Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nur noch wenige Kalenderblätter trennen uns vom Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel. Wir alle freuen uns auf die Zeit zwischen den Jahren und die Feiern im Familien- und Freundeskreis. Viele positive Erinnerungen haben wir an das Jahr 2006.

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Und dennoch gibt es Mitbürgerinnen und Mitbürger unter uns, die von Schicksalsschlägen getroffen wurden, die Leid und Trauer erfuhren. Ihnen gilt an dieser Stelle mein besonderes Mitgefühl verbunden mit der Hoffnung, dass Sie diese negativen Erlebnisse alsbald überwinden können und mit neuer Kraft in die Zukunft blicken.

Der bevorstehende Jahreswechsel ist die Zeit, in der wir auf das Jahr zurückblicken und uns intensiv mit dem beschäftigen, was uns in den nächsten zwölf Monaten und darüber hinaus erwartet. Lassen Sie mich deshalb kurz das Jahr 2006 in Erinnerung rufen. Vier Wochen lang begeisterte die Fußball-Nationalmannschaft mit großer Fairness, viel Teamgeist und einer mitreißenden sportlichen Leistung. Die Euphorie erfasste auch unsere Stadt, in der friedlich gefeiert wurde. Die Innenstadtaktion des ACA unter dem Motto „Aalen City – weltmeisterlich“ leistete dazu einen wichtigen, blumenreichen und kreativen Beitrag. Wir konnten diese Stimmung nochmals im ausverkauften Waldstadion beim Frauen-Nationalmannschaftsspiel gegen England Ende Oktober erleben, das live in der ARD übertragen wurde. Abgerundet wurde das Sportjahr 2006 in Aalen mit dem Tischtennis-Länderspiel in der Greuthalle im November. Die Sanierung dieser Halle mit neuem Foyer hat dem Ambiente gut getan und ich freue mich, dass wir die Eröffnung mit dem Bundesliga-Ringer-Stadtderby zwischen dem KSV Aalen 05 und dem TSV Dewangen begehen durften.

Nicht nur im Sport ging es in unserer Stadt bergauf, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich scheint die Talsohle durchschritten zu sein. Das sagen mir die Unternehmer bei meinen Betriebsbesuchen oder auch dann, wenn ich bei vielen Veranstaltungen mit Betriebsinhabern und Geschäftsführern rede. Sichtbar ist dieser wirtschaftliche Aufschwung zum Beispiel durch den Bau von Produktionshallen auf dem ehemaligen Wöhr-Gelände in Unterkochen oder auch einer Erweiterung in der Oberen Bahnstraße. Ich möchte auch daran erinnern, dass der nördliche Stadtgraben mit der Bebauung des ehemaligen Riegergeländes und dem Ärztehaus ein neues Gesicht bekommt. Ebenso haben die Bauarbeiten zur Sanierung des ehemaligen Schwendtke-Hauses begonnen. Ein wichtiger Garant für die Nachhaltigkeit dieser wirtschaftlichen Entwicklung ist in diesem Zusammenhang die Hochschule für Technik und Wirtschaft, deren Erweiterung auf dem Burren wir im Dezember einweihen durften.

Im kulturellen Bereich war die Verleihung der Urkunden zum UNESCO-Welterbe Limes ein Höhepunkt in Aalen, der auf viele Jahre hinaus Wirkung entfalten wird. Die bundesweite Berichterstattung über diese einmalige Ereignis hat uns zusammen mit den VIII. Internationalen Römertagen einen Besucherrekord im Limesmuseum beschert. Über 16 000 Besucher kamen auch zur Hundertwasserausstellung auf Schloss Fachsenfeld und das Jazzfest hat nach wie vor unglaubliche Strahlkraft. Nicht vergessen möchte ich den Landesentscheid „Jugend musiziert“ Ende März dieses Jahres.

Meinen Rückblick schließen möchte ich mit der Betonung, wie wichtig mir die Stadtbezirke sind. Ohne sie wäre die Stadt um ein Vielfaches kleiner und auf einer Deutschlandkarte nicht wahrnehmbar. Meine Eindrücke bei den Stadtteilbesuchen waren positiv und ich wünsche mir, dass diese Begegnungen noch öfter stattfinden.

Erziehung, Bildung und Betreuung sind die Themen des kommenden Jahres und der Zukunft. Hier werden wir uns noch besser aufstellen. Der Hauhalt für 2007 sieht in diesen Bereichen Millionenbeträge vor. So wollen wir beispielsweise mit den konfessionellen Trägern im Bereich der Betreuung mehrere Kindergärten sanieren und die Zahl der Hortplätze erhöhen. Wir setzen die Multimediaoffensive an den Schulen fort und am Kopernikus-Gymnasium und Theodor-Heuss-Gymnasium werden Mensen gebaut, um die Ganztageschule zu ermöglichen. Ebenso ist es mir wichtig, dass junge Familien in unserer Stadt bezahlbare Mietwohnungen erhalten oder sich auch den Traum vom Eigenheim verwirklichen können. Außerdem werden wir im kommenden Jahr den Familien- und Sozialpass überarbeiten und familienfreundlich ausgestalten. Insgesamt also ein Bündel an Maßnahmen, um dem demografischen Wandel zu begegnen und für die Zukunft gerüstet zu sein.

Zukunftsweisend wird für unsere Stadt aber auch die Entwicklung am Orion-Gelände sein. Ich hoffe und wünsche mir, dass hier im kommenden Jahr Nägel mit Köpfen gemacht werden können.

Wichtige Projekte stehen 2007 auch in den Stadtbezirken an. So haben wir beispielsweise vor, die Turnhalle in Ebnat zu sanieren oder auch einen Multifunktionssaal in Waldhausen herzustellen. In Wasseralfingen wird die Generalsanierung der Talsporthalle fortgeführt; gleiches bereiten wir für die Glück-Auf-Halle in Hofen vor. Wir bringen den Evangelischen Kindergarten in Fachsenfeld auf Vordermann und in Dewangen wollen wir den 2. Bauabschnitt der Beckenhalde erschließen. Das größte Projekt in Unterkochen wird voraussichtlich die vertraglich zugesagte Festhalle sein. Hier bin ich zuversichtlich, dass der Gemeinderat seinen gefassten Beschluss nochmals überdenkt und die Mittel für das kommende Jahr freigibt.

Die Vorgänge bei unseren Stadtwerken sind an der Stadt und mir persönlich keinesfalls spurlos vorbeigegangen. Ich möchte an dieser Stelle keine Vergangenheitsbewältigung betreiben. Vielmehr liegt mir daran, positiv in die Zukunft zu blicken und zu betonen, dass wir mit den Stadtwerken einen guten, leistungsstarken und innovativen kommunalen Versorgungsträger haben und haben werden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mir ist es ein Anliegen allen zu danken, die sich ehrenamtlich für die Gesellschaft, sei es im Gemeinderat oder in den Ortschaftsräten, in Vereinen, in Kirchen, Organisationen oder in privaten Initiativen, für andere einsetzen und zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger arbeiten. Auf dieses gemeinsame Engagement sind wir mehr denn je angewiesen. Wir sollten aber alle die Weihnachtstage und den Jahreswechsel nutzen, um Kraft zu schöpfen für das neue Jahr. Der Schriftsteller Walter Nenzel sagte einmal: „Echte Feiertage sind Atempausen der Seele“. Gönnen wir uns eine solche Atempause – wir haben sie uns verdient. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest sowie ein erfolgreiches und glückliches Neues Jahr.

Ihr

Martin Gerlach
Oberbürgermeister
© Stadt Aalen, 22.12.2006