Landrat und Oberbürgermeister wenden sich an Innenminister Rech

Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich Landrat Klaus Pavel und Oberbürgermeister Martin Gerlach an den Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Heribert Rech, im Fall Douty gewandt. Sie bitten den Innenminister sich für ein dauerhaftes Bleiberecht der Familie in Deutschland einzusetzen. Das Schreiben lautet wie folgt:

„Das Schicksal der togoischen Familie Douty hat hier in Aalen für sehr große Betroffenheit und Aufregung gesorgt. Abgeordnete, die katholische und evangelische Kirche sowie eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt haben sich solidarisch erklärt und uns eine Resolution für ein Bleiberecht für die Familie Douty überreicht. Gestatten Sie uns deshalb, dass wir uns in dieser Sache an Sie wenden.

Die Familie Douty lebt seit zwölf Jahren in Aalen und die beiden Kinder Linda und Oskar sind hier geboren. Der Ehemann und Vater wurde im Dezember 2004 abgeschoben, während die Abschiebung der restlichen Familienangehörigen nicht vollzogen werden konnte. Seit der Abschiebung hat die Familie Douty kein Lebenszeichen mehr vom Familienvater. Herr Douty stand vor der Abschiebung in einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis und es kam zu keinerlei Straftaten. Die Kinder gehen in die 4. und 5. Klasse der Freien Waldorfschule Aalen und sprechen sehr gut deutsch. Kurz gesagt: die Familie ist sozial und gesellschaftlich sehr gut integriert.

Wir unterstützen daher das Ansinnen der Kirchen, der großen Solidargemeinschaft Aalener Bürgerinnen und Bürger und der Landtagsabgeordneten, der Familie Douty ein humanitäres Bleiberecht zu ermöglichen. Nach unserer Ansicht, ist diese menschliche Tragödie der klassische Fall, in dem entweder durch die Härtefallkommission oder durch entsprechende Auslegung der vor wenigen Tagen beschlossenen Bleiberechtsregelung ein Aufenthaltsrecht in Aussicht gestellt werden sollte. Uns gegenüber wurde von den Verantwortlichen der Unterstützungsgemeinschaft glaubhaft versichert, dass der Mutter konkrete Beschäftigungsangebote vorliegen, damit die Familie nach Abschiebung des berufstätigen Familienvaters finanziell unabhängig und auf Dauer auch wirtschaftlich integriert sein kann.

Wir dürfen Sie daher bitten, sich dieser besonderen Sache anzunehmen und der Familie ein humanitäres Bleiberecht einzuräumen. Hierfür wären wir Ihnen sehr dankbar.“
© Stadt Aalen, 22.11.2006