Innovationszentrum Aalen - ein hervorragender Baustein

Stärkung des regionalen Gründergeistes

Oberbürgermeister Thilo Rentschler hat am Mittwoch, 24. Juni gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie Landrat Klaus Pavel und Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider das EU-Leuchtturmprojekt Innovationszentrum offiziell seiner Bestimmung übergeben. Die Cafeteria der Hochschule Aalen war beim offiziellen Festakt bis auf den letzten Platz belegt. Daher wurde die Veranstaltung live in das Inno-Z und im Internet übertragen.

Oberbürgermeister Thilo Rentschler und Rektor Prof. Schneider schneiden die Torte an
Oberbürgermeister Thilo Rentschler und Rektor Prof. Schneider schneiden die Torte an (© Stadt Aalen)

Von einem Freudentag für die Stadt und die Hochschule, ja für die gesamte Region sprach OB Thilo Rentschler. „Es werden ab sofort am Hochschulcampus Schulter an Schulter, Tür an Tür Innovation, Forschungsstärke und Gründergeist einen weiteren Aufschwung erhalten. Ganz besonders begrüße ich den Ministerpräsidenten, der Forschung und Innovation zum klaren landespolitischen Ziel gesetzt hat.“

OB Rentschler verwies auch auf das 650-jährige Jubiläum der Schwäbischen Hüttenwerke, das am Folgetag offiziell begangen werde. „So weit reicht der Spannungsbogen in unserer Stadt – von jahrhundertlanger Industrietradition  mit dem ältesten Industrieunternehmen Deutschlands, bis zu den jüngsten, den Startup-Unternehmen, die praktisch ihre ganze Unternehmensgeschichte noch vor sich haben.“

Der Oberbürgermeister blickte bereits auf weitere Freudentage, zum Beispiel das durch private Stiftungsgelder unterstützte Projekt explorhino, das EU-Projekt RegioWin, das neue Forschungsgebäude und neue Studentenwohnungen. Wenn noch grünes Licht von der Landesregierung für das langersehnte Fakultätsgebäude und die neue Mensa komme, dann ist Aalen der Zukunftsvision Waldcampus ganz nah. „Die Investitionen in Höhe von 8 Millionen Euro in das Innovationszentrum sind gut angelegtes Geld. Ich danke der EU und dem Land für die Förderung des Projekts, der guten Kooperation zwischen Hochschule und Stadt sowie der intensiven Zusammenarbeit am Bauwerk und nicht zuletzt auch besonders den unterstützenden Unternehmen. Glück auf allen Gründern und innovativen Geistern, erobern Sie Ihr Innovationszentrum.“

Schaffung von Innovationskultur

Winfried Kretschmann bei seiner Ansprache
Winfried Kretschmann bei seiner Ansprache (© Stadt Aalen)

Kretschmann erzählte von seinem Besuch im Silicon Valley vor wenigen Wochen und der einzigartigen Startup-Kultur dort. Baden-Württemberg habe mit 15 Betriebsgründungen pro 10.000 Einwohner und Jahr großen Nachholbedarf. Vom Inno-Z erhofft sich der Landesvater eine Stärkung der lokalen Gründerszene. „Wir müssen weg von einer Fehlervermeidungskultur hin zu einer Innovationskultur. Auf diesem Weg sind Marksteine wie das Innovationszentrum notwendig. Dieses ist völlig zu Recht ein Leuchtturmprojekt der Europäischen Union. Baden-Württemberg ist auch deshalb ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort, weil wir im gesamten Land über herausragende Wissenschaftsstandorte verfügen. Hochschulen steigern die Innovationsstärke und tragen zur exzellenten Ausbildung unserer Fachkräfte bei.“

Gerade deshalb sei Anfang des Jahres das Hochschulfinanzierungsgesetz unterzeichnet worden, durch welches 1,7 Mrd. zusätzlich bis zum Jahr 2020 finanziert werden. „Wenn wir nicht in diese Bereiche investieren, untergraben wir die wichtigen Quellen der Zukunft. Jeder Euro, den wir für die Wissenschaft aufbringen, stärkt die Zukunftsfähigkeit von Baden-Württemberg. Davon wird auch die Hochschule Aalen profitieren.

