit 50.000 Euro aus dem städtischen Haushalt zu Stande. Das Land seinerseits verdoppelte jeden in Aalen eingesammelten Euro, so dass am Ende 300.000 Euro auf dem Konto waren. Im Nachtragshaushalt 2016/17 hatte der Baden-Württembergische Landtag 500.000 Euro für derartige Projekte eingestellt. Bislang ist Aalen die einzige Kommune landesweit, die ein solches Projekt erfolgreich auf die Beine gestellt hat.

"Gerade in solch schwierigen Zeiten sind gelebte zivilgesellschaftliche und städtepartnerschaftliche Beziehungen immens wichtig", sagt Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler. Dieser Auffassung ist auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier, was aus einem Schreiben des Auswärtige Amtes an die Stadt hervorgeht.

OB Rentschler war zusammen mit dem früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Claus Schmiedel, Ideengeber dieses Schulbaues. Der Oberbürgermeister ist zudem Vorsitzender eines eigens für den Zweck gegründeten Vereins.

Aalens Partnerstadt Antakya/ Hatay liegt unmittelbar an der Grenze zu Syrien. In der rund 1,5 Millionen Einwohner starken Region leben geschätzt 450.000 Flüchtlinge; ein Drittel davon Kinder. Weniger als die Hälfte davon hatten bisher Zugang zu schulischer Bildung. Die Stadt Aalen und das Land haben innerhalb weniger Monate das Gebäude mit 24 Klassenzimmern bauen lassen. Für die Beschulung ist das türkische Schulministerium zuständig.

© Stadt Aalen, 28.09.2016