Literatur-Treff - Alfred Döblin: Der blaue Tiger

Und wenn man meinen Namen nannte, fügte man‚ Berlin Alexanderplatz’ hinzu“, schrieb Alfred Döblin 1955, zwei Jahre vor seinem Tod, im Nachwort zur DDR-Ausgabe dieses Romans und wollte damit sanft darauf hinweisen, dass er auch noch anderes geschrieben hat.

Tatsächlich fällt zu Alfred Döblin bis heute den meisten – wenn überhaupt etwas – nur dieser Großstadtroman ein. Völlig zu Unrecht, denn Döblin hat ein facettenreiches Werk hinterlassen, darunter auch die opulente Südamerika-Trilogie „Amazonas“, die den lateinamerikanischen „Magischen Realismus“ inhaltlich und stilistisch um Jahrzehnte vorwegnimmt. Der zweite Band dieser Trilogie, „Der blaue Tiger“, erzählt die spannende und faszinierende Geschichte eines der größten Gesellschaftsexperimente in der Menschheitsgeschichte, die der „Jesuitenrepublik“ des 17. und 18. Jahrhunderts im heutigen Dreiländereck Paraguay – Brasilien – Argentinien.

Dipl.-Bibl. Michael Steffel stellt den im französischen Exil geschriebenen und 1938 erstmals erschienenen Roman am $(text:b:Mittwoch, 4. Februar 2004)$ um 17 Uhr im Rahmen der Reihe „Literatur-Treff“ in der Stadtbibliothek im Torhaus vor. Der Eintritt ist frei.
© Stadt Aalen, 27.01.2004