Der ländliche Raum sei alles andere als strukturschwach und dies sei auch den Hochschulen zu verdanken. Hier würden hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Forschung erbracht. Gerade die Hochschule Aalen steche durchaus heraus. Zum 9. Mal in Folge habe sie vor kurzem den Titel der forschungsstärksten Hochschule für angewandte Wissenschaft in Baden-Württemberg erhalten.

„Inmitten eines forschungsstarken Umfelds hat das Gründer- und Innovationszentrum ganz hervorragende Voraussetzungen, die dazu beitragen, dass sich das Gebäude zum Inkubator der Ostalb entwickelt. Hierfür wünsche ich allen Beteiligten der Stadt, des Landkreises und der Hochschule alles Gute und viel Erfolg.“

Reaktion auf technologischen Wandel

Winfried Kretschmann im Speziallabor AMPEL
Winfried Kretschmann im Speziallabor AMPEL (© Stadt Aalen)

Prof. Dr. Gerhard Schneider sieht im Inno-Z eine Reaktion auf den immer rapideren technologischen Wandel. Die Einrichtung basiere auf zwei Säulen: Sie soll Anlaufstelle sein für alle Unternehmen in der Region und sie soll Unternehmensgründern Raum geben. Ziel müsse es sein, die Hochschule als Gründerhochschule zu positionieren und hierfür könne das Inno-Z Schrittmacher sein.

Landrat Klaus Pavel bezeichnete das Inno-Z als ein Alleinstellungsangebot auf der Ostalb mit Strahlkraft in das ganze Land und als eine Werkstatt für kluge Köpfe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass diese angenommen werde.

Ein Rundgang durch das Inno-Z schloss sich an. Winfried Kretschmann konnte sich dabei unter anderem einen Eindruck vom Speziallabor AMPEL verschaffen, das für optische und akustische Untersuchungen ausgelegt ist und zu weiteren Ausgründungen führen soll.

Das Innovationszentrum

OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler vor dem Innovationszentrum
OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler vor dem Innovationszentrum (© Thomas Siedler)

Die Stadt hat im Kommunalverbund ein Gründer- und Innovationszentrum auf dem Campus der Hochschule Aalen errichtet. Das "Innovationszentrum Aalen" soll als Inkubator für innovative Startup-Unternehmen ausgerichtet werden.

Durch eine kontinuierliche und strukturierte Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Gründern, Kommunen und der regionalen Wirtschaft wird eine neue Qualität für Existenzgründer geschaffen. Ergebnisse aus der angewandten Forschung an der Hochschule führen unmittelbar inneu entstehende Startup-Unternehmen, die sich in diesem innovativen und gestützten Umfeld entwickeln können.

Das Innovationszentrum ist fertig

Das von der Europäischen Union geförderte Leuchtturmprojekt (EULE) ist fertig gestellt. Die ersten Existenzgründer können nun einziehen und ihre Geschäftsideen bis zur Marktreife weiterentwickeln. „Durch professionelle Unterstützung und ideale Rahmenbedingungen im Hochschulumfeld soll dies hier möglichst vielen gelingen. Die Mietverhältnisse sind daher in der Regel auf drei Jahre befristet“ erklärt Oberbürgermeister Thilo Rentschler.

OB Rentschler betont, dass das Innovationszentrum in der Schnittstelle zwischen Hochschule und Wirtschaft als „Inkubator“ für Gründer die besten Startbedingungen bietet und bestmögliche Unterstützung gewährt werden kann. „Ich bin sicher, das Gebäude wird bald mit unterschiedlichsten kreativen Start-Up-Unternehmen befüllt sein. Ich danke dem Architekten, unserer Bauverwaltung und allen beteiligten Firmen.“

Erste Bürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler lobt das architektonisch sehr gelungene Gebäude, das sich bis ins Detail sehr schön präsentiere. Bauherr ist die Stadt Aalen gewesen. In Kooperation mit der kommunalen Familie hat das Projekt mit der EU-Förderung bereits 2010 begonnen. Das Stuttgarter Büro „scholl architekten partnerschaft scholl.balbach.walker“ hat Mitte 2011 den 1. Preis des Architektenwettbewerbs gewonnen. Das operative Geschäft wird von einer Betriebsgesellschaft übernommen, an der Stadt und Hochschule jeweils zur Hälfte beteiligt sind.

