Menschen leben gern in Aalen

Bürgerbeteiligung wird groß geschrieben im Prozess um die Aalener Leitbildfortschreibung: Zukunftswerkstätten sind durchgeführt worden und Agendagruppen sowie Agendaparlament wurden beteiligt. Vergangenen Donnerstag wurde im Gemeinderat die aus einer Bürgerbefragung resultierende Imageanalyse der Stadt Aalen vorgestellt - eine weitere Form, um den Bürgerwillen zu ermitteln.

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Der Wohlfühlfaktor in Aalen ist hoch. Ein Großteil der Befragten gibt der Stadt, aber auch Stadtpoltik und Stadtverwaltung gute Noten.

„Unsere Bürgerschaft lebt gern in Aalen und ist mit der Arbeit der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat zufrieden“, so bringt es Oberbürgermeister Gerlach auf den Punkt. Ob in den Bereichen Kultur und Bildung oder etwa bei den Freizeitangeboten – die Zustimmungsrate liegt zwischen 80 und 90 Prozent.

$(text:b:Nachhaltiges Wirtschaften)$
73,3 Prozent der Befragten antworten auf die Frage „Kann in Aalen gespart werden?“ mit einem klaren „ja“. Der Rotstift könne dabei insbesondere bei Baumaßnahmen angesetzt werden. „Interessant ist der Vergleich zur Bürgerbefragung im Jahr 1993“, so Uta-Maria Steybe, die bei der Stadt Aalen für Leitbildfortschreibung und Bürgerbefragung zuständig ist. „Damals waren es gerade mal 20 Prozent der Befragten, die sich sparwillig gezeigt haben - 80 Prozent waren davon überzeugt, dass im Haushalt der Stadt keine Möglichkeiten zum Einsparen vorhanden sind“.

Das Schlagwort vom nachhaltigen Wirtschaften, das mit Rücksicht auf die nachfolgenden Generationen ein weiteres Aufblähen der kommunalen Schulden verhindern wolle, scheint bei der Bürgerschaft Aalens angekommen zu sein, so das Fazit im Gemeinderat.
© Stadt Aalen, 27.09.2011

Zusammenleben der Kulturen

Beleuchtet wurde auch das Thema Migration. Prof. Dr. Ulrich Holzbaur von der Hochschule für Technik und Wirtschaft, der im Rahmen eines studentischen Projekts die Befragung auswertete, führte aus: „Menschen mit Migrationshintergrund bewerten unsere Stadt eindeutig besser, als das die hier geborenen machen.“ Auffallend sei auch, dass das Zusammenleben der Kulturen heute als schlechter bezeichnet wird, als das noch 1993 der Fall war. Dass ein großer Anteil hierzu gar keine Angaben machen konnte, weise laut den Organisatoren darauf hin, dass vermutlich immer noch wesentlich zu wenig Schnittpunkte zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft in unserer Stadt gegeben seien. $(text:b:Was sich ändern sollte)$ Mit den höchsten Negativbewertungen versehen sind die Punkte Krankenhaus und Ärzte, die Schulsituation im Allgemeinen und das gefühlte Sicherheitsempfinden. Viele der Befragten haben Änderungswünsche. Ganz besonders im Blickfeld stehen dabei die Themenfelder Chancengleichheit, Generationengerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung. Über 80 Prozent gar wünschen sich ein verstärktes Eingehen auf Familienfreundlichkeit, ÖPNV und Klimaschutz.