Interkommunales Gewerbegebiet Goldshöfe wieder im Gespräch

Geballte Informationen zum möglichen Gewerbegebiet Goldshöfe gab es am Freitag, 29. Juni 2012 im Aalener Rathaus. Das Planungsbüro EOS aus Augsburg stellte Vertretern der Gemeinde- und Ortschaftsräte von Aalen, Hofen, Hüttlingen und Rainau die städtebaulichen Voruntersuchungen für das interkommunale Gewerbegebiet Goldshöfe vor. Alle Beteiligten wollen einen nachhaltigen Beitrag für die Region leisten und in die gemeinsame Planung einsteigen. Im ersten Schritt werden die Ergebnisse in die Gremien der einzelnen Kommunen eingebracht.

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Dem Vorschlag, das Gebiet am Schnittpunkt der drei Gemarkungen Aalen-Hofen, Hüttlingen und Rainau-Buch als interkommunales Gewerbegebiet zu entwickeln, stehen alle Partner positiv gegenüber. Es werde auf Augenhöhe diskutiert, sagte Rainaus Bürgermeister Achim Kraft. Und Zustimmung von allen Seiten erhielt Hüttlingens Bürgermeister Günter Ensle für die Aussage „So weit wie heute waren wir in 30 Jahren noch nie“.

Als ersten Schritt haben die Kommunen Aalen, Hüttlingen und Rainau die städtebauliche Standortuntersuchung in Auftrag gegeben. In interkommunaler, projektorientierter Zusammenarbeit unter Federführung des Aalener Stadtplanungsamts hat das Planungsbüro EOS/Augsburg ein tragfähiges Grundkonzept für die Erschließung sowie die städtebauliche und naturräumliche Einbindung erarbeitet und in einem aussagefähigen Strukturplan dargestellt.

Die gemeinsame Bebauung soll abschnittsweise von Hüttlinger Markung aus erfolgen, so dass große Teile der landwirtschaftlich genutzten Flächen in den ersten Ausbauphasen nicht tangiert werden. Die Belange der Vollerwerbslandwirte würden berücksichtigt, stellte Aalens Baubürgermeisterin Jutta Heim-Wenzler klar.
© Stadt Aalen, 29.06.2012

Bahnübergänge bis 2014 neu geregelt

Aufgrund der Infrastruktur mit dem Bahnknotenpunkt Goldshöfe hat der Regionalverband Ostwürttemberg den Bereich seit Jahrzehnten als regional bedeutsamen Gewerbeschwerpunkt klassifiziert. Dass sich die Kommunen nach langer Zeit nun wieder dem Thema widmen, führt Heim-Wenzler auf drei Themen zurück: Im Wirtschaftsraum Aalen fehlen geeignete, qualitativ hochwertige Standorte für großflächige gewerbliche Nutzungen. Dies besagt auch das Gewerbeentwicklungskonzept der Stadt Aalen aus dem Jahr 2010. Zweitens ist die Deutsche Bahn gezwungen, alle wärterbedienten, nicht signalabhängigen Bahnübergänge bis 2014 zu ertüchtigen. Im Planungsgebiet sind dies drei Übergänge. „Die Kommunen haben immer einen finanziellen Anteil mit zu tragen“ , erklärt Heim-Wenzler. „Wir haben jetzt die Chance, gemeinsam Verhandlungen zu führen und die Ausführung mit zu beeinflussen, damit sie in unser Konzept passt.“ Und drittens hängt damit die Verkehrserschließung des Gebietes zusammen. Auch für die B29 und die Westumgehung mit ihren stark überlasteten Knotenpunkten würde ein gut erschlossenes interkommunales Gewerbegebiet Entlastung bringen. Alle drei Kommunen bringen sich auf unterschiedliche Weise ein. Der größte Teil liegt auf Gemarkung Hüttlingen, der überwiegende Teil des Plangebiets entwässert nach Rainau, die Stadt Aalen bringt mit dem Bahnhof Goldshöfe und der Anbindung an die B29 die notwendige Infrastruktur mit ein. Aalen schafft zugleich als Kreisstadt und Mittelzentrum die notwendigen raumplanerischen Voraussetzungen für die Entwicklung eines großen Gewerbegebiets und die notwendige Voraussetzung für die Ansiedlung mancher Betriebe. Das Planungsbüro erkennt Potential für ein innovatives, nachhaltiges Gewerbegebiet mit entsprechendem Energiekonzept, ÖPNV-Anschlüssen und Gleisen für den Güterverkehr. Außerdem solle, so Oberbürgermeister Martin Gerlach, Goldshöfe ein integraler Bestandteil des Innovations- und Hochschulstandorts Aalen werden mit Vernetzung in den gesamten Wirtschaftsraum Aalen. Im Gewerbegebiet sollen hochwertige, arbeitsplatzintensive Betriebe entstehen.