Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor wenigen Tagen wurde ich zum Oberbürgermeister in meiner Heimatstadt verpflichtet. Ich möchte mich an dieser Stelle für die zahlreich überbrachten Glückwünsche und die herzliche Aufnahme – auch im Namen meiner Frau und meiner Kinder - bei allen bedanken.

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Aalen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten prächtig entwickelt. Für die kommenden acht Jahre gilt deshalb für mich die Devise, Bewährtes fortzuführen und neue Akzente zu setzen.

Was verstehe ich darunter?

Ich will den Wirtschaftsstandort weiter ausbauen, Rahmenbedingungen für Industrie, Gewerbe und Handwerk setzen, die es ermöglichen, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist dies keine leichte Aufgabe. Mein Bestreben ist es, das soziale Miteinander von Jung und Alt, von Reich und Arm, von Deutschen und Menschen anderer Herkunft zu fördern. Als Familienvater von drei Kindern liegt es mir am Herzen, ein attraktives Umfeld zu gestalten, um jungen Menschen die Entscheidung für Kinder zu erleichtern. Dazu gehört für mich eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung ebenso wie gut ausgestattete Bildungseinrichtungen oder bezahlbare Bauplatzpreise. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft werden wir im Wettbewerb der Städte nur bestehen können, wenn es uns gelingt, jungen Menschen und Familien attraktive Möglichkeiten zum Arbeiten, Wohnen und Einkaufen sowie zur Freizeitgestaltung zu bieten. Selbstverständlich dürfen wir da-bei unsere älteren Generationen nicht aus den Augen verlieren, denn ihnen haben wir unseren heutigen Wohlstand zu verdanken.

Mir ist es wichtig, das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen, Kirchen, bei Kunst und Kultur und anderen Organisationen weiter zu fördern. Hier wird viel für unsere Gesellschaft, für Sie, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, geleistet. Hier dürfen wir nicht sparen, denn es werden in diesen Einrichtungen ehrenamtlich oft Aufgaben übernommen, die wir sonst als Kommune teuer erledigen müssten.

Die Pflanzen „Tourismus“ und „Naherholung“ will ich zum Blühen bringen. Der Tourismus ist mittlerweile in unserer Stadt kein zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Wir haben unter anderem mit dem Besucherbergwerk einschließlich Heilstollen, den Limes-Thermen und unserer herrlichen Landschaft wahrlich viel zu bieten. Die Ernennung des Limes zum UNESCO-Weltkulturerbe und das erweiterte Limesmuseum setzen diese Entwicklung fort. Diese Trümpfe müssen wir in nächster Zeit noch mehr ziehen.

Bei allem was wir künftig tun, dürfen wir aber die städtischen Finanzen nicht aus den Augen verlieren. Uns muss es gelingen, den Schuldenberg von rund 62 Millionen Euro langsam aber stetig abzubauen. Seit Jahren wird in Politik und Gesellschaft von Nachhaltigkeit gesprochen, oft im Zusammenhang mit der Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen . Für mich zählt zu einer nachhaltigen Politik aber auch, unseren Kindern und Kindes-Kindern geordnete und solide Finanzen zu hinterlassen.

All dies können wir nur gemeinsam schaffen: Gemeinsam, darunter verstehe ich eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat, kundenorientierter Verwaltung, lebendigen und bürgernahen Stadtbezirken sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Ich verspreche Ihnen mein ganzes Engagement für diese Stadt und wünsche mir, dass es uns gelingt, diese von mir beschriebene Gemeinsamkeit zu schaffen, zum Wohle unserer Stadt, für die Zukunft Aalens.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Gerlach
Oberbürgermeister
© Stadt Aalen, 01.10.2005