Klimaschutzkonzept für Aalen

Die Stadt Aalen beginnt den nächsten Schritt auf ihrem Weg zur nachhaltigen Entwicklung. Aalen knüpft damit an die positiven Erfahrungen mit dem European Energy Award an. Im Dezember 2007 ist Aalen als eine der ersten Kommunen in Baden-Württemberg zertifiziert worden. Die Stadtverwaltung hat die Klimaschutz und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) beauftragt, zusätzliche, möglichst konkrete Handlungsmöglichkeiten für alle Bereiche und Verbrauchsgruppen auszuarbeiten. Die Erstellung des integrierten Klimaschutzkonzeptes wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative der Bundesregierung finanziell wesentlich unterstützt.

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Die KEA hat bei der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes mit der Analyse von Ist-Zustand und Entwicklung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen seit 1990 begonnen. In den städtischen Liegenschaften konnte der Wärmeenergieverbrauch seit 1990 bereits um ca. 25 % gesenkt werden, während der Stromverbrauch um ca. 7,5 % gestiegen ist. Mit 18 % CO2-Einsparungen wurde damit das Klimaschutzziel von 20 % gegenüber 1990 schon fast erreicht. Die Stadt ist damit in Sachen Klimaschutz vorbildlich. Allerdings beträgt der Anteil am Endenergieverbrauch nur ca. 1 %.

Die privaten Haushalte waren bisher nicht so erfolgreich: Lediglich 10 % CO2-Minderung konnten die Hausbesitzer seit 1990 erreichen. Mehr Einwohner (2,8%), mehr Haushalte (16,8%) und mehr Wohnfläche (19,8%) verhindern hier größere Einsparungen. Das Klimaschutzziel von 20% Einsparung bis 2020 wird ohne eine Intensivierung der Altbausanierung verfehlt. Das Beispiel der städtischen Liegenschaften zeigt aber, welche wirtschaftlichen Einsparpotenziale vorhanden sind.

Gewerbe und Industrie spielen in Aalen eine außerordentlich große Rolle, ihr Anteil am Energieverbrauch ist mit 56 % mehr als doppelt so hoch als im Durchschnitt des Landes Baden-Württemberg. Aalen hat 25 % mehr Beschäftigte pro Einwohner und die Industrie ist zudem überdurchschnittlich energieintensiv.
© Stadt Aalen, 24.04.2009

Energiekommission erweitert

Lokale Akteure spielen eine wesentliche Rolle bei der Erarbeitung von Maßnahmen des Klimaschutzkonzeptes. Die Energiekommission, die bereits seit der Erstellung des Energieversorgungskonzeptes tätig ist, wurde um zusätzliche Mitglieder aus Wirtschaft, Berufsverbänden und Umweltgruppen erweitert. Die erste Sitzung der Energiekommission fand am 6. April unter der Leitung der 1. Bürgermeisterin Frau Heim-Wenzler statt. Die KEA hat dort erste Ergebnisse der Energie- und CO2-Bilanz vorgestellt, die dann diskutiert wurden. Ausgehend von der Analyse und der Berechnung der Ausgangssituation wird nun systematisch jedes Handlungsfeld mit betroffenen Akteuren bearbeitet. Das Ziel ist die Identifizierung und Vorbereitung konkreter Energiespar- und Klimaschutzprojekte. Die Energie- und CO2-Bilanz ermöglicht eine Bewertung des möglichen Beitrags der Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele. Maßnahme für Maßnahme wird eine langfristige Strategie aufgebaut und auf den Weg gebracht um die Klimaschutzziele der Stadt zu erreichen. Nur durch gemeinsames Handeln Aller können wir dem Klimawandel wirksam begegnen.