Land unterstützt Innenentwicklung in Aalen

Die Stadt Aalen wird ihren Fokus in Sachen Stadtentwicklung noch stärker als bislang auf eine nachhaltige und flächensparende Siedlungsstruktur ausrichten. Hierzu hat der Gemeinderat bereits in seiner Julisitzung beschlossen, ab dem Haushaltsjahr 2017 ein Förderprogramm einzurichten, das private Maßnahmen der Innenentwicklung durch städtische Fördermittel unterstützen wird.

Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle mit den Ansprechpartnern zu Innenentwicklung und Fördermöglichkeiten A. Niegel (links) und C. Wede (Mitte) (© )

So wird beispielsweise der Abbruch von innerörtlichen, nicht erhaltenswerten ehemaligen Landwirtschaftsgebäuden der Baujahre 1960 bis ca. 1975 bezuschusst, wenn dadurch neue Wohnbauflächen entstehen. „Die ehemals landwirtschaftlich genutzten, sehr großvolumigen Gebäude aus dieser Zeit sind zumeist aus baukultureller Hinsicht nicht erhaltenswert und eignen sich kaum für klassische Umnutzungen“ erklärt Baudezernent Wolfgang Steidle. Oftmals stellen aber gerade die teilweise hohen Abbruchkosten ein großes Aktivierungshindernis für diese leer gefallenen Hofstellen dar. Mit dem Förderprogramm will die Stadt diese Hemmnisse abbauen und einen finanziellen Anreiz für die Entwicklung solcher großflächigen Grundstücke schaffen. „Teilweise können auf solchen Flächen um die zwei bis drei Wohnbauplätze in attraktiver Innenortslage entstehen“ ist Steidle überzeugt.

Zudem wird die umfassende Modernisierung von in die Jahre gekommenen Nachkriegswohngebäuden der Baujahre 1945 bis ca. 1965 gefördert, wenn sich dadurch die Wohnverhältnisse verbessern oder zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird. Steidle begründet dies folgendermaßen: „Die Nachkriegsbauten der 40er, 50er und frühen 60er Jahre sind meist geprägt durch Sparsamkeit, Materialknappheit und einfache, beengte Bauweise. Schall- oder Wärmeschutz waren damals so gut wie kein Thema“. Genau hier will die Stadt den Hebel ansetzen: „Bei einer umfassenden Modernisierung werden umfangreiche Maßnahmen in den Bereichen Energieeinsparung und Raumstruktur erwartet. Zusätzlich sollten auch Arbeiten an sanierungsbedürftigen Außenfassaden getätigt werden. An- und Umbauten zur Schaffung von neuem Wohnraum sind hierbei grundsätzlich möglich. Ausnahmsweise können auch umfassende Modernisierungen von städtebaulich oder ortshistorisch besonders bedeutsamen Gebäuden bezuschusst werden“ erläutert Steidle weiter.

Insgesamt, ist sich der Baubürgermeister sicher, wird das Innenentwicklungsprogramm der gesamtstädtischen Entwicklung gut tun: „Unsere Stadt zeichnet sich durch hohe Wirtschaftskraft und Lebensqualität aus. Diese gilt es mit einer vorausschauenden Strukturpolitik zu erhalten und nachhaltig zu verbessern. Gerade im Hinblick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels und der Energiewende sind neue Ideen und Konzepte sowie flexible Lösungen gefragt, um Bau- und Wohnmöglichkeiten für alle Generationen schaffen zu können. Hierzu trägt das neue Förderprogramm einen wesentlichen Teil bei“.

Zusätzlich zum Förderprogramm, wird die Stadt den Grundstückseigentümern, die ein solches Projekt planen, einen „Kümmerer“ zur Seite stellen. Die Bewerberauswahl für diese hoch interessante Stelle läuft derzeit. Der/Die sogenannte Innenentwicklungsmanager/-in wird Innenentwicklungspotenziale gezielt ansprechen und Eigentümer bei ihren Projekten beraten. Das Land Baden-Württemberg bezuschusst die Stadt Aalen für den Einsatz eines/-r solchen kommunalen Flächenmanagers/-in mit Fördermitteln aus dem Landesprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“. Dieses Förderprogramm der Landes-regierung unterstützt Vorhaben in Städten und Landkreisen, die das Ziel einer kompakten, lebenswerten Siedlungsstruktur sowie attraktiver Ortskerne mit guter Nahversorgung und kurzen Wegen verfolgen.

Fakten zum Innenentwicklungsprogramm:

Wann kann ich einen Förderantrag stellen?

Die Förderrichtlinie tritt zum 01.01.2017 in Kraft. Förderanträge können eingereicht werden, sobald die Antragsvordrucke erstellt sind. Hierüber wird zu gegebener Zeit informiert. Der Antragsvordruck enthält auch Informationen über die beizufügenden Unterlagen.

Was wird gefördert?

  1. Abbruchkosten für nicht erhaltenswerte, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude der Baujahre 1960 bis ca. 1975, im Zuge des Freimachens der Grundstücke zur Schaffung von neuem Wohnraum.
  2. Kosten für umfassende Modernisierungen von Wohngebäuden der Baujahre 1945 bis ca. 1965. Ausnahmsweise Kosten für umfassende Modernisierungen städtebaulich oder ortshistorisch besonders bedeutsamer Gebäude anderer Baujahre.

Wie hoch ist die Förderung?

  1. 50% der Nettoabbruchkosten, max. 10.000,- EUR.
  2. 10% der Nettomodernisierungskosten, max. 10.000,- EUR. Für Familien mit minderjährigen Kindern erhöht sich die Förderobergrenze um 1.000,- EUR je Kind.

Gibt es noch weitere Fördermöglichkeiten?

Die Stadt Aalen fördert Verschönerungsmaßnahmen an Hausfas-saden in der Innenstadt und den Ortskernen der Teilorte mit dem „Fassadensanierungsprogramm – 100 Fassaden für Aalen“. Ebenso bietet das „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ des Landes Baden-Württemberg verschiedene Fördermöglichkeiten für Umnutzungen und Modernisierungen in den Ortskernen der Teilorte Dewangen, Ebnat, Hofen und Waldhausen. 

Ihre Ansprechpartner bei der Stadt Aalen:

Fassadensanierungsprogramm
Frau Wede, Stadtplanungsamt
Tel.: 07361/52-1511
E-Mail: stadtplanungsamt@aalen.de

Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum & In-nenentwicklungsprogramm
Herr Niegel, Bau- und Liegenschaftsamt
Tel.: 07361/52-1432
E-Mail: bau-liegenschaftsamt@aalen.de

© Stadt Aalen, 24.08.2016