Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

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die meisten von Ihnen werden es kennen: In der Vorweihnachtszeit ist das geschäftige Treiben immer besonders groß und die Termine überschlagen sich. In der Hektik zum Jahresende dürfen wir aber nicht vergessen, dass das Weihnachtsfest nicht Selbstzweck der Konsumwirtschaft ist, sondern an diesen Tagen des Jahres sollte Zeit für ein Innehalten und für Einkehr sein und wir sollten unseren Familien und Freunden das schenken, was heute ein knappes Gut ist: unsere Zeit.

Ich möchte mit Ihnen in den folgenden Zeilen ein Jahr, das von großer Dynamik und von vielfältigen Veränderungen geprägt war, Revue passieren lassen. Die erste Dekade des neuen Jahrtausends ist beinahe vorüber und ein großes deutsches Nachrichtenmagazin bezeichnete diese Jahre als das „verlorene Jahrzehnt“. Dies gilt für Aalen glücklicherweise nicht. Die Stadt Aalen hat im zu Ende gehenden Jahr die Chance ergriffen und ein $(text:b:zweijähriges Investitionsprogramm)$ mit einem Volumen von rund 6,3 Millionen aufgestellt, um von Fördergeldern zu profitieren. Rund 70 Prozent dieser Mittel fließen in die Sanierung der Schulbauten und verbessern damit die Rahmenbedingungen für die Aalener Bildungslandschaft.

Nach der Schließung der Lidl-Filiale im Reichsstädter Markt konnte der Verlust für die grundlegende $(text:b:Lebensmittelversorgung der Innenstadt)$ mit der erfolgreichen Ansiedlung einer Netto-Filiale im Erdgeschoss des Reichsstädter Markts ausgeglichen werden. Noch im Dezember kommt Bewegung in den Nördlichen Stadtgraben, nachdem 2009 die alten Gebäude weichen mussten, um dem geplanten Einkaufszentrum $(text:b:Mercatura)$ Platz zu machen.

An der Aalener $(text:b:Hochschule)$ hat sich 2009 einiges getan. Nach rund 13-monatiger Bauzeit konnte Ende Oktober die neue Cafeteria auf dem Campus Burren eingeweiht werden. Dies ist noch nicht das Ende der Entwicklung, denn seit dem Frühjahr ist bekannt, dass ein Erweiterungsbau für die Augenoptik, der mit mehreren Millionen Euro gefördert wird, kommen wird. Darüber hinaus hat die Stadt Aalen zusammen mit der Hochschule Pläne für ein Innovationszentrum entwickelt, welches landesweit einzigartig ist und für Aalen einen großen Schritt in die Zukunft bedeuten wird. Das Innovationszentrum wird als EU-Leuchtturmprojekt (EULE) mit mehreren Millionen Euro gefördert werden.

Aber nicht nur für Bildung, sondern auch für $(text:b:Sport und Kultur)$ ist in Aalen gebaut worden. Am 3. April konnte die für 3,2 Millionen Euro erstellte neue Halle in Unterkochen mit einem bunten Festprogramm eingeweiht werden. Die Halle steht für kulturelle Veranstaltungen ebenso zur Verfügung wie für „weiche“ Sportarten und wird die Ortsgemeinschaft Unterkochen noch weiter stärken. Im Oktober konnte dann ein weiterer Stein im Mosaik der Sportstadt Aalen mit der Einweihung des Kunstrasenspielfelds der TSG Hofherrnweiler gesetzt werden, fast eine Million Euro wurde für die Baumaßnahme ausgegeben.

Turnusgemäß stand im Jahr 2009 die Verleihung des mit 12.000 Euro dotierten $(text:b:Schubart-Literaturpreises)$ der Stadt Aalen auf dem Programm. Peter Schneider wurde für sein Lebenswerk und insbesondere sein Buch „Rebellion und Wahn – mein 68“ in einer glanzvollen Feier am 22. März 2009 ausgezeichnet. Begleitend fand das Hermann-Bausinger-Symposium im Rathausfoyer in einer hochwertigen Besetzung - unter anderem mit Hellmuth Karasek - statt.

Nur wenige Wochen später hat der Aalener Gemeinderat wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, als mit großer Mehrheit die Bewerbung der Stadt Aalen für die Ausrichtung der $(text:b:Landesgartenschau)$ beschlossen wurde. Am 7. Juli besuchte die Bewertungskommission des Landes unsere Stadt, um sich vor Ort ein Bild über unsere Planungen machen zu können. Ich sehe die Landesgartenschau als eine große Chance an, die Lebensqualität in Aalen nachhaltig und für die kommenden Generationen zu verbessern.

Am 7. Juni 2009 waren die $(text:b:Wählerinnen und Wähler)$ in Baden-Württemberg aufgerufen, den Gemeinderat, den Kreistag sowie das Europäische Parlament in Straßburg neu zu besetzen. Der Wahlkampf in Aalen war von Fairness und Besonnenheit geprägt, Sachthemen und das Wohl Aalens standen im Vordergrund.

Im Sommer erfreuten dann die $(text:b:„Alltagsmenschen“)$ die Aalener sowie Gäste aus Nah und Fern. Bis in den Oktober hinein waren die sympathischen Figuren Blickfang und beliebtes Fotomotiv für Jung und Alt.

