Nachhaltige Entwicklung – die nächste Dekade in Aalen

Workshop bringt neue Impulse und konkrete Projekte für die Arbeit der Lokalen Agenda 21 in Aalen.

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Nach über zehn Jahren Agenda21-Arbeit in Aalen haben der Agendarat und die Stadt Aalen zu einem Workshop unter dem Titel „Nachhaltige Entwicklung – die nächste Dekade in Aalen“ eingeladen. 36 Bürgerinnen und Bürger und etwa gleich viele Aktive aus den zehn Agendagruppen entwickelten viele neue Ideen für die nächste Dekade.

In seinem Grußwort bescheinigte Bürgermeister Wolf-Dieter Fehrenbacher den Agenda-Gruppen ein „gewisses Lästigkeitspotential“ was von den Aktiven durchaus als Kompliment verstanden wurde. Neue Ideen aus dem Kreise engagierter Bürger anzunehmen sei für eine Verwaltung wichtig und die große Anzahl und Vielfalt von Agendagruppen zeige, dass der Prozess lebt.
Prof. Holzbaur, Sprecher des Agendarats, berichtete über die Entwicklung des Themas Nachhaltigkeit in Aalen in den letzten 20 Jahren und über die aktuelle Struktur der Agenda. Er erinnerte an den Gemeinderatsbeschuss, Bildung für Nachhaltige Entwicklung in das Leitbild der Stadt Aalen aufzunehmen.
In kleinen Gruppen arbeiteten die Teilnehmer wichtige Anliegen aus. Insgesamt wurden fast hundert Themen, Anregungen und Fragen gesammelt, die anschließend präsentiert und gruppiert wurden. Dabei stellten sich die Schwerpunkte Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit, Attraktivität der Stadt mit Teilaspekten wie Demografie, Stadtentwicklung, soziale Sicherheit sowie der Bereich Mobilität heraus. Weitere Themenbereiche betrafen die Regionale Wirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit für die Agenda.

Danach wurden Gruppen anhand der Interessen der Teilnehmer gebildet und die Bürger arbeiteten zu ihren Visionen in drei Arbeitkreisen die wichtigsten Thesen heraus.
Die Arbeitsgruppe Mobilität beschäftigte sich mit der Frage, wie man Mobilität für Alle erreichen kann. Dabei spielen der ÖPNV und die Barrierefreiheit eine wichtige Rolle. Da die Busfahrer eine zentrale Rolle spielen, wurde die Beteiligung der Gruppen an der Schulung der Busfahrer angeregt.
© Stadt Aalen, 02.02.2010
Die Arbeitsgruppe Bürgerbeteiligung diskutierte, wie man die Kompetenz der Bürger in Entscheidungen der Verwaltung eingebringen kann. Zwei Workshops zur Öffentlichkeitsarbeit wurden bereits terminiert, weitere Themen wie Bürgerfragestunde, Bürgerhaushalt, Bürgertreff und Bürgertelefon diskutiert. Die Arbeitsgruppe Attraktivität erarbeitete ein Schaubild zum Thema Attraktivität der Stadt Aalen. Als Anregungen entstanden Ideen für eine Mehrgenerationenwohnanlage und für den Wissensaustausch unter den Generationen. Gemeinsames Essen ist ein wichtiger Aspekt der Begegnung. Gemeinsame Essensmöglichkeiten z.B. in Kantinen sollten öffentlicher gemacht werden, so die Anregung. Zum Abschluss der Arbeit stellten sich die Gruppen die Frage „Was ist eine Vision, die nicht zu utopisch ist und mit unseren Ressourcen machbar ist?“ und wählten aus den vielen Ideen konkrete Projekte aus. Nach dem Mittagessen wurden die Ergebnisse der zweiten Gruppenarbeit präsentiert und wer wollte konnte diese Ergebnisse gleich in konkrete Projekte überführen. Vier Arbeitsgruppen erstellten Aktionspläne zur Umsetzung ihrer Visionen. So arbeiteten verschiedene Agendagruppen an den Projekten zusammen und initiierten Projekte zu den Themen Waldkindergarten, Gemeinsames Essen, Mehrgenerationenhaus, Fahrradverleih, Integration der Generationen und Barrierefreier ÖPNV. Neben den konkreten Projektplänen ergaben sich auch wichtige Vernetzungen zwischen den Agendagruppen untereinander und mit den am Workshop beteiligten externen Gruppen. Insgesamt fand der Workshop eine sehr positive Resonanz. Es wurden die Weichen für die Weiterführung der Agendaarbeit und die Nachhaltige Entwicklung der Stadt Aalen gestellt. Hinweis: Zu allen Aktivitäten der Lokalen Agenda 21, insbesondere zu den Treffen der Agendagruppen sind Interessenten herzlich willkommen. Kontakt: Leiter Agendabüro Dipl.-Ing. Rudolf Kaufmann, Leiter Grünflächen- und Umweltamt, Tel. 52-1601 Sprecher Agendarat Prof. Ulrich Holzbaur, Tel. 943020 (p)