Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein arbeits- und ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir sehnen uns in dieser Zeit nach Ruhe und Einkehr. Wäre dies nicht das ideale Geschenk für unsere Liebsten statt der „Ware Weihnacht“?

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Schenken Sie doch Ihrer Frau oder Ihrem Mann, Ihren Eltern oder Ihren Kindern dieses Jahr vor allem eines: Zeit - Zeit mit Ihnen, Zeit für sie. Setzen Sie sich in der warmen Stube an den Tisch und unterhalten Sie sich bei Kerzenschein über das vergangene Jahr und wagen Sie auch einen Blick auf das Jahr, das kommen wird. Diese gemeinsam verbrachte Zeit ist wertvoller als alle Geschenke, die Sie für Geld erstehen können. Ich möchte Sie aber bitten, gerade jetzt auch an all jene zu denken, die kein Geld, keine warme Stube und keine Angehörigen haben, denen sie Zeit und Aufmerksamkeit schenken könnten. Jene leben oft unerkannt mitten unter uns und wir alle sollten an jedem einzelnen Tag im Jahr ein wenig helfen, diesen Menschen Kraft und Zuversicht zu spenden, sei es durch ein gutes Wort oder durch eine gute Tat.

Das bevorstehende Jahresende ist für mich Anlass um Rückschau auf wichtige Ereignisse in Aalen zu halten und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu wagen. Zwölf Monate intensiver und fruchtbarer Arbeit liegen hinter uns. Der Konjunkturmotor ist angesprungen und nicht nur die Exporte sind gestiegen, sondern auch die privaten und die öffentlichen Investitionen nehmen zu, und dies macht sich auch in Aalen bemerkbar. In unsere Stadt ist richtig Bewegung gekommen, was ich an den folgenden Beispielen aufzeigen kann.

Das Ärztehaus wurde seiner Bestimmung übergeben und das Schwendtke-Haus erstrahlt in neuem Glanz und lädt die Passanten am Gmünder Torplatz förmlich dazu ein, in die Innenstadt zu kommen. Am 4. April wurde der Maschinenfabrik Alfing Kessler GmbH die Baugenehmigung erteilt und somit grünes Licht für weitere 200 neue Arbeitsplätze gegeben. Die Firma Scholz saniert und entwickelt das ehemalige Wöhrgelände im Stadtbezirk Unterkochen, die Firma Mapal weihte im Oktober neue Produktions- und Logistikhallen ein und bekannte sich damit zum Standort Aalen, die Wohnungsbau Aalen GmbH – unser städtisches Tochterunternehmen – tätigte erhebliche Investitionen in die Sanierung des Wohnungsbestands und wird im Fuchsweg in Unterrombach bald neue Wohnungen fertig stellen.

Die Stadt selbst investiert hohe Summen in die große Zukunftsaufgabe Erziehung, Bildung und Betreuung. Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang zum Beispiel an den Bau der Mensen mit den Räumen für selbstorganisiertes Lernen an allen drei Aalener Gymnasien oder die Fortführung der Multimedia-Offensive. Das Schubarts Museum hat seine Pforten geschlossen, Schubart und seine Schriften werden aber im nächsten Jahr im Internet wieder auferstehen und mit dem „Haus der Stadtgeschichte“ wird sich ein neuer kultureller Fixpunkt in Aalen etablieren.

Erinnern möchte ich auch an Höhepunkte wie das 20-jährige Jubiläum des Besucherbergwerks „Tiefer Stollen“, das in den vergangenen zwei Jahrzehnten seine Erfolgsgeschichte als touristisches Top-Ziel in Aalen schreiben konnte und immer noch schreibt. Das 50-jährige Jubiläum der Stadthalle wurde mit einer glanzvollen Gala begangen und an den Reichsstädter Tagen konnte die 20-jährige Partnerschaft mit Tatabánya gefeiert werden. An diesem Festwochenende wurde zudem der erste Spatenstich für den Neubau der Unterkochener Festhalle getätigt. Der letzte Abschnitt der Erweiterung der Greuthalle ist abgeschlossen und mit der Einweihung des benachbarten Kletterturms konnten wir dem Angebot in der Sportstadt Aalen einen weiteren Baustein hinzufügen. Im Kulturleben glänzte das Jazzfest wieder mit Weltstars der Szene und die Ausstellung „Abgefahren-Mythos Auto im Leben und in der Kunst“ auf Schloss Fachsenfeld erregte Aufsehen weit über die regionalen Grenzen hinaus.

Im Jahr 2008 gehen uns die Herausforderungen nicht aus. Wir sind in der Lage, dem Gemeinderat einen Haushalt mit einer freien Spitze für Investitionen vorlegen zu können. Das Thema Bildung und Betreuung ist mit Millionenbeträgen ebenso berücksichtigt wie die lange Jahre aufgeschobenen Straßensanierungen. Die Entwicklung des Areals am Nördlichen Stadtgraben steht vor dem Baubeginn und das neue Baugebiet „Galgenberg/Schlatäcker“ wird in der Aalener Kernstadt mit rund 20 Hektar das seit Jahren größte zusammenhängende Baugebiet sein. Die Bahnhofstraße erhält durch die Umgestaltung zwischen Nördlichem Stadtgraben und Ellwanger Torplatz ein unverwechselbares Gesicht mit Boulevardcharakter und der Bahnübergang Walkstraße soll beseitigt werden.

Ein bedeutendes Ziel unserer Finanzwirtschaft ist und bleibt es, den Verwaltungshaushalt noch weiter zu entlasten. Die Notwendigkeit zum Sparen beinhaltet aber auch die Chance, sich auf das Wesentliche zu besinnen, Prozesse und Arbeitsabläufe zu überdenken und zu optimieren. Und nicht zuletzt wird sich das Gesicht des Rathauses durch die Umorganisation der Dezernate und durch zwei neue Führungskräfte weiter verändern.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich danke allen, die im vergangenen Jahr auf irgendeine Weise mitgeholfen haben, Aalen weiter nach vorne zu bringen. Die Stärke jeder Gemeinschaft besteht in Ihrem Miteinander und in ihrer Fähigkeit, Ziele gemeinsam zu erreichen. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich als Einwohnerinnen und Einwohner unserer Stadt als Teil dieser Gemeinschaft fühlen und auch weiterhin dazu beitragen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Besonderen Dank aussprechen will ich dabei allen ehrenamtlich Tätigen im Gemeinderat, in den Ortschaftsräten, in den Vereinen und Kirchen, in privaten Initiativen und allen sonstigen Organisationen, die unsere Gemeinschaft und unser Miteinander aktiv gestalten und stärken. Ihr freiwilliges Engagement zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger ist wertvoller denn je.

Nutzen Sie die Weihnachtstage und den Jahreswechsel, um zur Ruhe zu kommen und um Kraft zu schöpfen für das neue Jahr. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest und ein erfolgreiches und glückliches Neues Jahr.


Ihr

Martin Gerlach
Oberbürgermeister
© Stadt Aalen, 21.12.2007