Leitziele für die Zukunft von Aalen

Die Stadt Aalen entwickelt unter dem Motto "Aalen schafft Zukunft" ein neues Leitbild. Unter den Oberbegriffen "Sozialer Zusammenhalt" und "Nachhaltigkeit" haben sich in vielen Sitzungen unterschiedlichster Gruppen, in Zukunftswerkstätten und aus einer umfassenden Bürgerbefragung die zentralen Leitgedanken herauskristallisiert. Diese werden im Frühjahr 2012 in vier Bürgerforen mit konkreten Maßnahmen gefüllt.

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In einem ersten Pressegespräch wurden die erarbeiteten Fragestellungen zum Bereich "Sozialer Zusammenhalt" erläutert. Oberbürgermeister Martin Gerlach erklärte, im Leitbildprozess seien die zentralen Leitgedanken und Zukunftsaufgaben ausgearbeitet und in Zielen formuliert worden. Die Präsentation dieser Ziele beginne mit dem Bereich "Sozialer Zusammenhalt". "Die Beschäftigten des Rathauses sind in den Prozess eingebunden und die gesamte Bürgerschaft. In der Kombination von Ehrenamt und Hauptamt könnte Aalen der große Wurf gelingen, das gab es noch nirgends in dieser Ausprägung. Es gilt nun, mit der breiten Bevölkerung die vielfältigen Ziele in den Bürgerforen mit Inhalt zu füllen."

Gerlach betonte, dass der Wettbewerb der Städte zunehmend größer werde. Die Indikatoren aus dem Leitbild würden dabei helfen, zu vergleichen und sich an den eigenen Zielen messen zu können. Aalen werde im Wettbewerb die Ressourcen nachhaltig einsetzen, um auch in 50 Jahren noch bestehen zu können.

Uta Steybe, Beauftragte für Chancengleichheit und demografischen Wandel ist bei der Stadt für die Leitbildfortschreibung verantwortlich. Sie betont, dass Chancengerechtigkeit und Nachhaltigkeit eine der großen Themen in der Befragung von rund 3000 Bürgerinnen und Bürgern gewesen seien. Bei Chancengerechtigkeit gehe es nicht mehr nur klassisch um Mann und Frau, sondern auch um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und Inklusion von Menschen mit Einschränkungen. Alle diese Bereiche gelte es im neuen Leitbild angemessen zu berücksichtigen.

$(text:b:Zentrale Leitgedanken der sozialen Gerechtigkeit)$

$(table:1:{"Aalen schafft Chancen"})$
Dieses Themenfeld behandelt die Gerechtigkeit zwischen den Generationen, da es prozentual immer mehr ältere Menschen gibt. Es gilt, Netzwerke aufzubauen, damit die Generationen Wertschätzung füreinander entwickeln und die Älteren nicht als Belastung angesehen werden.
In der Bildungslandschaft gilt es, Hemmnisse zu ermitteln und abzubauen, damit alle Bevölkerungsschichten Zugang zu den für sie notwendigen Bildungschancen erhalten.
Auf einem sehr guten Weg befindet sich die Stadt bei der Schaffung einer "familienfreundlichen Infrastruktur". Das Betreuungsangebot für unter Dreijährige wurde massiv ausgebaut, die geforderte Quote von 34 Prozent bis 2013 wird erreicht. Außerdem wurden neue Ganztagesplätze geschaffen und eine ganzjährige Ferienbetreuung für Grundschulkinder verwirklicht.

Die Stadt Aalen fördert den "Eine-Welt-Gedanken", indem bei Einkauf und Konsum auf die Kriterien des fairen Handels Wert gelegt wird. Eine Agenda-Gruppe widmet sich diesem Thema und möchte das Netzwerk lokaler Initiativen stärken. Die Stadt unterstützt bereits seit Anfang der Neunziger Jahre Entwicklungshilfeprojekte lokaler Initiativen. Durch die Partner vor Ort ist sichergestellt, dass die Gelder dort ankommen, wo sie dringend benötigt werden.

In den Schulen soll darauf hingearbeitet werden, dass Kinder unterschiedlichster Herkunft die gleichen Bildungschancen erhalten. Der Schulentwicklungsplan wird darauf ausgerichtet und pädagogische sowie organisatorische Maßnahmen ergriffen.

$(table:1:{"Aalen schafft Bürgernähe"})$
Bürgerinnen und Bürger sollen gemeinsam an Stadtentwicklungsplanung und deren Umsetzung arbeiten, indem sie verstärkt in den Prozess eingebunden werden.
Politische Entscheidungen werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit transparent dargestellt. Die teils komplexen Verwaltungsvorgänge und politischen Willensbildungsprozesse werden verständlich formuliert und in der Presse, der Stadtinfo sowie dem Internet veröffentlicht. Die Bürger sollen die Beschlüsse nachvollziehen können. Seit über einem Jahr werden bereits Kurzversionen von Sitzungsvorlagen im Internet bereitgestellt, in denen das Thema kurz und übersichtlich formuliert ist. Neue Kanäle wie Facebook oder Twitter wird die Stadt künftig noch intensiver nutzen.
In Zukunft wird generell verstärkt auf Bürgerbeteiligung gesetzt. Im Rahmen der Bürgerforen zum Leitbild im Februar und März wird daher auch eine Beteiligungsmöglichkeit über das Internet angeboten.

Ein großes Anliegen ist, das "WIR-Gefühl" in der Stadt zu stärken. Es soll allen unabhängig von gesellschaftlicher oder religiöser Herkunft eine Teilhabe am sozialen, politischen und wirtschaftlichen Leben ermöglicht werden. Die Menschen sollen sich als Teil der Stadtgesellschaft sehen und mit Aalen identifizieren.

$(table:1:{"Aalen schafft Atmosphäre"})$
Es wird Wert gelegt auf ein ausgewogenes Kulturangebot. Kultur darf kein Luxus sein, sondern unbedingte Notwendigkeit für alle. Es gilt zu prüfen, wie das Kulturangebot für Menschen mit Migrationshintergrund optimiert werden kann. Außerdem soll die überregionale Strahlkraft des Aalener Angebots gefestigt werden und die Jugend an die Kultur herangeführt werden.

Sport ist generell Integrationsbeschleuniger, da die Herkunft eine untergeordnete Rolle spielt und primär der gemeinsame Erfolg zählt. Mit den Vereinen sollen Ansatzpunkte gefunden werden, wie sich diese noch mehr für Migranten öffnen können.
© Stadt Aalen, 23.11.2011
Die Bevölkerung ist aufgerufen, in den Bürgerforen mitzuwirken und konkrete Maßnahmen zu formulieren.

Vier Bürgerforen im Frühjahr

Die Ziele des Leitbildes werden in Bürgerforen von der breiten Bevölkerung mit konkreten Maßnahmen ausgefüllt. Die Termine im Einzelnen: 3.2.2012: Wasseralfingen, Hofen im Bürgersaal im Bürgerhaus Wasseralfingen 17.2.2012: Weststadt, Dewangen, Fachsenfeld im Weststadtzentrum 2.3.2012: Unterkochen, Ebnat, Waldhausen im Rathaussal Unterkochen 9.3.2012: Kernstadt im Torhaus, Paul-Ulmschneider-Saal