Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein für Sie sicherlich spannendes und ereignisreiches sowie für mich ebenso aufregendes und arbeitsintensives Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Weihnachten naht und in wenigen Tagen schreiben wir das Jahr 2006.

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Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, konnten zu Beginn des Jahres nicht ahnen, dass Sie gleich drei Mal an die Wahlurnen gebeten werden. Ende Januar erklärte Oberbürgermeister a. D. Ulrich Pfeifle aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt von seinem Amt. Das Ende der Ära Pfeifle bedeutete für Sie, dass Sie sowohl Ende Juni als auch Anfang Juli zur Wahl des neuen Oberbürgermeisters aufgerufen waren. Eine deutliche Mehrheit hat mir das Mandat erteilt, die Geschicke der Stadt in den nächsten acht Jahren zu leiten. Ein drittes Mal waren wir Mitte September aufgerufen an die Wahlurnen zu treten, um einen neuen Bundestag zu wählen. Nach langem Hin und Her sind nun mit der großen Koalition und Bundeskanzlerin Angela Merkel an der Spitze die Weichen gestellt. Ich erhoffe mir von dieser Koalition vor allem, dass die notwendigen Reformen vorangebracht werden und dass wir als Kommunen nicht noch weiter von oben nach unten in den finanziellen Ruin getrieben werden.

Doch zurück auf die kommunale Ebene. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei meinem Vorgänger und Ehrenbürger Ulrich Pfeifle bedanken. Er hat mir eine zukunftsfähige Stadt übergeben. In den nun fast drei Monaten meiner Arbeit konnte ich feststellen, dass die Verwaltung gut aufgestellt ist, dass wir guten Mutes nach vorne blicken können und dass wir – trotz der angespannten Haushaltslage - Entwicklungspotentiale haben. In allererster Linie geht es mir deshalb darum, Bewährtes fortzuführen und neue Akzente zu setzen.

Bewährtes fortzuführen bedeutet für mich vor allem, Angefangenes zu beenden. Ich denke dabei beispielsweise an die Sanierung des Waldfriedhofes, an die Sanierung der Hochbrücke oder an die Sanierung der Greuthalle, für die wir einen Zuschuss in Höhe von einer Million Euro erhalten. Im Bereich des Tourismus können wir mit dem erweiterten Limesmuseum und der Ernennung des Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe neue Besucherpotentiale ansprechen. Damit dürfte es uns verstärkt gelingen, Erholungssuchende zum Beispiel aus dem mittleren Neckarraum in unsere Stadt zu locken, die gerade am Wochenende den Aufenthalt in den Limes-Thermen, in den Museen aber auch auf Schloss Fachsenfeld genießen.

Neue Akzente will ich hauptsächlich in den Bereichen Wirtschaft, Familie und Bildung setzen. Bei zahlreichen Betriebsbesuchen in den vergangenen Monaten meiner Amtszeit habe ich festgestellt, dass unsere Unternehmer mit dem Standort Aalen zufrieden sind. Immer wieder wird aber die unzureichende Straßenanbindung an den Ballungsraum Stuttgart beklagt. Es steht für mich außer Zweifel, dass die B 29 so schnell wie möglich vierspurig ausgebaut werden muss. Leider sind unsere Möglichkeiten dabei beschränkt. Doch ich will alles versuchen, dass wir hier schnell zu einer Lösung kommen. Wichtig ist mir aber auch, dass wir als Stadt die Rahmenbedingungen für Investitionen so gestalten, dass Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden. Es war für mich ein herber Schlag zu hören, dass auch in Aalen Arbeitsplätze abgebaut werden müssen. Gemeinsam mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften muss es uns gelingen, den Menschen durch einen Arbeitsplatz wieder Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln.

Mir ist es auch wichtig, dass unsere Bildungs- und Betreuungsangebote auf modernstem Stand sind. Nachholbedarf sehe ich vor allem in der Betreuung von Kindern bis drei Jahren und im Grundschulalter. Wir müssen jungen Menschen, die eine Familie gründen möchten, oder Alleinerziehenden eine Perspektive mit Kindern aufzeigen. Dem demografischen Wandel und den damit verbundenen Folgen können wir nur begegnen, wenn Familie, Betreuung, Wohnen, Einkaufen und sichere Arbeitsplätze im Einklang stehen. Oder kurz gesagt: Wenn Sie sich in Aalen wohlfühlen.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zum Jahresende ist es mir ein besonderes Anliegen, allen von ganzem Herzen zu danken, die in sozialen Einrichtungen, in den zahlreichen Vereinen der Stadt, in den Kirchen, bei der Lokalen Agenda sowie auf kultureller, künstlerischer aber auch auf sportlicher Ebene mitgearbeitet und Verantwortung übernommen haben. Sie haben sich wieder in hervorragender Weise für Ihre Organisation und die Stadt engagiert. Mein Dank gilt gleichermaßen allen Gemeinderäten, Ortschaftsräten und Ortsvorstehern, die sich in zahllosen Stunden für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Und in diesen Dank schließe ich auch alle städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Beschäftigten der städtischen Betriebe ein.

Ich danke allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die in privaten Initiativen öffentliche Aufgaben wahrgenommen und zupackt haben, wenn andere sie benötigten. Dank sagen möchte ich aber auch allen Gewerbetreibenden, die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und mit ihren Abgaben zur finanziellen Ausstattung unserer Stadt beitragen.

Mögen die bevorstehenden Weihnachtstage Ruhe und Zeit bringen, im Kreise der Familien, mit Freunden und Bekannten, Kraft und Optimismus zu tanken sowie Zuversicht für die kommenden Aufgaben zu schöpfen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine friedvolle, besinnliche Advents- und Weihnachtszeit, einen guten Rutsch und ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2006.

Auch ich verzichte auf Weihnachtsgrußkarten und spende den Betrag für soziale Zwecke. Mögen meine Grüße und besten Wünsche Sie auf diesem Weg erreichen.

Ihr
Martin Gerlach
Oberbürgermeister
© Stadt Aalen, 24.12.2005