Auf dem Gelände der früheren Gärtnerei Königer konnte Mitte Juli nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit das Büro und Verwaltungsgebäude $(text:b:„Im Quadrat“)$ eingeweiht werden. Damit ist der erste Schritt für eine hochwertige Nutzung auf diesem stadtnahen und attraktiven Gelände getan. Mitte August hat dann der Abbruch der nicht mehr sanierungsfähigen Eishalle begonnen, um auf der Bodenplatte wieder $(text:b:Eislauf)$ auf einer mobilen Bahn zu ermöglichen.
Zum Ende der Sommerferien konnte Aalen sich während der $(text:b:35. Reichsstädter Tage)$ wieder als stolze Gastgeberin präsentieren. Zum Auftakt der Festtage fand das erste Mal eine Kommunalkonferenz mit den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerstädte zum europäischen Jahr der Innovation und Kreativität statt. Nachdem bereits im Mai die Freundschaftsurkunde mit der italienischen Adria-Stadt Cervia unterzeichnet worden war, durfte ich diese beginnende Freundschaft zusammen mit Bürgermeister Roberto Zoffoli im Kreise von Vertretern unserer anderen Partnerstädte in Aalen feierlich besiegeln.

Nur wenige Tage später, am 17. September 2009, konstituierte sich der neue Gemeinderat. Am selben Tag gibt die Hochtief Projektentwicklung den Baubeginn für das Mercatura bekannt. Das Superwahljahr 2009 endet mit der $(text:b:Bundestagswahl)$, die am 27. September 2009 in Berlin für neue Machtverhältnisse sorgt. Die Beschlüsse des Koalitionsvertrages werden sich auch in Aalen auswirken, wie und in welchem Ausmaß wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

Der Herbst ist wiederum ein Monat verschiedener Bauprojekte, so macht zum Beispiel der Bau des $(text:b:Hochwasserrückhaltebeckens Dürrwiesen)$ – die derzeit größte Baustelle in Aalen – große Fortschritte. Am 23. Oktober konnte die renovierte $(text:b:Aussegnungshalle auf dem Waldfriedhof)$ mit einer großen Verglasung von Helmut Schuster eingeweiht werden. Aber auch im November ging es Schlag auf Schlag, gleich am Anfang erfolgte der Spatenstich für den Bau des $(text:b:neuen Studentenwohnheims)$, wiederum auf dem Burren. Das neu vermietete und sanierte $(text:b:Proviantamt)$ wurde der Öffentlichkeit vorgestellt, die neuen Eigentümer hatten dort 7 Millionen Euro investiert, um eine moderne gewerbliche Nutzung zu ermöglichen.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in der sich Aalen zum Ende des Jahres 2009 befindet, hatte der Gemeinderat das Eislaufen im Greut wieder ermöglicht. Am 22. November öffnete deshalb die $(text:b:größte mobile Eisfläche in Süddeutschland)$ auf dem Aalener Greutplatz ihre Pforten.
Zu landesweiten Diskussionen hat die Änderung des Schulgesetzes zum 30. Juli 2009 geführt. Auch in Aalen beschäftigte dieses Thema die Kommunalpolitik. Die Entscheidung zur Einrichtung von fünf $(text:b:Werkrealschulen)$ und der Bildung eines gesamtstädtischen Schulbezirks konnte dann mit großer Mehrheit getroffen werden.


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Sie sehen, 2009 war ein Jahr, in dem wir wiederum einen großen Sprung nach vorne wagten, damit unsere Stadt auch weiterhin ein attraktiver Ort zum Leben für alle Generationen bleibt.

Ich darf mich sehr für die vielen Weihnachtsgrüße, die mich in den letzten Tagen erreicht haben, bedanken. Statt Karten zu senden spendet die Stadt Aalen seit Jahren entsprechende Beträge für soziale Zwecke und ich möchte es auch in diesem Jahr so halten.

Meinen besonderen Dank aussprechen will ich allen ehrenamtlich Tätigen im Gemeinderat, in den Ortschaftsräten, in den Vereinen und Kirchen, in privaten Initiativen und allen sonstigen Organisationen, die unsere Gemeinschaft und unser Miteinander aktiv gestalten und stärken. Ich will Sie alle auffordern, an diesem großen Ziel weiterhin tatkräftig mitzuarbeiten. Antoine de Saint-Exupéry sagte einmal: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ In diesem Sinne bitte ich Sie, am Erfolg unserer Stadt auch weiterhin mitzuarbeiten, denn jede Idee, jede helfende Hand und jede Unterstützung ist willkommen.

Ich wünsche Ihnen friedvolle und besinnliche Stunden im Kreise ihrer Familie und Freunde. All jenen, die in diesen Tagen für sich oder andere besonders viel Kraft brauchen, mögen die kommenden Festtage Rückhalt und Zuversicht geben.
Ich sehe dem kommenden Jahr optimistisch entgegen und freue mich auf die Aufgaben, die in den nächsten Monaten anstehen, um Aalen erfolgreich in das nächste Jahrzehnt zu führen.

Ihr

Martin Gerlach
Oberbürgermeister
© Stadt Aalen, 23.12.2009