Kocher soll durchschnittliches Jahrhunderthochwasser aufnehmen

Seit 1990 standen die Hopfenstraße und die angrenzenden Gebäude sechs Mal unter Wasser. Dies soll künftig nur noch in äußersten Extremsituationen der Fall sein.

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Der unmittelbar an der Straße und den Häusern vorbeiführende Kocher wird bereits seit März dieses Jahres um die Hälfte verbreitert, um ein durchschnittliches Jahrhunderthochwasser aufnehmen zu können. Künftig wird der Kocher an dieser Stelle 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufnehmen anstatt wie bisher nur 30 bis 35 Kubikmeter pro Sekunde. Die Baumaßnahme wurden heute von Oberbürgermeister Martin Gerlach, Bürgermeister Manfred Steinbach und dem Stellvertretenden Leiter des Tiefbauamtes Martin Sandel den Medien vorgestellt.

Dabei machte OB Gerlach deutlich, dass mit dieser Maßnahme die Hochwassergefahr an dieser Stelle deutlich entspannt werde. Dies sei die Stadt auch den Anliegern und deren Immobilien schuldig.

Die Maßnahme umfasse im Wesentlichen drei Abschnitte, erläuterte Martin Sandel. Man habe im März die kompletten Versorgungsleitungen mit Gas, Wasser, Abwasser, Strom und Breitbandkabel von der Kocherseite auf die andere Straßenseite verlegen müssen. Nur so sei die Verbreiterung des Kochers möglich gewesen. Man habe dann in einem weiteren Abschnitt eine Bohrpfahlwand entlang der Hopfenstraße gebaut. Auf einer Länge von zirka 100 Metern wurden Betonpfähle acht Meter tief in den Boden gebohrt. Die so entstandene Wand nimmt die Last der Hopfenstraße auf. Zur Zeit werden die Sohle und die Böschungen gesichert. Dazu setze man Quadersteine aus Jurakalk ein. Bis Ende November erhalte die Hopfenstraße einen neuen Belag und entlang der Kocherseite werde ein Gehweg angelegt. Die Hopfenstraße werde künftig eine Einbahnstraße Richtung Heinrich-Rieger-Straße sein.
© Stadt Aalen, 05.10.2007

Stadt finanziert Kosten vor

Die Baumaßnahme, so Bürgermeister Manfred Steinbach, koste über 700 000 Euro. Sie sei Teil eine Konzeption zum Hochwasserschutz in Aalen. Das Land Baden-Württemberg beteilige sich zu 40 bis 50 Prozent an den Kosten, jedoch erst dann, wenn das Regenrückhaltebecken in den Dürrwiesen im Westen der Stadt gebaut werde. Bis dahin finanziere die Stadt die Kosten vor.