Innovatives Gebäude

Architekt Michael Walker, OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler auf der Dachterrasse des Innovationszentrums
Architekt Michael Walker, OB Thilo Rentschler und EBM Heim-Wenzler auf der Dachterrasse des Innovationszentrums (© Thomas Siedler)

Architekt Michael Walker stellte die Besonderheiten des innovativen Gebäudes vor. Das Innovationszentrum fügt sich wie selbstverständlich mit der vertikalen Gliederung und der Kubatur in die bestehenden Hochschulgebäude auf dem Burren und in die Landschaft ein. Auf einem massivem Betonfundament wurde in einer nachhaltigen Bauweise Holz als prägendes Bauelement für die Fassade und die Wandkonstruktion gewählt. Die Beheizung erfolgt in fortschrittlichem Konzept über Fernwärme und im Gebäude über Deckenheizung bzw. Fußbodenheizung im Obergeschoss. Eine Lüftungsanlage verhindert unnötige Heizwärmeverluste im Winter.

Eine Herausforderung stellten die Lärmemissionen der vorbeiführenden Bundesstraße dar. Dies konnte erfolgreich bewältigt werden, der Verkehrslärm ist im Gebäude nicht wahrnehmbar. „Klimahöfe“ sorgen nicht nur für Tageslicht im Gebäude, sondern ermöglichen den zur Bundesstraße orientiertem Räumen eine natürliche Belüftung durch die Fenster mit gedämpftem Lärm von der Straße.

In allen Räumen zeigt sich handwerkliche Vielfalt, jeder Raum wurde sorgfältig geplant und umgesetzt. In den Fluren gibt es offene Teeküchen, Sitzgelegenheiten an den Fenstern und sonstige Treffpunkte für die Nutzer des Gebäudes. Ein technisch ausgerüsteter Seminarraum mit Zugang zur geräumigen Dachterrasse ist auch extern anmietbar.

Flexibles Raumkonzept

Die Räume sind flexibel nutzbar, vom Einzelbüro über mehrere zusammengeschaltete Büros, bis hin zu größeren Räumlichkeiten ist alles denkbar. Die Verkabelungen sind in Seitenboxen integriert, um verschiedensten Anforderungen gerecht werden zu können.

Über einen Lasten-Aufzug im Gebäude kann die Andienung erfolgen, aber auch die barrierefreie Erreichbarkeit aller Ebenen ist gewährleistet.

Im Untergeschoss ist ein Großmaschinenlabor möglich. Die Räume sind besonders hoch und extrem belastbar. Hier ist auch die Möglichkeit für den Ausbau mit einer Kranbahn gegeben.

AMPEL als Speziallabor

Das Projekt AMPEL ist ein Speziallabor mit zwei Räumen innerhalb des Innovationszentrums zur Durchführung von optischen und akustischen Versuchen. Hier ist eine Verdunkelung möglich und in einem Raum sind große Verglasungen mit Schiebetüren eingebaut, um einen kompletten PKW für Versuchszwecke einstellen zu können. Durch dieses Projekt sollen High-Tech-Start-Up-Unternehmen unterstützt werden.

Daten und Fakten

  • Bauzeit: Herbst 2012 – Juni 2015
  • 59 Meter lang, 15 Meter breit
  • 23 Büros, 8 laborähnliche Büros, 5 Mechatronik- und Messtechniklabore und ein Großmaschinenlabor
  • Nettonutzfläche: 1.506 m²
  • Holzmenge gesamt: 523 m³
  • Stahlbetonmenge: 950 m³

Kontaktdaten

Dr.-Ing. Andreas Ehrhardt MBA

Geschäftsführer des Innovationszentrum an der Hochschule Aalen
Anton-Huber-Straße 20
73430 Aalen

Mobil:  +49 151 270 212 80
E-Mail: ehrhardt@innovationszentrum-aalen.de

Ansprechpartner Stadt Aalen

Wolfgang Weiß
Wirtschaftsförderung
1. OG - Zimmer 132
Martkplatz 30
73430 Aalen

Tel: 07361 52-1132
Fax: 07361 52-2279
E-Mail: wirtschaftsfoerderung@aalen.de
Persönliche E-Mail: wolfgang.weiss@aalen.de

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